Säkularer Feiertag kann zur Versöhnung der Kulturen beisteuern

Hamburger Bündnis für einen weltlichen Feiertag

hh_rathaus.jpg

Rathaus Hamburg
Rathaus Hamburg

Laut einer aktuellen Pressemeldung soll in der Hamburger Bürgerschaft kurzfristig über den Reformationstag als dauerhaften Feiertag abgestimmt werden. Dagegen verwehrt sich das "Hamburger Bündnis für einen weltlichen Feiertag". Das Bündnis begrüßt die Einrichtung eines weiteren Feiertages, fordert aber, dafür einen nichtreligiösen Anlass zu wählen.

Das Bündnis schreibt in einem Brief an Bürgerschaft und Senat der Stadt Hamburg: "Sechs christliche Feiertage sind bereits im Kalender verankert. Unser Bündnis lehnt einen weiteren christlichen Feiertag ab und fordert stattdessen die Einführung eines weiteren weltlichen Feiertages für alle Bürgerinnen und Bürger."

Dabei wird die Entscheidung, das Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage (Feiertagsgesetz) zu ändern, begrüßt und darauf hingewiesen, "dass ein weiterer Feiertag (…) das Ungleichgewicht in der Arbeitszeitgerechtigkeit zwischen Süddeutschland und Norddeutschland" kompensieren könnte.

Es wird jedoch in Frage gestellt, dass es sich bei der Neueinrichtung um einen weiteren religiösen Feiertag handeln soll: "Im Hinblick auf die seit Jahren kontinuierlich sinkenden Mitgliederzahlen ist die Etablierung eines evangelischen Feiertages im pluralistischen und freiheitlich-demokratischen Hamburg von 2018, in dem über 100 verschiedene Glaubensrichtungen mit Konfessionsfreien friedlich zusammenleben, geradezu anachronistisch."

Das Bündnis schlägt in seinem Brief andere Tage vor, die zu Feiertagen erklärt werden könnten; darunter u.a. auch den "Frauentag" (8. März) und den "Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember.

In dem Schreiben heißt es: "Kommt es zu einem Entscheid für den Reformationstag mit Privilegierung der ev.-luth. Kirche, würden die Mitglieder der anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften einseitig und ungerecht übergangen." Gegen die einseitige und gegen den Geist unserer demokratischen Verfassung verstoßende Bevorzugung einer einzelnen Religion protestieren die Verfasser des Briefes. "Statt eines Feiertags, der nur zur weiteren Spaltung der Gesellschaft führen kann, fordert dieses Hamburger Bündnis die Einführung eines offiziellen Gedenktages, der eher geeignet ist die Menschen zusammenzuführen und zu vereinen."

Der Landesverband der Partei der Humanisten (PdH) hat angekündigt, eine Einstweilige Anordnung beim Bundesverfassungsgericht zu beantragen, sollte der Reformationstag tatsächlich als Feiertag beschlossen werden.

Nur ein weiterer säkularer Feiertag, "der die Grundwerte des friedlichen Zusammenlebens hochhält, könnte zur Versöhnung der Kulturen beisteuern und die Bürgerinnen und Bürger für die gesellschaftsrelevanten Themen Inklusion, Europa und Globalisierung sensibilisieren."


Das Anliegen des Bündnisses kann mit einer Petition unterstützt werden.