„Friede den Hütten, Krieg den Palästen”

Karl Georg Büchner

* 17. Oktober 1813 in Goddelau, Hessen; Δ 19. Februar 1837 in Zürich;
Dichter und Naturwissenschaftler. Obwohl er sehr früh starb, war er einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller. Zudem hat er im „Vormärz” herausragend politisch gewirkt.

Mit seiner berühmten Flugschrift „Der hessische Landbote” trat er für eine sozialrevolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft ein.
Nachdem er 1831 seine Schulzeit am humanistischen Gymnasium in Darmstadt beendet hatte, nahm Büchner ein Medizinstudium in Straßburg auf. In Frankreich wurde er mit Programmen und organisierten Gruppen der Opposition gegen das „Bürgerkönigtum” Louis Philipps bekannt. Er trat immer häufiger für politische Freiheiten ein und hielt auch Vorträge über die politischen Verhältnisse in Deutschland.

Ab 1833 ging er nach Gießen und setzte sein Studium über vergleichende Anatomie und Philosophie fort. Er befasste sich ausführlich mit der Geschichte der Französischen Revolution wurde direkt mit der repressiven Politik eines deutschen Kleinstaats konfrontiert.

Bereits in Straßburg war seine Idee gereift, gegen die bestehenden Verhältnisse notfalls mit Gewalt zu opponieren. Er nahm bald eine führende Rolle in der politischen Opposition Oberhessens ein und gestaltete die liberal-demokratischen Ansichten zu sozialrevolutionären Idealen mit um. 1834 gründete er die "Gesellschaft für Menschenrechte” eine Geheimorganisation nach französischem Vorbild, deren Ziel ein Umsturz der politischen Verhältnisse war. Unter dem Motto „Friede den Hütten, Krieg den Palästen” verfasste er die Flugschrift „Der Hessische Landbote”.

Obwohl die Schrift vor ihrer Veröffentlichung gegen Büchners Willen erheblich entschärft worden war, führte sie zur Verfolgung der Gruppe um Büchner.

Unter dem Einfluss der Lektüre Spinozas und Rousseaus begann Büchner zu jener Zeit seinen Erstling „Dantons Tod” zu schreiben. Dantons Tod beschreibt das Scheitern der Französischen Revolution, wobei sein literarischer Danton von Beginn an die Sinnlosigkeit seines Unternehmens erkennt. Büchners deterministische Grundhaltung kommt hier zum Tragen.

Nachdem er der Vorladung eines Untersuchungsrichters wegen seiner politischen Aktivitäten nicht Folge leistete, wurde er steckbrieflich gesucht und musste 1835 über Straßburg nach Zürich fliehen. Ab Ende 1835 befasste er sich wieder mit den Naturwissenschaften und vollendete im folgenden Jahr seine Dissertation. Auf der Basis seiner Arbeit und der Vorlesungen, die er hielt, wurde Georg Büchner die Doktorwürde der Universität Zürich verliehen. Ab 1836 begann er dort mit einer Lehrtätigkeit als Privatdozent.

Schon vor seiner Übersiedlung nach Zürich hatte Büchner mit der Arbeit am „Woyzeck” in Straßburg begonnen, aber das Werk blieb ein Fragment.
In dieser Zeit entstand auch sein satirisches Lustspiel „Leonce und Lena”. Es unterscheidet sich stark von den anderen Werken, da es romantisch geprägt ist, obwohl Büchner sonst einen sehr realistischen Stil vertritt. Ein weiteres Drama über den antiklerikalen Dichter der Renaissance Pietro Aretino ist verschollen. Vermutlich hat es seine Verlobte, die Tochter eines evangelischen Pfarrers, wegen seiner atheistischen Tendenzen verbrannt.

Büchner glaubte nicht an einen persönlichen Schöpfergott.
Am 2. Februar 1837 erkrankte er schwer an Typhus und starb wenig später. Möglicherweise hatte er sich bei der Arbeit an seinen Präparaten infiziert.

Die beiden Werke „Woyzeck” und „Leonce und Lena” kamen erst nach Büchners Tod auf die Bühne. Sie beeinflussten maßgeblich die Entwicklung des deutschen Dramas. „Woyzeck” gilt als Vorläufer der naturalistischen Dramen, in denen Themen wie Armut und soziale Unterdrückung im Zentrum standen.