Spendenaufruf für den Worldwide Day of Genital Autonomy

Afrikaner leisten Widerstand gegen Beschneidungsprogramme

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Maria Nareku (CAFGEM-Project Manager), Ulla Barreto (TABU INTERNATIONAL e.V.), Owino Ken (Intact Kenya), Farhiya Abdulkadir (CAFGEM Activist). (v.l.n.r.)
Maria Nareku (CAFGEM-Project Manager), Ulla Barreto (TABU INTERNATIONAL  e.V.), Owino Ken (Intact Kenya), Farhiya Abdulkadir (CAFGEM Activist).  (v.l.n.r.)

Am 7. Mai ist es wieder so weit: Im Gedenken an das "Kölner Urteil" im Jahr 2012 gehen in Köln (und anderen Städten weltweit) wieder Menschen auf die Straße und demonstrieren für das Recht aller Menschen auf genitale Selbstbestimmung. Die Aktionen rund um den 7. Mai thematisieren in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Beschneidungsprogramme in Afrika. Gäste aus den USA und Kenia sollen auf der Demonstration in Köln sowie auf einer Pressekonferenz in Berlin sprechen. Für die aufwändige Aktion werden rund 7.000 Euro benötigt.

Fünf Jahre ist es nun her, dass das Kölner Landgericht eine medizinisch nicht indizierte Vorhautentfernung ("Beschneidung") an einem 2-jährigen Jungen als strafbare Körperverletzung bewertete.

Inzwischen ist der 7. Mai weltweit zu einem Symbol für die Selbstbestimmungsrechte des Kindes unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion und Tradition geworden.

Während sich Kinder-, Menschen- und FrauenrechtlerInnen sowie Ärzteorganisationen auf der ganzen Welt für die Rechte von Kindern auf körperliche und seelische Unversehrtheit einsetzen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Aufklärungsarbeit über alle Formen der Genitalverstümmelung von Kindern leisten, folgen EntwicklungshelferInnen in einigen afrikanischen Ländern in den letzten Jahren einem geradezu bizarren Trend: Beschneidungsprogramme, zur angeblichen HIV-Prophylaxe werden mit Millionen US- Dollar finanziert. Im Namen von u.a. USAID, UNICEF und der Weltbank werden seither unzählige Jungen Opfer von Zwangsbeschneidungen.

Während die Medien der westlichen Welt bis auf wenige Ausnahmen darüber schweigen, kommen im kenianisch/US-amerikanischen Rechercheprojekt vmmcproject.org mit der Hilfe der amerikanischen Journalistin Tess Fish und dem Kenianer Prince Hillary Maloba erstmals Opfer dieser Beschneidungsprogramme aus Kenia und Uganda zu Wort.

Die Bilanz ist erschreckend: Zahlreichen Komplikationen während des Eingriffs und danach, bis hin zur Todesfolge, steht die Erkenntnis gegenüber, dass die HIV-Ansteckungsrate nicht zurück geht, sondern sogar ansteigt.

Anstatt die Programme abzubrechen, weitet man sie jedoch aus. Und da die anvisierten Quoten bei - den oft unwilligen - Erwachsenen nicht erreicht werden, "müssen" zunehmend Jungen beschnitten werden, um das Soll zu erreichen. Mütter werden bereits vor der Geburt ihres Kindes durch einseitige Informationen dahingehend manipuliert in diesen Eingriff einzuwilligen.

Wiederholt wird zudem berichtet, wie Jungen systematisch ohne Wissen der Eltern direkt aus der Schule zur Zwangsbeschneidung "entführt" werden - angelockt mit Softdrinks, Süßigkeiten und falschen Versprechungen. Das ärztliche Personal erhält Prämien zum Erreichen der Zielquoten.

Am 7. Mai sollen nun die afrikanischen Opfer der Beschneidungskampagnen die Möglichkeit erhalten, vorort in Köln über ihre Erfahrungen und ihre Aufklärungsarbeit zu berichten

Um den Gästen aus Afrika und den USA die Reise nach Deutschland und den Aufenthalt hier zu ermöglichen und ihnen die größtmögliche Reichweite organisieren zu können, haben die Veranstalter einen Online-Spendenaufruf gestartet.