Rote Hände - gegen Einsatz von Kindersoldaten

BERLIN. (hpd) Berliner Lebenskundelehrer/innen beteiligen sich mit ihren Schüler/innen am weltweiten „Red Hand Day 2008/2009 - Aktion Rote Hand“. Eine Million rote Hände gegen den Missbrauch von Kindern in Kriegen.

Die Lebenskundelehrerinnen und -lehrer des Humanistischen Verbandes, Landesverband Berlin, haben aufgerufen (PDF im Anhang), sich an dieser weltweiten Aktion zu beteiligen. Mit ihren etwa 47.000 Schülerinnen und Schülern wollen sie bis zum 30. Januar 2009 20.000 rote Hände als Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten sammeln.

Seit dem 12. Februar 2002 ist gemäß einem Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention der Missbrauch von Kindern als Soldaten verboten. Leider hat sich die Zahl der Kindersoldaten seither kaum verändert, denn immer noch sind, internationalen Schätzungen zufolge 250.000 bis 300.000 Kindersoldaten, meist in offiziellen Armeen oder Rebellenverbänden, im Einsatz. Zwangsrekrutiert und zum Kämpfen gezwungen sind sie in vielen bewaffneten Kriegsparteien fester Bestandteil der militärischen Infrastruktur.

Der Lebensalltag vieler Kinder in bewaffneten Konflikten ist durch Krieg, Gewalt und Zerstörung geprägt. Mit falschen Versprechungen und einem geringen Sold gelockt, unterliegen sie - wie alle Soldaten - dem Gesetz von Befehl und Gehorsam, d.h sie müssen gehorchen, ohne den Sinn in Frage zu stellen.

Kindersoldaten, die auch als Flüchtlinge in Deutschland leben, sind Opfer schwerster Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen. In Deutschland gelten sie als Fahnenflüchtige ohne politische Verfolgung. Ehemalige Kindersoldaten haben im deutschen Asylverfahren kaum eine Chance, weil Fluchtgründe wie Rekrutierung als Minderjährige oder Ermordung der Eltern nicht als asylrelevant anerkannt werden (nach einer Studie von terre des hommes)

Die Rote Hand ist das Protestsymbol gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen. Sie wurde von der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers eingeführt, einem Bündnis von sieben internationalen Organisationen, darunter terre des hommes.

Ziel dieser weltweiten Aktion ist das Übergeben von einer Million roter Hände am Red Hand Day 2009, 12. Februar, dem Internationalen Kindersoldaten-Gedenktag, 2009, an UN-Politiker in New York.

GG

Fotos: Susan Navissi

Bildunterschriften

redhand: Swetla Passlack, Luna Polzin und eine weitere Lebenskundelehrerin gestalten ihren Impuls für die Aktion
redhand1: Annelie Wegener, Koordinatorin des Bildungsbereichs des HVD Berlin, setzt ein Zeichen
redhand1a: Annelie Wegeners Hand und Kommentar
redhand2: Jaap Schilt, Philosoph, HVD Berlin, und Maria Kammertöns, Lebenskundelehrerin der Aziz Nezin Europaschule: NEIN zum Einsatz von Kindersoldaten!!!
redhand3: Neue Kolleginnen, u.a. Corinna Steinwärder und Frauke Urban Pohl, mit roter Hand und Lust auf Unterricht mit Kopf und Herz
redhand4
: Werner Schultz, Leiter des Bildungsbereichs im HVD Berlin, mit roter Hand und einem Lächeln - nach einem langen Arbeitstag