Online-Vortrag über Autonomie am Lebensende

Fakten und Mythen zur Suizidassistenz

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Übermorgen ist hpd-Autorin Ulla Bonnekoh live online zu Gast im "Humanistischen Campus". Die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Konfessionsfreien ist gleichzeitig Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS). In ihrem Vortrag trennt sie belegbare Fakten von falschen Vorstellungen über ein sehr persönliches Thema: die Assistenz beim selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Lebensende.

Was wissen wir wirklich über Suizidassistenz in Deutschland – und was gehört ins Reich der Mythen? Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020 hat sich eine rege Praxis der Suizidassistenz entwickelt. Neben etablierten Organisationen wie DGHS, DIGNITAS und dem Verein Sterbehilfe sind weitere Hilfsangebote entstanden. Suizidassistenz ist damit nicht mehr nur Gegenstand abstrakter Debatten, sondern gesellschaftliche Realität.

Ulla Bonnekoh
Ulla Bonnekoh, Foto: privat

Der Vortrag trennt konsequent zwischen belegbaren Fakten und verbreiteten Annahmen. Er stellt die aktuelle Rechtslage dar, erläutert die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und gibt Einblick in die praktische Umsetzung in Deutschland. Erste empirische Daten liegen inzwischen vor – auch wenn die systematische Forschung noch am Anfang steht. Wer nimmt Suizidassistenz in Anspruch? Aus welchen Motiven? Unter welchen rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen?

Gleichzeitig werden zentrale Mythen der öffentlichen Diskussion analysiert. Häufig ist von einem "Dammbruch" die Rede oder es werden Verzerrungen und Autoritätsargumente bemüht. Befürchtungen seitens der Kirchen, der Ärzteschaft, medizinischer Fachverbände oder der Hospizbewegung stehen im Raum – doch halten sie einer Überprüfung anhand der verfügbaren Daten stand? Der Vortrag konfrontiert diese Narrative mit empirischen Erkenntnissen und konkreten Erfahrungen aus der Praxis.

Ziel ist es, Mythen und Fakten klar voneinander zu unterscheiden – und so eine sachliche, informierte und selbstbestimmungsorientierte Diskussion über Suizidassistenz in Deutschland zu fördern. Moderiert wird der Humanistische Campus von Tanja Reitmeier vom bfg Bayern.

Interessenten können sich kostenlos zuschalten und nach dem Vortrag mitdiskutieren:

Donnerstag, 19. März 2026, 20:15 Uhr (Einlass pünktlich ab 20:15 Uhr).
Weitere Infos
Zugangslink (Zoom)

Der "Humanistische Campus" ist ein Online-Diskussionsforum des Instituts für populärwissenschaftlichen Diskurs Kortizes in Kooperation mit dem Bund für Geistesfreiheit bfg Bayern, moderiert von Tanja Reitmeier. Die Live-Online-Veranstaltungen finden in den ungeraden Monaten an einem Donnerstag statt.

Hinweis: Dieser Beitrag und der Vortrag am Donnerstag behandelt das Thema des assistierten Suizids. Wenn Sie selbst unter Suizidgedanken leiden oder sich in einer Krise befinden, wenden Sie sich bitte an eine Vertrauensperson und suchen Sie sich professionelle Hilfe.

In Deutschland erreichen Sie rund um die Uhr kostenfrei die Telefonseelsorge unter:

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (auch online).

Junge Menschen bis 25 finden außerdem unter diesem Link Hilfe.

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