Eva Matthes

Artikel der Autorin

Wahn! Wahn! Überall Wahn!

"Ein Meistersinger muss er sein!" heißt es bei Richard Wagner. Der Forderung sollte eine so lange Oper auch gerecht werden. Dass es aber nicht immer ein Festspielhaus sein muss, sondern man auch gepflegten Festspiel-Genuss im Kino erleben kann, zeigte ein Abend im Cineplex Königsbrunn (bei Augsburg). Die Übertragung der Bayreuther Festspielpremiere "Die Meistersinger von Nürnberg" am 25. Juli aus einem bequem gepolsterten Sitz heraus verfolgen zu können, hatte durchaus seinen eigenen Charme.

Vincent Wolfsteiner, Antonio Yang, Inga-Britt Andersson

Schauerromantik in Heidenheim an der Brenz

Geplant war die Premiere "Der fliegende Holländer" im Rittersaal auf Schloss Hellenstein. Doch ein Gewitter machte den Plan zunichte und verdonnerte die Show ins Congress Centrum nebenan. Trotz wohliger Überdachung schauerte es auf der Bühne dennoch gewaltig. Die Opernfestspiele Heidenheim haben sich in der Ära Marcus Bosch (Festspielleitung seit 2010) zu einem Event nationalen Ranges gemausert.

Tannhäuser

Augen zu und durch

Ein warmer Frühsommer-Nachmittag. Ein gewisses Knistern liegt in der Luft und der Wagnerianer an sich schaut nach München, blickt auf die Bayerische Staatsoper. Die erste "Tannhäuser"-Premiere seit 1994 wird mit großen Erwartungen herbeigesehnt. Das Haus ist bis auf den letzten Hörer-Platz ausverkauft und die Premierenvorstellung ein musikalisches Fest, bei dem echte Fans voll auf ihre Kosten kommen.

Jesus Christ Superstar

Revolutionär des Wahnsinns

Die Neuproduktion des Gärtnerplatztheaters "Jesus Christ Superstar" in der Reithalle München-Schwabing macht Spaß. Alles in allem ein hörens- und sehenswerter Abend, der seine dynamische Kraft durch das engagierte Ensemble in perfekt einstudierter Aktion entfaltet. Die Inszenierung von Josef E. Köpplinger setzt voll auf Emotionen und kreiert einen geradezu fatalen Sog, der das Publikum zum Voyeur im Kopf des Titelhelden werden lässt.

Maria Nareku (CAFGEM-Project Manager), Ulla Barreto (TABU INTERNATIONAL  e.V.), Owino Ken (Intact Kenya), Farhiya Abdulkadir (CAFGEM Activist).  (v.l.n.r.)

Afrikaner leisten Widerstand gegen Beschneidungsprogramme

Am 7. Mai ist es wieder so weit: Im Gedenken an das "Kölner Urteil" im Jahr 2012 gehen in Köln (und anderen Städten weltweit) wieder Menschen auf die Straße und demonstrieren für das Recht aller Menschen auf genitale Selbstbestimmung. Die Aktionen rund um den 7. Mai thematisieren in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Beschneidungsprogramme in Afrika. Gäste aus den USA und Kenia sollen auf der Demonstration in Köln sowie auf einer Pressekonferenz in Berlin sprechen. Für die aufwändige Aktion werden rund 7.000 Euro benötigt.

Die Faschingsfee: Camille Schnoor (Fürstin Alexandra Maria), Daniel Prohaska (Viktor Ronai), Ballett

"Die Faschingsfee" von Emmerich Kálmán

Emmerich Kálmán – ein Operetten-Komponist, den man oft hört. "Die Faschingsfee" – ein Werk, das selbst Fans nicht unbedingt ein Begriff ist. Anlässlich des 100. Geburtstag dieser Operette lud das Münchner Gärtnerplatztheater am 16. Februar zur Premiere der "Faschingsfee" in die Alte Kongresshalle. Fans wie Kritikern bot sich die Gelegenheit, herauszufinden, ob jener Operette womöglich Unrecht getan wird, wenn die Spielpläne unserer Theaterbühnen sie regelmäßig übersehen.

Zaide. Eine Flucht. - nach W. A. Mozart

Besonderes Aufsehen erregt derzeit das Musiktheaterprojekt "ZAIDE. EINE FLUCHT", welches der Verein Zuflucht e.V. gemeinsam mit geflüchteten KünstlerInnen entwickelt und in der Alten Kongresshalle in München zur Aufführung gebracht hat. Denn bis kurz vor Schluss war nicht klar, ob es eine Premiere geben würde. Dem Hauptdarsteller Ahmad Shakib Pouya stand die sofortige Abschiebung nach Afghanistan bevor. Pünktlich zu Beginn der Endproben und kurz vor dem Abflug erhielt der Musiker einen einstweiligen Aufschub und die Premiere am 11. Januar war gerettet.

"Dir werd' ich helfen!"

Obwohl das Wetter am 10. Oktober 2016 durchaus den fröhlichsten Menschen in negative Laune versetzen könnte, ist die Stimmung um 16.30 Uhr auf dem Karlsplatz in der Münchner Innenstadt alles andere als bedrückend. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nnen verschiedener Münchner Organisationen, von psychischer Krankheit Betroffene sowie deren Angehörige haben sich mit Transparenten ausgerüstet und vor der kleinen Bühne versammelt. Den "Welttag der Seelischen Gesundheit" gibt es seit 1992 – in München wird er in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge als Aktionstag ausgerichtet.

"In 10 Jahren sollten Kinder dieselben Rechte haben wie Hunde"

Am 7. Juni 2016 lud die LAG (Landesarbeitsgemeinschaft) Säkulare Grüne Bayern zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel "Beschneidung von Jungen – Eine Frage der Selbstbestimmung?" ins Stadtbüro der Münchner Grünen. Viele Fragen wurden an diesem Abend gestellt und diskutiert. Und es herrschte Einigkeit darüber, dass die genitale Selbstbestimmung ein Menschenrecht ist.