Immunologe und Kritiker von Esoterik und Religion

Beda M. Stadler

* 21. Juni1950 in Visp, Hauptstadt des Schweizer Kantons Wallis;
Professor und Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern.

 

Dort betreibt er Grundlagenforschung im Gebiet der Allergologie und Autoimmunität und angewandte Forschung zur Herstellung von rekombinanten humanen oder künstlichen Antikörpern und Impfstoffen für die Therapie. Er fordert in dieser Funktion eine Impfpflicht und nimmt kein Blatt vor den Mund als Gegner der Impfgegner. Ebenso attackiert er die „Alternativmedizin“, die als Alternative zur Medizin wenig Wirkung zeige. In der ARD-Fernsehsendung „Hart aber Fair“ erklärte Stadler im Dezember 2008 so auch ärgerlich, es gebe „keine Wirkung ohne Nebenwirkung“. Die Homöopathen verkauften Kügelchen voll Zucker: „Das ist die größte Abzocke des Jahrhunderts“.

Der laut Schweizer Fernsehen „härteste Esoterik-Kritiker der Schweiz“ besuchte im März 2009 mit einem Kamerateam von „10 vor 10“ eine Esoterik Messe in Zürich und 'testete' ganz wohlwollend einige Verfahren wie „kosmische Energie“ und „Live-Channeling“.

Doch nicht nur in diesen Bereichen vertritt Beda M. Stadler öffentlich provokante Thesen. Er, der zu seinem Leidwesen nach dem hl. Beda („Beter“) benannt wurde – einem Mann, der für seine „Frömmigkeit“, doch wohl auch für seine Wissenschaft bekannt war -, ist ein vehementer Religionskritiker, und daher, in Zeiten des „Neuen Atheismus“, ein gern gesehener Gast in diversen Fernsehsendungen wie etwa dem SWR-Nachtcafé.

In einer Kolumne der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vertrat er zudem über ein Jahr lang seine umstrittenen Thesen zu diversen Themen wie dem Geschlechterverhältnis („Frauen sind nicht lustig“), zum Doping („Legalisiert Doping“), forderte ein generelles Religionsverbot oder verunglimpfte Bio-Gemüse als Beschiss. Darüber hinaus verfasste Beda M. Stadler das erste, ansprechend bebilderte GVO-Kochbuch der Welt, „Gene an die Gabel“, in welchem er beispielsweise Rezepte für „gefriergetrocknete, genmanipulierte Begleiter für Saucen und Hungrige“, nämlich das Kastenbrot, preisgibt und erläutert, wie die Qualität von Whisky durch Kobaltkanonen verbessert wurde.

Ein Mann der umstrittenen Thesen also, dieser Beda M. Stadler, der sich im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung durchaus wohl zu fühlen scheint.