BELGIEN. (hpd) Unter anderen mit Berichten darüber, wie in den USA der belgische Bierteufel ausgetrieben wird, warum nur niederländischsprachige Tote bestattet werden dürfen, weshalb Imame nur schwer auszubilden sind, wie Antwerpen sich über den Sankt Nikolas streitet, dass das christliche C überall verschwindet, wie Darwin gegen Gott verteidigt wird und warum Vater Samuel vor Gericht steht.
Amerikaner entfernen belgisches „Satansbier" aus den Regalen
Merchtem, 08.10.2008 - In zwei Geschäften in Mount Pleasant, einer Stadt im amerikanischen Bundesstaat South Carolina, wurde die belgische Biermarke Satan aus den Regalen entfernt, weil Kunden sich dadurch brüskiert fühlten.
Satan wird durch die Brauerei De Block in Peizegem (Merchtem) gebraut. Das Bier kam im vergangenen Jahr auf den Markt, nachdem ein Verbot von Starkbieren aufgehoben worden war. "Wir wollen nicht, dass sich jemand empört", sagte Bill Trull, General Manager der Piggly Wiggly Geschäfte. "Wir sind im Süden der Vereinigten Staaten. Wir müssen vorsichtig sein in dem, was wir unseren Familien anbieten". Auch in anderen Orten in den USA soll das Bier umstritten sein. So haben in Houston Mitglieder einer Kirchengemeinde demonstriert und verlangt, das Bier aus den Regalen zu nehmen. Andernfalls würde die Kirche das Geschäft boykottieren.
Charlotte Rowell vom US-Distributor von Satan sagte, dass "ein christlicher Fundamentalist hinter jedem Baum lauert." Sie verwies auf ein Satansverbot in Florida, nach dem die dortigen Behörden feststellten, dass gerade das Bier viel an Minderjährige verkauft wurde.
Die Brauerei De Block macht sich nach wie vor wenig Sorgen. Nach ihr ist es nur ein Problem in einigen Orten des so genannten Bibel-Gürtels. „Wir haben eine andere Interpretation für den Namen. Der Name bezieht sich auf die harte Arbeit bei den Brauereikesseln, die die Arbeitnehmer früher eine Hölle nannten. Wir sind aber nicht allein: in Belgien gibt es Duvel (Teufel) und Lucifer als Biere, in Frankreich Bière du Demon (Bier des Dämons). (Niederländisch)
Vier von zehn Rassismus-Beschwerden sind ungerechtfertigt
Brüssel, 10.10.08 - Vier von zehn Beschwerden gegen Rassismus und Diskriminierung in 2007 waren nicht gerechtfertigt. Dies zeigt eine Antwort vom Justizminister Jo Vandeurzen (CD & V) auf eine Frage eines Abgeordneten.
Im Jahr 2007 empfingen die Staatsanwälte 1.063 Beschwerden gegen Rassismus oder Diskriminierung. Bei 94 % (996) ging es um Rassismus, 0,6 % (6) um Homophobie und eine weitere 5,7% (61) um Hass gegen andere Gruppen. Von den Beschwerden gegen Rassismus sind jedoch 71 % ohne Folgen geblieben. Von den Beschwerden gegen Homophobie wude die Hälfte und von den anderen Formen der Diskriminierung 62 % abgelehnt. Bis heute sind fünfzehn Menschen rechtskräftig verurteilt worden: vierzehn wegen Rassismus und einer für andere Formen der Diskriminierung. Wegen Homophobie gab es noch keine Verurteilung. (Niederländisch)
Priester will französischsprachig Verstorbene nur in Niederländisch bestatten
Sint-Genesius-Rode, 13.10.08 - Ein Priester hat sich geweigert, einen französisch sprechenden Einwohner zu begraben. Die Familie wollte eine zweisprachige Messe, aber der Pfarrer Baert, von der St. Barbara Gemeinde in Sint-Genesius-Rode, benutzt nur Niederländisch in seiner Kirche. In den so genannten Fazilitätsgemeinden (gemischtsprachige Gemeinde im flämischen Umland Brüssels) müssen alle Messen in der niederländischen Sprache abgehalten werden. Nur eine Kirche pro Gemeinde darf von dieser Regel abweichen. In Sint-Genesius-Rode ist es die Kirche „Unserer Lieben Frau Ursache unserer Freude" und nicht die des Pfarrers Baert. (Niederländisch)
Stoppt die Machtlosigkeit gegenüber „Blood and Honour"!
RésistanceS, 15.10.08 - Ende Oktober trafen die Nostalgiker des Nazismus von „Blood and Honour" (Blut und Ehre) sich einmal mehr in Flandern. In einem in Tageszeitungen veröffentlichten Offenen Brief wird das Verbot der neonazistischen Aktivitäten dieser internationalen Organisation in Belgien verlangt. Mehr als 65 Persönlichkeiten aus Vereinigungen, Universitäten und der kulturellen Welt unterzeichneten die Erklärung, die an die föderalen Innen- und Justizminister gerichtet ist.
Anfang der Achtziger Jahre in Großbritannien gegründet, ist Blood and Honour heute in der ganzen Welt aktiv. In Belgien besteht eine „flämische Division" dieser „Naziskin" - Organisation. Aber auch aus Wallonien und Brüssel besuchen „rasierte NS-Schädel" die Konzertveranstaltungen von „Blood and Honour-Vlaanderen". Einige dieser französisch sprechenden Neonazis sind in der Gruppe Konflikto 28 (K28) aktiv. Sie bilden die Basis der kleine Neonazigruppe Front Eolh Belgica (FEB).
Sie erklären sich offen zum Nazismus. 2006 verhinderten die niederländischen Behörden eine internationale Zeremonie zur Ehre der SS-Soldaten des Zweiten Weltkrieges im niederländischen Limburg. Seitdem sind Belgien und insbesondere die flämische Region Gast dieser jungen Nostalgiker des III. Reiches geworden. Sie organisieren „Naziskin" Musikkonzerte" wie die der „National Socialist Black Metal" (NSBM) und Versammlungen zu Ehre des Nazismus.
Die wallonische Gruppe Combat 18 (18 für den ersten und den achten Buchstaben des Alphabets, also AH ... die Initialen von Adolf Hitler) organisierte Ehren- und Erinnerungsveranstaltungen für Adolf Hitler. Und da Belgien, ein so gastfreundliches Land ist, jedenfalls für die Neonazis, war es ebenfalls für die „deutsche Division" von Blood and Honour möglich, „Naziskin" - Konzerte in verschiedenen flämischen Orten zu organisieren.
Die Justiz- und Innenminister haben jetzt den Wunsch geäußert, Blood and Honour verbieten zu lassen. Patrick Dewael (Open VLD) hat an das Parlament appelliert, um ein Gesetz zu formulieren, das das Verbot von Neonaziorganisationen erlaubt. Der Justizminister, Jo Vandeurzen, sagte aber, dass eine gerichtliche Reaktion hauptsächlich wegen der geheimen Organisation der Aktivitäten von Blood and Honour schwierig ist.
In dem Offenen Brief wird jedoch darauf hingewiesen, dass die auf YouTube veröffentlichten Mitschnitte der Konzerte deutlich die direkten Aufrufe zu Hass und Gewalt gegen Juden, Ausländer, linke Militanten, Homosexuellen beweisen. „Anderen in unserem Land ist ihre Freiheit für weniger als das entzogen worden." Auch zu sagen, dass die Konzerte und Zeremonien von Blood and Honour „privater Art" seien, stelle kein gültiges Argument dar. Für Professor Léo Neels ist das antirassistische Gesetz auch ausdrücklich anwendbar auf „Versammlungen privater Art". Die Schweizer Polizei hat sogar eine der Gruppen eingesperrt, nachdem sie im Belgischen Zandvliet gespielt hatte. (Französisch)
Bereits 34 „Holebi"-Paare adoptierten Kinder
Brüssel, 16.10.08 - Da das Gesetz vom 18. Mai 2006 auch lesbischen, homosexuellen und bisexuellen Paare (Holebis als niederländische Abkürzung) die Adoption von Kindern erlaubt, haben 34 Paare bereits von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Dies betrifft für alle das biologische Kind von einem der beiden Partner. Andere Kinder wurden noch nicht durch Holebis angenommen. Seit der Schaffung des Gesetzes von 2006 adoptierten heterosexuelle Paare 64 Kinder aus Belgien und 556 aus dem Ausland. In 29 Fällen wurde das biologische Kind des Partners adoptiert. Alleinstehende adoptierten 275 Kinder aus Belgien und 120 aus dem Ausland. (Niederländisch)
Ausbildung und Integration der Imame bleiben „toter Buchstabe"
Antwerpen, 17.10.08 - Die Ausbildung der Imame und ihre Integration in die Gesellschaft bleiben „toter Buchstabe". Es gibt noch immer keine Ausbildungsprogramme und es gibt derzeit keinen Imam, der einen Antrag auf Einbürgerungskurse gestellt hat. Das sagte im flämischen Parlament Gino De Craemer (N-VA).
Ende Dezember 2007 wurde durch das Zentrum für Migration und Interkulturelle Studien (CeMIS) der Universität Antwerpen eine Machbarkeitsstudie zu einer Bildungsinitiative für muslimische Kader abgeschlossen. Sie zeigte, dass die Entwicklung einer vollwertigen akademischen Ausbildung für Imame in Flandern auf kurze Sicht unrealistisch ist. Der Bericht schlägt aber vor, in einer ersten Phase mit einer postuniversitären Modulausbildung in islamischen Studien zu beginnen, die theologische und soziale Inhalte umfasst.
Imame sind seit 2007 auch verpflichtet - vom Zeitpunkt, an in dem sie den Antrag zur Ausübung des Amtes stellen - Einbürgerungskurse zu absolvieren. Angeblich hat kein Imam bis jetzt einen Integrationskurs besucht. (Niederländisch)
Französischsprachiges Mädchen soll Opfer ethnischer Gewalt sein
Kapelle-op-den-Bos, 18.10.08 - In der belgischen Presse ist eine Kontroverse um den angeblichen Angriff auf ein vierzehnjähriges Mädchen aus Kapelle-op-den-Bos entstanden, weil sie Französisch sprach.
"Sie spricht Französisch in Flandern: 38 Stiche mit einem Messer." Das stand Freitag in großen Buchstaben auf der ersten Seite der französischsprachigen Zeitung La Dernière Heure. Nach Angaben der Zeitung ist das Mädchen, das zweisprachig, aber französischen Ursprungs ist, nach der Schule auf der Straße durch eine Bande von jungen Menschen angegriffen, weil sie Französisch sprach. „Das wäre eins der wenigen Male, dass der Konflikt zwischen den Gemeinschaften in unserem Land tatsächlich ethnisch inspirierte Gewalt hervorruft. Die Frage ist nur, ob die Geschichte stimmt." Schreibt die niederländischsprachige Zeitung „De Standaard".
Fakt ist bis jetzt, dass der Direktor der Schule eher vermutet, dass es sich um einen Fall von Selbstverstümmelung handelt. Auch die Brüsseler Staatsanwaltschaft sowie die lokale Polizei waren nicht über den Vorfall informiert. La Dernière Heure steht nach wie vor hinter der Geschichte und legt ein ärztliches Attest vor, das zeigt, dass die Kratzer das Ergebnis einer Aggression sind. Demgegenüber meint De Standaard, dass diese Zeitung schon öfter schreckliche Geschichten zur Illustration "Flämischer Aggression" brachte. Anfang dieser Woche wurde dort noch ein Priester in Sint-Genesius-Rode vorgeführt, der sich angeblich weigerte, eine Bestattungsmesse in Niederländisch und Französisch durchzuführen (siehe obige Notiz vom 13.10). (Französisch) und (Niederländisch)
Antwerpen streitet über Sankt Nikolas
Antwerpen, 20.10. - Der geplante Einzug von Sankt Nikolas in Antwerpen hat im Stadtrat für Diskussionen gesorgt. Zwei oppositionelle Parteien (Vlaams Belang und Lijst Dedecker) stellten Fragen über den Vertrag, den die Stadt jedes Jahr dazu mit dem Fernsehkanal VRT abschließt. Nach Vlaams Belang sind die 114.950 Euro, welche die Stadt an VRT zahlt, zu hoch. Die Partei bezweifelt außerdem, ob die Aktion der Stadt einen Werbeeffekt bringt. Lijst Dedecker verlangte, dass die verteilten Süßigkeiten und Getränke möglichst gesund sein sollten, was bis heute nicht der Fall ist. Die Diskussion führte noch zu weiterer Aufregung, als Stadtrat Maya Detiège (SP-A) die Existenz von Sankt Nikolas in Zweifel zog. Die Mehrheit genehmigte aber schließlich doch den Einzug des heiligen Mannes. (Niederländisch)
Rückkehr zu den Quellen
Löwen, 21.10.08 - Der Fusionsvorgang von vier universitären Einrichtungen, um eine große katholische Universität von Löwen zu schaffen, ist auf den Weg gebracht. Wenn alles geht wie vorgesehen, müsste die große Universität von Brüssel und Wallonien im Jahre 2010 starten.
Auf einer ersten gemeinsamen Versammlung fragten Professoren, ob es nicht an der Zeit sei, zur ursprünglichen Benennung der Alma Mater zurückzukehren, nämlich: „Universität Löwen" anstatt der heutigen „Katholische Universität von Löwen" (UCL). Das C für „katholisch" aufzugeben ist kein Verzicht auf ihre Wurzeln, sagen fünf ihrer Professoren. Im Gegensatz zu dem was viele denken, stattete sie sich mit dem Beiwort „katholisch" erst 1835 aus - als Reaktion auf die Gründung der laizistischen „Freien Universität von Brüssel" (ULB) durch den antiklerikalen Katholiken Pierre Theodor Verhaegen. Die fünf Professoren betonten, dass das Vorgehen nicht gegen die „löwenschen Prinzipien" gerichtet ist. Es folgt den Lauf der Zeit: Die christlich soziale Politik habe auch nicht auf alle christlichen Werte verzichtet, nachdem sie sich „humanisiert" hat. Und die Federation der katholischen Scouts hat, nachdem sie sich von ihrem C getrennt hat, auch nicht ihre Feldgeistlichen verurteilt. Zur Benennung Universität Louvain zurückzukehren, würde wieder an ihre Wurzeln aus dem XVI. Jahrhundert anknüpfen, wo sie eines der Hauptzentren der Verbreitung des Humanismus war. Schließlich bliebe Löwen ohne C nicht weniger christlich: Ihre Theologiefakultät wird nicht abgeschafft, und es kommt auch nicht infrage, ihr Logo mit der „Jungfrau der Weisheit" zu verändern oder sogar die Kruzifixe in den Büros und den Auditorien abzuhängen.
Die Initiatoren verweisen außerdem darauf, dass in der Brüsseler Region mehr als die Hälfte der Minderjährigen von ausländischem Ursprung sind. Diese hauptsächlich muselmanischen Jugendlichen müssen sich in Löwen auch wohl fühlen, ebenso wie die etwa 5.000 Studenten ausländischen Ursprungs der Freien Universität Brüssel, das heißt ein Viertel der Studentenschaft dort. (Französisch 1) und (Französisch 2)
Flamen ethisch immer progressiver
Leuven, 21.10.2008 - Die Flamen sind ethisch zunehmend progressiver, sagt ein Untersuchung der Wahlergebnisse vom Löwenschen Professor Marc Swyngedouw aus.
Swyngedouw stellte drei ethischen Fragen an die flämischen Wähler: über Abtreibung, Euthanasie für Minderjährige und die Adoption von Kindern durch Lesben und homosexuelle Paare. Jedes Mal war fast sechzig Prozent für eine Lockerung der Bestimmungen. Swyngedouw untersuchte die zugrunde liegenden philosophischen Fragen in Flandern und kommt auf 52 Prozent Fortschrittliche, 24 Prozent ethischen Konservativen und 24 Prozent Unentschiedene. "Die flämischen Wähler werden seit 1991 immer deutlich toleranter in ethischen Fragen", sagte Swyngedouw. Die Konservativen sind immer noch zu finden bei den CD & V / N-VA-Wählern (Christendemokraten) und Vlaams Belang. Die anderen Parteien, mit „Groen!" (die Grünen) an der Spitze, haben eine klare progressive Mehrheit. Swyngedouws Studie untersuchte auch die Haltung der flämischen Wähler in Richtung Umwelt- und Kernenergie. Drei Viertel empfinden den Klimawandel als ein ernstes bis sehr ernstes Problem. Aber nur weniger als dreißig Prozent der flämischen Wähler sind einverstanden mit der Stilllegung der Kernkraftwerke bis zum Jahr 2015, 47 Prozent wünschen dies nicht. (Niederländisch)
Credit Card gegen Kinderpornografie
Brüssel, 22.10.08 - Nach niederländischem Vorbild will Herman De Croo (Open VLD) die Kreditkarte von Internet-Pädophilen sperren lassen. Laut De Croo ist es technisch möglich, um mittels der Kreditkarte zu überprüfen, wer sich im Internet Kinderpornografie anschaut und mit einer Kreditkarte bezahlt. So kann, ohne die Intervention eines Richters, die Karte gesperrt werden. Eine neue Kreditkarte zu beantragen wird dann sehr schwierig, weil die Kreditkarten-Unternehmen die Daten untereinander austauschen. (Niederländisch)
Flämisches Radsportteam fördert den Glauben
Sint-Truiden, 24.10.2008 - PAXX Global Cycling ist der Name eines neuen flämischen Radsportteams. Tony Stippelmans (56) aus Sint-Truiden war der Promotor, weil er glaubt, dass das Radfahren eine Dosis „Wertvitamine" benötigt. Er hofft, dass sein Team zu einer neuen Sportkultur beitragen kann. PAXX enthält Frieden („PAX") und Christus (das zweite 'X'). Zuvor organisierte Tony Stippelmans Auftritte von Sängern oder Gruppen, die für ihren Glauben eintreten. „Der Radsport ist zur Beute der Kommerzialisierung geworden. Wo sieht man noch wahre Freundschaft? Es gilt jeder für sich, nur Leistung zählt, obwohl ich glaube, dass Selbstaufopferung als christliche Tugend im Sport benötigt wird."
Das PAXX-Team ist in mehrfacher Hinsicht bescheiden. Die Fahrer werden nicht bezahlt. Sie arbeiten jeden Tag normal und starten daher mit einer Behinderung. Sie lehnen auch Doping ab. „Die Spitze ist nicht unser Ehrgeiz, sondern eine solide Leistung ", sagt Stippelmans. Es gibt keine Sponsoren und auf den Trikots stehen nur zwei Namen aus dem Non-Profit-Sektor, die wir fördern wollen: eine NRO, die mit Straßenkindern arbeitet und das Flevo Festival, wo christlich inspirierte Musik gespielt wird." Bereits 16 Fahrer sind Mitglied. (Niederländisch)
Muslimische Partei gegen Kopftuch-Verbot in Antwerpen
Antwerpen, 27.10.08 - Einige Einwanderer in Antwerpen arbeiten an einer neuen muslimischen Partei für die Kommunalwahlen von 2012. Sie wollen vor allem Stimmen von der sozialdemokratischen Partei (SPA) wegnehmen. Die neue politische Formation wird MOSLIM genannt und die Militanten rechnen wegen des Kopftuchverbots mit einem großen Erfolg innerhalb der islamischen Gemeinschaft. Darüber hinaus finden sie, dass die Stadt zu wenige Initiativen gegen den Rückstand der Einwanderergemeinschaft im Bildungs- oder Arbeitsplatzbereich entwickelt. (Niederländisch)
Kann das Recht aus dem religiösen Raum verbannt werden?
Mons, 04.11.08 - Können die belgischen Zivilgerichte in Streitsachen intervenieren, die sich aus dem religiösen Leben ergeben? Das ist das Thema eines Prozesses in Mons. Das Berufungsgericht wurde aufgefordert, ein Urteil zu untersuchen, das eine Ausschlussmaßnahme von der Kongregation der Religiösen von Saint-André gegen eine evangelische Christin (jetzt Pastorin in Paris geworden) betrifft. Was hier auf dem Spiel steht, ist die Anwendbarkeit der Normen des allgemeinen Rechts auf die Organisation der Kulte, die von einer durch die Verfassung anerkannten Autonomie profitieren.
Die Klägerin, Agnès von Kirchbach, durfte 1975 in die Kongregation von Saint-André eintreten, um dort eine Ausbildung für das religiöse Leben zu erhalten.1992 teilte man ihr das Ende ihrer Zugehörigkeit zur Kongregation mit und sie war gezwungen sie sofort zu verlassen. Seitdem bestreitet sie diesen Ausschluss, da sie im Voraus keine Warnung bekam, zu keinem Zeitpunkt ihr die Gründe des Ausschlusses mitgeteilt wurden und nie aufgefordert wurde, ihre Verteidigung geltend zu machen.
Um ihre Entscheidung zu rechtfertigen, behauptete die Kongregation, dass Agnès von Kirchbach in Anbetracht ihrer evangelischen Zugehörigkeit nicht mit den Rechten und den Garantien, von denen die anderen Mitglieder profitierten, rechnen konnte.
Die Rechtsanwälte der Klägerin glauben, dass die Entscheidung die Regeln der Zuständigkeit der betroffenen Autorität und das anzuwendende Verfahren widersprechen.
Die Schwestern von Saint-André plädieren demgegenüber für die Unfähigkeit der Zivilgerichte, indem sie sich auf den verfassungsmäßigen Grundsatz der Autonomie der Kulte berufen. Die Anwälte von Agnès von Kirchbach bestreiten die Reichweite dieses Grundsatzes. Er gilt nicht für das religiöse Leben in privater Gemeinschaft. Die Regeln der zivilrechtlichen Haftung sind hier anzuwenden. Den Versuchscharakter einer Teilnahme am Leben einer ökumenischen katholischen Gemeinschaft zu kennen, „impliziert nicht, dass man auf den Vorteil jedes normativen Schutzes verzichtet, weder mit Bezug auf das Recht des Staates, noch mit Bezug auf das Recht der Kirche." Der Eintritt in das religiöse Leben bedeutet keineswegs eine Art „Ziviltod."
In erster Instanz hatte das Gericht der Kongregation Recht gegeben, weil man vor einer internen Entscheidung über die Organisation des katholischen Kultes steht. (Französisch)
Darwin gegen Gott? Der Umgang mit Wissenschaft und Überlieferung.
Flandern, 04.11.08 - Die Humanistische Freisinnige Vereinigung, der Masereel Fonds, die Universitäten in Gent und Antwerpen bieten in mehreren Provinzen im Zeitraum November 2008 - März 2009 eine Reihe von Vorträgen und Debatten an, die gegen Intelligent Design und Kreationismus gerichtet sind. Die Aktivitäten bilden, wo dies möglich ist, ein Triptychon.
Im ersten Teil des Triptychons wird ein Blick auf die Evolutionstheorie geworfen. Die Gelegenheit wird benutzt, um ein paar, leider beliebte Missverständnisse aus der Welt zu helfen: Stammt der Mensch vom Affen ab? Führt Evolution zu Perfektion? Ist die Natur zu komplex, um durch eine Anhäufung von Zufällen erklärt zu werden? Etc.
Der zweite Teil lenkt die Aufmerksamkeit auf die heiligen Geschichten, die heiligen Bücher, die Überlieferungen. So z. B.: Ist das wirklich ein göttliches Wort? Oder ein Versuch von Menschen, um Werte in eine Geschichte zu gießen und zu erklären.
Der dritte Teil handelt von der Gesellschaft und gesellschaftlicher Wahl. Warum können Kreationismus und Intelligent Design nicht als Wissenschaft betrachtet werden? Was sind die wahren Absichten der Menschen, die - oft mit sehr viel Geld - den Kreationismus propagieren, und nicht vor rechtlichen Schritten zurückschrecken? Etc. (Niederländisch)
Zugleich entwickelte die Theatergruppe „De Goesting" in Zusammenarbeit mit Prof. L. Braeckman (Uni Gent) und dem Museum für Naturwissenschaften einen Monolog über Darwin und seine Ideen. Ein Akteur übernimmt die Rolle von Darwins Assistenten und erzählt mit Beispielen aus seiner Sicht über die Leitlinien der Evolutionstheorie. Die Vorstellung dauert 60 Minuten und ist für Grund- und Sekundarschulen gedacht. Sie kostet 300 Euro. Vom Museum wurde ein begleitender Lehrerbrief entwickelt. (Niederländisch)
Antisemitismus bringt rechten Parteivorsitzenden zu Fall
Brüssel, 06.11.08 - Michel Delacroix musste als Vorsitzender der rechtsextremen Partei Front National. (FN) zurücktreten, nachdem ein Film aufgetaucht war, in dem er eine antisemitische Parodie über die Vernichtungslager der Nazis singt. "Meine kleine Jüdin ist in Dachau. Sie sitzt im Kalk. Sie hat ihr Getto verlassen, um lebendig verbrannt zu werden", so der Text. Die Bilder scheinen bei einem Treffen mit Familie oder Freunden aufgenommen zu sein.
Das Zentrum für Chancengleichheit und die Bekämpfung von Rassismus hat jetzt eine Beschwerde gegen Delacroix beim Staatsanwalt eingereicht. Die Partei erklärte daraufhin, dass Delacroix als Parteivorsitzender und von seinen anderen Parteifunktionen zurückgetreten ist. Senator will er aber bleiben, sagte er. Justizminister Jo Vandeurzen erklärte im Senat, dass er Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen hat, welche die Polizei bereits um eine Anzeige gebeten hat. Luc Van Keerbergen, Ratsmitglieder für Vlaams Belang in Machelen, ist einer der anderen Leute, die im Film mitsingen. Auch er wurde aus seiner Partei ausgeschlossen.
Der Film wurde vor 2 Jahren durch die Ehefrau von Delacroix aufgenommen und sie hat jetzt die Scheidung beantragt. Der Film war Bestandteil des Scheidungsdossiers. (Niederländisch 1) und (Niederländisch 2)
„Vater Samuel" in Bedrängnis
Montignies-sur-Sambre, 13.11.08 - Vater Samuel war Gegenstand mehrerer Durchsuchungen in seiner Kirche Saint-Antoine-de-Padoue von Montignies-sur-Sambre und im Sitz seiner Gesellschaft in Molenbeek. Es besteht der Verdacht auf Geldwäsche und Vertrauensmissbrauch über eine Summe von 500.000 Euro. Der Staatsanwalt zitierte insbesondere den Fall von Angehörigen, Familienmitgliedern des Vater Samuel, „die Neffen", die seit etwa zehn Jahren wichtige Investitionen in Immobilien tätigten.
Es sind nicht die ersten gerichtlichen Abenteuer, die den Priester betreffen. Er ist bereits vor der Strafkammer von Charleroi wegen der Aufforderung zum Rassenhass erschienen. Vater Samuel, der in Kurdistan im Jahre 1942 unter der Identität von Samuel Ozdemir geboren wurde, hat diesen Namen abgelegt, um jenen von Charles Clément Boniface zu wählen.
Als katholischer Priester hatte er wegen seiner Stellungnahmen gegen das zweite Vatikanische Konzil Streit mit seiner Hierarchie. Nach mehreren Jahren eines juristisch-religiösen Kampfes wurde er schließlich von seinen Funktionen im Jahre 1990 entbunden. Er hat dann seine Kirche in einem Schuppen von Gosselies untergebracht und sammelte als Vater Samuel Tausende Getreue, die seinen Stunden dauernden Messen in Latein folgen.
Im Jahre 2001 hat er für 400.000 Euro die Kirche Saint-Antoine-de-Padoue in Montignies-sur-Sambre und das benachbarte Kloster gekauft. Im Jahre 2002 war Vater Samuel Gegenstand einer Klage des Zentrums für die Chancengleichheit und die Bekämpfung des Rassismus. Sie klagten insbesondere gegen seine Ausführungen über das Thema „jedes muselmanische Kind, das geboren wird, ist eine Bombe" oder seine Schriftstücke zu „den Engelsversen". Nach mehreren Monaten Sitzung war die Strafkammer des Landgerichts von Charleroi im September der Ansicht, dass die Tatsachen für einen Teil verjährt sind. (Französisch 1) und (Französisch 2)
Redaktion und Übersetzung: Rudy Mondelaers




