Ein weltweit einflussreiches Gesetzeswerk

„CODE CIVIL“ verabschiedet

Vom „Ersten Konsul“ der Französischen Republik, Napoleon Bonaparte, wurde der CODE CIVIL verabschiedet. Dieses Gesetzeswerk machte in der europäischen Rechtsgeschichte Epoche und beeinflusste weltweit das Rechtswesen im bürgerlich-modernen Sinn.

Der CODE CIVIL war von einer Kommission als Gesetzesvorschlag vorbereitet worden und lag bereits seit 1801 vor. Napoleon selbst nahm bei der Ausgestaltung des Codes nur im Bereich der Familie teil. Er legte darin vor allem Wert auf die Stärkung der Autorität des Vaters und Ehemannes.
Dieses Regelwerk war erstmals eine freiwillige Konvention des Volkes und kein von oben herab (von Regierungsoberhäuptern oder Gott) beschlossenes Gesetz. Die Prinzipien der Französischen Revolution (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit) bildeten die Grundlage für dieses Gesetzeswerk. Die vielen Grundrechte der Bürger wurden in praktikable Regeln umgesetzt. Der CODE CIVIL garantierte allen männlichen Bürgern Gleichheit vor dem Gesetz, persönliche Freiheit, Schutz des Privateigentums, Gewerbefreiheit, Abschaffung des Zunftzwanges und freie Berufswahl. Damit schuf er gleichzeitig die juristischen Grundlagen für die Entfaltung des Kapitalismus. Darüber hinaus beinhaltete der CODE CIVIL die Trennung von Staat und Kirche und die Entwicklung eines staatlichen Personenstandswesens, durch die Aufzeichnung der Geburts- und Todesfälle. Der CODE CIVIL galt auch in den, seit 1801 dem Kaiserreich Napoleons zugehörigen, Teilen des Heiligen Römischen Reiches.

Er war somit das erste demokratische Gesetzbuch der Neuzeit. Wegen seiner hohen Qualität wurde der CODE CIVIL sehr oft rezipiert. In vielen Staaten Europas und in Übersee wurde er entweder übernommen oder übte einen starken Einfluss auf die Gesetzgebung aus.