Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

Artikel der Autorin

Symbolbild

Haft wegen Missbrauchs für Papst-Vertrauten

Die seit Anfang 2019 laufenden Ermittlungen gegen den ehemaligen Bischof von Orán wegen Missbrauchs von Seminaristen endeten nun mit einer Verhandlung samt Verurteilung. Gustavo Óscar Zanchetta erhielt eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Dem argentinischen Ex-Bischof wird ein enges Verhältnis zum aktuellen Papst nachgesagt.

USA: "After School Satan Clubs" sorgen für Aufregung

Die Donovan Elementary School in Lebanon im Bundesstaat Ohio hat seit dem 27. Januar einen eigenen "After School Satan Club" des Satanic Temple. Proteste von Eltern und Großeltern, die ihre Kinder und Enkel mit religiösen Inhalten um Jesus und Co. gehirngewaschen haben und nun eine Hirnwäsche der Kinder zum Satanismus fürchten, blieben nicht aus. Währenddessen freut sich der Satanic Temple nicht nur über die Aufmerksamkeit, sondern nutzt die Chance, um über tatsächlich religiös motivierte Schul-Clubs aufzuklären.

Kenia: Atheistische Organisation fordert Lärmreduktion bei Kirchen und Moscheen

Gottesdienste, vor allem bei großen Gemeinden, die Lautsprecher verwenden und ganze Nächte durchbeten und -singen, können die komplette Nachbarschaft wach halten. Kenias atheistische Organisation ruft nun Kirchen und Moscheen dazu auf, ihre Lärmverschmutzung zu reduzieren. Rückhalt finden sie dabei in der kenianischen Gesetzgebung zur Vermeidung von Lärm. Einen ersten Erfolg gibt es mit dem Versprechen einer Kirche, die Lautstärke zu reduzieren, bereits.

Ghana: Kirche fordert Verschiebung des Wahltages

In Ghana wird alle vier Jahre am 7. Dezember gewählt. 2024 soll es wieder so weit sein und sowohl das Staatsoberhaupt als auch die Parlamentszusammensetzung gewählt werden. 2024 jedoch fällt der 7. Dezember auf einen Samstag. Ein Tag, der für Gläubige der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten Ruhetag ist.

Spanien: Wie das Verbot, Schwangere vor Abtreibungskliniken zu belästigen, umgangen werden soll

Vor spanischen Abtreibungskliniken erleben ungewollt Schwangere immer wieder furchtbare Szenen. Fremde Männer bedrängen sie, zeigen ihnen Fotos und erzählen Horrorgeschichten. Dies soll bald ein Ende haben, indem für solche Formen von Belästigung sogar Gefängnisstrafen drohen. Nicht einverstanden sind rechte Parteien und eine christliche Anwaltsvereinigung, die Tipps gibt, wie Aktivist*innen auch in Zukunft vor Kliniken "beten und informieren" können.

USA: Religiös begründete Ablehnung der Impfung gegen Covid-19

In den USA lehnen etwa 10 Prozent der Bevölkerung eine Impfung gegen das Coronavirus aus religiösen Gründen ab. Dies sorgt bei einer Mehrheit von 60 Prozent der Menschen für Verärgerung. Mit besonderer Verwunderung werden religiös begründete Ausnahmen von der Impfpflicht bei den Streitkräften aufgenommen. Während im Dezember 2021 noch Konsequenzen für die Impfverweigerung angedroht wurden, gewährte das Marinekorps Mitte Januar 2022 bereits zwei Ausnahmen.

Spanien: Katalonien rehabilitiert vermeintliche Hexen

Am 26. Januar 2022 hat das katalanische Parlament mit großer Mehrheit einem Antrag zugestimmt, der als Hexen getötete Frauen rehabilitieren soll. Das Magazin Sapiens hatte mit seiner "Sie waren keine Hexen, sie waren Frauen"-Kampagne den Ausschlag gegeben, dieses Kapitel katalanischer Geschichte zu beleuchten. Die Hexenjagden sollen als die misogynen Verfolgungen bezeichnet werden, die sie waren, die Namen der Betroffenen Frauen sollen gesammelt und teilweise Straßen nach ihnen benannt werden. Auch auf den Stundenplan soll das Thema gebracht werden.

Palacio de las Cortes, Sitz des Abgeordnetenhauses

Spanien: Parlament plant Untersuchungskommission zu kirchlichem Missbrauch

Das spanische Parlament hat – trotz der Gegenstimmen rechter Parteien – den Weg für eine unabhängige Kommission zur Untersuchung sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der katholischen Kirche frei gemacht. Ob es eine parlamentarische Untersuchungskommission oder eine Expertenkommission sein wird, wird höchstwahrscheinlich am 15. Februar entschieden. Damit folgt Spanien anderen Ländern wie Australien und Portugal. Nun ist es an Deutschland, rasch nachzuziehen.

Pakistan: Frau wegen blasphemischer WhatsApp-Nachrichten zum Tode verurteilt

Im Mai 2020 war die Muslimin Aneeqa Ateeq festgenommen worden. Per Messengerdienst WhatsApp und über das Soziale Netzwerk Facebook soll sie blasphemische Nachrichten und Karikaturen verbreitet haben. Nun ist sie zu einer Geldstrafe, 20 Jahren Gefängnis und Tod durch den Strick verurteilt worden. Die Anschuldigungen sollen von einem verschmähten Mann stammen und die Verteidigung mangelhaft gewesen sein.