BERLIN. (hpd) Als „Straßenkind für einen Tag“ beteiligten sich Neuköllner Lebenskundeschüler/innen heute auf dem „Alex“ am bundesweiten Aktionstag des Kinderhilfswerkes „terre des hommes“. Sie putzten Schuhe, sangen, verkauften Zeitungen und Kekse. Damit wollten sie auf die Rechte der Kinder aufmerksam machen.
„Wir wollen mitmachen und den Straßenkindern und Jugendlichen helfen, dass sie einen Ort haben an dem sie beschützt werden“, so die Kinder der Klasse 5a der Richard Grundschule. Gemeinsam mit ihrer Lebenskundelehrerin, Susan Navissi, machten sie mit Ihrer Aktion auf die rund 30 Millionen Straßenkinder weltweit aufmerksam. Weder zusätzliche Unterrichtsstunden, noch ein harter Arbeitstag auf dem Alexanderplatz haben sie abgeschreckt. Sie haben geplant, getextet, Kartons gebastelt, in denen sich die zu verkaufenden Zeitungen, Flyer und Kekse befanden.
Etwa 2000 Kinder und Jugendliche in nahezu 60 Städten beteiligten sich an dem Aktionstag, der an die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 1989 erinnern soll.
Die meisten Passanten spendeten Geld oder kauften Kekse, Zeitungen und Informationsmaterial. Das eingenommene Geld spenden die Kinder an terre des hommes, um verschiedene Projekte mitzufinanzieren. Im Mittelpunkt der Aktion steht unter anderem das Projekt »Krousar Thmey« in Phnom Penh, der Haupstadt Kambodschas. Krousar Thmey setzt sich für die Rechte von Straßenkindern ein und bietet ihnen Unterricht, Unterschlupf und vielleicht einen Weg zurück in die eigene Familie.
In Deutschland gibt es inzwischen etwa 9000 Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, allein in Berlin etwa 2000. Deshalb werden in diesem Jahr auch zwei deutsche Projekte unterstützt (Fixpunkt und Karuna), die sich besonders für drogengefährdete Jugendliche, die auf der Straße leben, einsetzen.
Als prominente Botschafterin unterstützt Regina Halmich, mehrfache Boxweltmeisterin, die Aktion und boxte am Nachmittag für Straßenkinder und die SchülerInnen der Klasse 5a in der Richard Grundschule.
Von den Lebenskundeschüler/innen der Richard Grundschule konnte schon mehrfach berichtet werden. Sie erhielten z.B. im vergangenen Jahr einen der Hauptpreise beim Bundeswettbewerb „Alle für eine Welt für Alle“. Die Schüler/innen der Klasse 5a wissen inzwischen und haben erlebt, dass Solidarität und das Einfordern von Rechten nicht nur für Erwachsene notwendig ist, sondern dass auch Kinder eine Stimme haben und diese nutzen können, wenn sie etwas verändern wollen.
Dass der humanistische Lebenskundeunterricht solche Erkenntnisse fördert und junge Menschen zu verantwortlichen und kritischen (Welt-) Bürger/innen heranwachsen lassen möchte, versteht sich dabei von selbst.
S. Navissi
Lebenskundelehrerin im HVD Berlin





