Neoliberalismus

Arbeiten, leiden, schweigen? Wie soziale Gerechtigkeit zur Fußnote gerät

Die Vorstellung, Steuersenkungen für Reiche und Deregulierung für Unternehmen würden den Wohlstand aller fördern, ist ein altes Narrativ – und wird erneut zur politischen Leitidee erhoben, als hätte die Geschichte nicht längst gezeigt, dass der Wohlstand der Wenigen nicht automatisch den Vielen zugutekommt. Vier historische Stationen aus der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Vereinigten Staaten zeigen exemplarisch, warum diese Idee in die Mottenkiste gehört: William Jennings Bryan, der Mellonismus, der New Deal – und ein Schuhfabrikant, der mit Menschenwürde wirtschaftlichen Erfolg schuf.

Der definitive Link zwischen Monopolismus und Demokratie-Erosion

Es gibt einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen dem Niveau der Kompetitivität eines Marktsegments und dem Niveau unpersönlichen Vertrauens, das die Menschen in dieser Branche haben. Diese empirische Tatsache ermöglicht, ein Gefühl zu kontextualisieren, das viele von uns seit Jahren mit sich herumtragen: Irgendwas stimmt mit unserer Demokratie nicht – und das hat was mit dem Internet zu tun.

Apple als Standard Oil des 21. Jh

Eine evolutionäre Dekonstruktion des "Homo egomanicus" und seiner Götzen

"Wir glauben an die Religion des Wachstums", sagte Facebooks Abteilungsleiter für Privatsphäreangelegenheiten, Sandy Parakilas, einmal über seinen damaligen Arbeitgeber. "Facebook ist im Kern ein abhängigmachendes Produkt", warnte Parakilas nur einige Jahre später. Sucht nach Expansion und Expansion durch Sucht: ein Versuch, die verheerenden Konsequenzen der Befreiung privater Unternehmen von sozialer Verantwortung darzulegen und eine evolutionäre Kritik des neoliberalen Menschenbilds zu formulieren.

The Neo-Liberal Revolution

Der Neoliberalismus frisst seine Kinder

Elon Musk versus Mark Zuckerberg, das Cage-Match des Jahrhunderts – ganz ehrlich, wer hat sich allen humanistischen Überzeugungen zum Trotz nicht darauf gefreut? Zu schade, dass Elons Mutter das Match abgesagt hat, doch das hat auch sein Gutes. So lenkt der Faustkampf, den die Welt sich wünscht, wenigstens nicht von dem ab, den sie braucht und bekommt: Die Federal Trade Commission gegen den Plattformkapitalismus.

Mit Keynes gegen Rechts

Der Ökonom Gustav A. Horn legt mit seinem Buch "Gegensteuern. Für eine neue Wirtschaftspolitik gegen rechts" als einer der wenigen Vertreter seiner Zunft etwas zum Thema vor. Darin wird mit leichter Hand die Entwicklung des Neoliberalismus beschrieben und kritisiert, ohne aber den Rechtspopulismus platt auf diese Wirtschaftspolitik zurückzuführen. Als Gegenstrategie wird "Keynes gegen Rechts" empfohlen.

Die "Politische Ökonomie des Populismus"

Der Politikwissenschaftler Philip Manow nimmt in "Die Politische Ökonomie des Populismus" eine Deutung des genannten Phänomens vor, welches auf Reaktionen auf Entwicklungen im Bereich der Migration und des Warenaustausches zurückgeführt wird. Dabei erweitert er den bisherigen Blick um verschiedene Komponenten, geht auch sehr reflektiert und strukturiert vor, mündet aber dann doch in einer etwas ökonomiezentrierten Deutung.

Erziehung und Neoliberalismus

Die Regionalgruppe Hamburg der Giordano-Bruno-Stiftung nimmt sich in einer 4-teiligen Vortragsreihe des Themas "Erziehung und Lernen" an. Nach dem fulminanten Eröffnungsvortrag von Michael Schmidt-Salomon ("Mein Kopf gehört mir") folgte nun ein nicht minder fulminanter Abend mit Prof. Rainer Mausfeld: "Demokratie und Erziehung – Von den Leitidealen der Aufklärung zur neoliberalen Indoktrination".