Von Nord bis Süd: Kirchenaustritte

Sowohl im Norden Deutschlands als auch in der Bayern-Hauptstadt München steigen die Kirchenaustritte in ungeahntem Maße.

Die Zahl der Kirchenaustritte steuert auf ein neues Hoch zu. Allein in der Nordkirche ist die Ausstrittsrate im vergangenen Jahr (gegenüber 2012) um teilweise mehr als 50 Prozent gestiegen.

Kirchensprecher Frank Zabel kann sich diese Austrittswelle nicht erklären: “Als Hauptgrund ist eine rein bürokratische Änderung zu vermuten, die aber keine zusätzliche finanzielle Belastung bedeutet – es gibt keine neue Steuer und auch keine Erhöhung.” Wenn das für das vergangene Jahr gilt; wie groß wird dann die Austrittswelle sein, die im Jahr 2014 über die Kirchen hereinbrechen dürfte - wo doch jetzt klar ist, dass es den Kirchenmitgliedern ab 2015 ans Portomonaie gehen wird.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in München ab. Dort sind allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres rund 9.100 Menschen aus der evangelischen und der katholischen Kirche ausgetreten. Das ist gut ein Drittel mehr als im Vergleichszeitraum 2013.

Waren sich anfänglich die Kirchenfürsten noch einig, dass die - von den Banken direkt eingezogene - Kirchensteuer auf Kapitalerträge kein Problem für Kirchenmitglieder sein wird; sie wurden inzwischen eines Besseren belehrt. Zwar betonen die Kirchen immer wieder, dass es sich um keine neue Steuer handelt und es sich auch nur um geringe Beträge handelt: Jetzt schlägt die Gier der Kirchen auf sie zurück.