Prozess gegen Jacques Tilly in Moskau erneut verschoben

Der Prozess vor einem Moskauer Gericht gegen den Düsseldorfer Wagenbaumeister Jacques Tilly ist erneut verschoben worden. Das Verfahren war bereits am 30. Dezember vergangenen Jahres geplatzt, weil die Pflichtverteidigerin nicht erschienen war. Dieses Mal wurde die Verhandlung abgesagt, weil Zeugen nicht erschienen sind.

Wie der WDR mitteilt, soll der Prozess nun am 26. Februar 2026 fortgesetzt werden. Zudem soll der Künstler jetzt auch auf einer "internationalen Fahndungsliste" stehen. Das könnte ein Schritt der russischen Justiz sein, den Schein der Rechtsstaatlichkeit zu wahren: Der Angeklagte soll vor Gericht erscheinen.

Tilly selbst schaut weiterhin gelassen in Richtung Moskau. Dem WDR sagte er: "Ich habe mich dran gewöhnt, Staatsfeind Russlands zu sein. Das jetzt mit der Fahndungsliste ist noch mal ein höherer Grad an Absurdität. Sollen sie machen, was sie wollen."

Es darf davon ausgegangen werden, dass Jacques Tilly auf diesen absurden Versuch Moskaus, den Künstler mundtot zu machen, mit einem Mottowagen beim diesjährigen Rosenmontag reagieren wird.