Blasphemische Inhalte ihrer Werke blieben unerwähnt

Frida Kahlo

* 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexico Δ 13. Juli 1954 in Coyoacán;
bekannteste Malerin Mexikos, wenn nicht sogar Lateinamerikas. Ihre Bilder wurden von der mexikanischen Regierung offiziell zum „nationalen Kulturgut" erklärt.

 

Obwohl Kahlo 1954 fast unbekannt starb, ist sie in Lateinamerika mittlerweile eine Ikone. Ihr 100. Geburtstag fand nicht nur in Mexiko, sondern weltweit Beachtung. Dass sie nicht nur eine bekennende Marxistin sondern auch erklärte Atheistin war und immer wieder blasphemische Inhalte in ihre Werke einstreute, findet dagegen wenig Erwähnung.

Kahlo, die als Tochter eines ausgewanderten deutsch-jüdischen Fotografen aus Pforzheim und einer Mexikanerin 1907 geboren wurde, hat später ihre Geburt ins Jahr 1910 verlegt. Das ist das Jahr, in dem die mexikanische Revolution stattfand, mit der sie so ihre Verbundenheit dokumentieren wollte.

Ihr Leben war überschattet von physischen und psychischen Leiden. Mit sechs Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung. Ihr rechtes Bein blieb deformiert und musste in einem ihrer letzten Lebensjahre amputiert werden. Als Achtzehnjährige erlitt sie einen Verkehrsunfall, die eiserne Haltestange einer Straßenbahn in Mexico City spießte sich in ihren Körper, verletzte ihr Rückgrat, zertrümmerte ihr Becken. Lebenslange Qualen und zahllose Operationen waren die Folge. Auch ihre Ehe mit Diego Rivera, einem sehr außergewöhnlichen und ebenfalls politisch orientiertem Maler, war begleitet von Streit, Leid und Trennung.

Trotz allem wusste sie ihr Leben zu leben. Sie war eine sehr resolute Frau, mit Engagement, Leidenschaft und Humanität. Ihr Leid malte sie sich von der Seele und so sind ihre Bilder geprägt von allgemein menschlichen Tragödien, sie sind Gleichnisse über Liebe, Gewalt und Tod. Da sie aber auch eine politische Künstlerin war, befassen sich ihre Arbeiten ebenfalls mit sozialen und politischen Problemen.

Frida Kahlos Leben wurde mehrmals im Kino dargestellt, zuletzt 2002 in dem Film „Frida". Diese Hollywood-Produktion machte sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Ihr Ganzkörper-Selbstbildnis Roots erzielte im Mai 2006 einen Versteigerungserlös von 5,6 Millionen US-Dollar und gilt damit als das bislang teuerste Bild eines lateinamerikanischen Künstlers.