Seine winzige Formel machte Geschichte

Albert Einstein

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* 14. März 1879 in Ulm; Δ 18. April 1955 in Princeton, USA;
einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Seine Beiträge zur theoretischen Physik veränderten maßgeblich das physikalische Weltbild.

Gleichzeitig begriff sich Einstein als politischer Mensch, der immer wieder Stellung bezog.
Der als Sohn eines assimilierten jüdischen Kaufmanns kommt mit dem von Zucht und Ordnung geprägten deutschen Schulsystem nicht zurecht und legt deshalb sein Abitur in der Schweiz ab. Nach seinem Studium als mathematisch-physikalischer Fachlehrer in Zürich arbeitet er zunächst beim Berner Patentamt. Quasi nebenbei entwickelt er 1905 die Relativitätstheorie. Seine erste Professur erhält er 1909 in Zürich. 1914 wird er an die an die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin berufen.

Der Ausbruch des I. Weltkrieges bewirkte eine intensive Beschäftigung mit politischen Problemen. Einstein trat dem Bund Neues Vaterland bei, der für einen baldigen, gerechten Frieden ohne Gebietsforderungen und die Schaffung einer internationalen Organisation, die künftige Kriege verhindern soll, eintritt. Im Laufe der 1920er Jahre näherte er sich immer stärker einem humanistisch geprägten sozialistischen Gedankengut an. Er engagierte sich in der Deutschen Liga für Menschenrechte, in der er sich auch für politische Gefangene einsetzte. In diesem Zusammenhang arbeitete er auch zeitweilig mit der kommunistisch dominierten Roten Hilfe zusammen. Am Ende der Weimarer Republik trat er zusammen mit anderen Prominenten für ein antifaschistisches Linksbündnis aus SPD, KPD und Gewerkschaften ein, um die drohende Herrschaft des Nationalsozialismus noch zu verhindern. Von einer Amerikareise kehrte er nach der NS-Machtübernahme nicht zurück. In Deutschland wurden seine Schriften verbrannt.

Unter dem Eindruck der Gewaltpolitik der Nationalsozialisten relativierte er seine pazifistische Einstellung und unterzeichnete 1939 eine Aufforderung an den amerikanischen Präsidenten, den Bau der Atombombe voranzutreiben, um Deutschland zuvorzukommen. Als deutlich wurde, dass diese Voraussetzung nicht bestand, bekannte er, dass er sich zu leichtfertig davon überzeugen ließ, diesen Brief zu unterzeichnen. Entsprechend setzte er sich nach dem II. Weltkrieg erneut für Frieden und Abrüstung ein. Er trat auch gegen die antikommunistische Hysterie und Einschränkung der Bürgerrechte in der McCarthy-Ära auf.

Religiöse Weltanschauungen und Konfessionen lehnte Einstein, der bereits 1896 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten war, ab. Er entwickelte ein Gottesbild, das eng mit seiner wissenschaftlichen Arbeit zusammenhing.

Dabei berief er sich auf den Philosophen Baruch Spinoza (1632-1677): „Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt."

Physik war für Einstein die Suche nach dieser göttlichen Harmonie.

Zitate:
„Es gibt nichts Göttliches an der Moral; sie ist eine rein menschliche Angelegenheit."
„Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage."