Offizier, Pazifist, Schriftsteller und Journalist

Kurt von Tepper-Laski

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* 8. August 1850 in Stabelwitz, Kreis Breslau, Δ 5. Februar 1931 in Berlin;
Offizier, Schriftsteller und Journalist mit pazifistischem und humanistischem Engagement.

Im Krieg von 1870/71 ausgezeichnet, nahm der aristokratische Offizier Kurt von Tepper-Laski als Rittmeister seinen Abschied, nachdem er wegen seiner Weigerung, eine Wache vor einer jungen Prinzessin strammstehen zu lassen, strafversetzt werden sollte. In seiner „Gesinnung ein Mensch im Geiste der Quäker gegenüber Menschen und Tieren”, nutzte der Freidenker und Bewunderer der französischen Kultur seine internationalen Verbindungen als Sportreiter, um für die Bestrebungen des Pazifismus zu werben.

Insbesondere trat er für die deutsch-französische Verständigung ein. 1913 ermöglichte er durch materielle Hilfe die Begegnung deutscher und französischer Journalisten in Brüssel. Mit Bruno Wille und Wilhelm Bölsche gründete er 1900 als ein Propagandist der Kirchenaustrittsbewegung den „Giordano Bruno-Bund” in dessen Vorstand er gewählt wurde.

1906 unterstützte er die Gründung des Deutschen Monistenbundes (DMB). Tepper-Laski bekämpfte die auswärtige Politik und die Rüstungen des Kaiserreichs und wandte sich, einen europäischen Krieg voraussehend, scharf gegen die große Wehrvorlage von 1913, weshalb ihn der Vorwärts als „weißen Raben” bezeichnete. Die einstimmige Kriegskreditebewilligung des Reichstages vom 4. 8. 1914 ließ ihn zunächst angesichts des ihm vor Augen stehenden Kriegselends an Selbstmord denken.

Ende August 1914 beteiligte er sich an der Gründung des Bundes Neues Vaterland, der sich gegen die Kriegspolitik des Kaiserreichs stellte und übernahm dessen Vorsitz. Am Rande einer Konferenz europäischer Pazifisten in Den Haag (April 1915) bemühte er sich, den diplomatischen Boden für die Beendigung des Krieges zu bereiten, scheiterte aber an der ablehnenden Haltung des Auswärtigen Amtes. In Artikeln und Briefen prangerte er die Sabotage der Friedenschancen und die Verletzung der belgischen Neutralität durch deutsche Truppen an. Im November 1915 wurde Tepper-Laski wegen „Landesverrats” angeklagt. Nach seiner Freilassung unterlag seine Korrespondenz dauernder amtlicher Überwachung. Da er das kaiserliche Regime für den Krieg und dessen Verlängerung verantwortlich machte, sprach er sich im Sommer 1918 für den Sturz der Hohenzollernmonarchie aus. 1919 zog sich Tepper-Laski aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück.
 

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