Rechtspopulismus

Rezension

Diskursanalysen zum Rechtspopulismus

Die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak legt in ihrem Buch "Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse" Reflexionen zu Ausgrenzung, Identitätsversprechen, Nationalismus und Provokationen durch einschlägige politische Akteure vor. Dabei arbeitet die Autorin eine Fülle von Gemeinsamkeiten heraus, welche anhand von Fallbeispielen ganz unterschiedlicher Populisten in verschiedenen Ländern verdeutlicht werden.

Medien und Rechtspopulismus – Analysen zum Kontext

Wie rechte Populisten Politik machen

Der Politikwissenschaftler Johannes Hillje legt mit "Propaganda 4.0. Wie rechte Populisten Politik machen" ein erstes Buch zum Kontext von Medien und Rechtspopulismus vor. Es handelt sich eher um eine argumentativ reflektierende, weniger um eine streng wissenschaftliche Arbeit, die aber gleichwohl viele beachtenswerte Analysen und Reflexionen zur Medienstrategie von Rechtspopulisten enthält.

Rezension

Absurde Pauschalisierungen zur Bewertung von Kritik an der israelischen Regierung

Der Publizist Abraham Melzer will in seinem Buch "Die Antisemiten-Macher. Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert" die angebliche Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs gegen Kritiker der israelischen Regierung problematisieren. Auch wenn der Autor in Einzelfällen dafür Fallbeispiele benennen kann, versteigt er sich teilweise zu absurden Pauschalisierungen – und verschenkt damit ein wichtiges Thema.

Samuel Salzborns Analyse zur Entwicklung im intellektuellen Rechtsextremismus

Die völkische Rebellion der Neuen Rechten

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn geht in seinem Buch "Angriff der Antidemokraten. Die völkische Rebellion der Neuen Rechten" der Entwicklung einschlägiger Intellektuellenströmungen nach. Der Autor erweist sich als guter und kritischer Kenner der Materie, stellt aber hier meist frühere Aufsätze zu einem Buch zusammen, wodurch es nicht immer als geschlossen und rund erscheint.

Die Fahne der Identitären Bewegung bei einer AfD-Demonstration

Was ist die "Identitäre Bewegung"?

Bei der "Identitären Bewegung" (IB) handelt es sich um eine aus Frankreich stammende Jugendbewegung, die in der Beschwörung der europäischen wie der nationalen Identität und in der Frontstellung gegen Migration, Multikulturalismus und "Umvolkung" ihre grundlegenden Wertvorstellungen sieht. Dafür wirbt sie einerseits mit einschlägigen Bekundungen im Internet in Videoform, andererseits durch überraschende Provokationen in der Öffentlichkeit.

Das neue Buch von Volker Weiß zur Neuen Rechten

Nicht der Islam, die Moderne ist der Feind

Der Historiker Volker Weiß legt mit "Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes" eine Darstellung zur Entwicklung der intellektuellen "Rechten" vor. Einerseits beeindruckt sein Fachwissen durch die jahrlange Beschäftigung mit dem Thema, andererseits wirkt die Beschreibung und Einschätzung doch sehr journalistisch und hätte den Forschungsstand noch genauer aufarbeiten können.

Eine kritische Betrachtung zum ideengeschichtlichen Hintergrund

Die AfD-Berufung auf das "Volk"

Der Historiker Michael Wildt geht in "Volk, Volksgemeinschaft, AfD" auf die ideengeschichtliche Entwicklung der beiden erstgenannten Begriffe ein, um danach die Berufung der AfD auf das "Volk" zu untersuchen. Erst nach zwei Dritteln kommt der Autor zum eigentlichen Thema, wobei er auf die AfD-Orientierung auf ethnische Homogenität kritisch hinweist. 

Ein journalistisches Portrait von Marine Le Pen

Vorbild für Rechtspopulisten

Die Journalistin Tanja Kuchenbecker legt mit "Marine Le Pen. Tochter des Teufels. Vom Aufstieg einer gefährlichen Frau und dem Rechtsruck in Europa" ein Portrait der rechtspopulistischen Politikerin vor. Als Einführung ins Thema ist das locker geschriebene, aber etwas oberflächliche Werk empfehlenswert.