Feiertagsgesetz

Feiern zu Ostern mit Bass und weltanschaulicher Begründung

Man trifft sich nicht einfach zum Feiern, sondern gewissermaßen zur weltanschaulichen Bewegungsübung – so kann man die Protestpartys zum karfreitäglichen Tanzverbot beschreiben, die auch in Stuttgart stattfanden. Denn neben Digitalisierung, Fachkräftemangel und Gegenwartschaos wacht der Staat noch immer tapfer darüber, dass an Stillen Tagen auch wirklich korrekt still gelitten wird.

Hessischer Landtag im Wiesbadener Stadtschloss

Tanzverbot in Hessen: Die FAZ befürwortet es

Im hessischen Landtag ist ein Gesetzentwurf zum Feiertagsgesetz eingebracht worden, der die bisherigen Regelungen zum Tanzverbot etwas abmildert. Da erwartungsgemäß religiösen Personen schon die kleinste Einschränkung ihrer Deutungsmacht zu weit geht, fühlte sich die FAZ-Autorin Eva-Maria Magel genötigt, gegen den Entwurf zu argumentieren. In Ihrem Artikel "Tanzverbot-Debatte: Hessens Feiertagsgesetz muss diskutiert werden" ruft sie zu einer Debatte auf, an der sich der Autor hiermit beteiligen möchte.

Kein Jacques Tati an "Stillen Feiertagen"

An sogenannten "Stillen Feiertagen" wie Karfreitag oder Totensonntag gelten in vielen Bundesländern besondere Einschränkungen. Meist wird über Tanzverbote diskutiert. Weniger bekannt ist jedoch eine andere Kuriosität: Auch Filme dürfen an diesen Tagen nicht beliebig öffentlich gezeigt werden. Mehr als 700 Titel stehen auf einer Liste von Produktionen, die als "nicht feiertagstauglich" gelten – darunter Komödien, Actionfilme und sogar Klassiker der Satire.

Presseberichte

Brian kommt am Karfreitag erstmals auch nach Düsseldorf

Die Bochumer Mitstreiter von "Religionsfrei im Revier" wie auch die gbs-Regionalgruppe Stuttgart hatten schon früher Pionierarbeit geleistet und das Vorführen des Films "Das Leben des Brian" am Karfreitag gegenüber Behörden und Gerichten erstritten. Diese Vorarbeit nutzte nun auch der "Düsseldorfer Aufklärungsdienst", um nicht nur den Spaß nach Düsseldorf zu holen, sondern auch gesellschaftspolitisch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ein Zeichen zu setzen. Wie die Düsseldorfer Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) das geschafft hat und wie auch andere Regionalgruppen es nachmachen können, zeigt diese "Betriebsanleitung".

Streit um "Stille Tage" in Sachsen-Anhalt

Verglichen mit vielen anderen Bundesländern gibt sich Sachsen-Anhalt beim Thema Religion erstaunlich fortschrittlich. Nun wird im Landtag über eine Reform des Sonn- und Feiertagsgesetzes diskutiert – und schon laufen die Kirchen Sturm. Anlass ist ein gemeinsamer Antrag mehrerer Parteien, der vorsieht, die strengen Veranstaltungsverbote an sogenannten "Stillen Tagen" zu lockern.

Mariä Himmelfahrt für alle

Die Diskussion um den Feiertag Mariä Himmelfahrt erhitzt in Bayern immer wieder die Gemüter, da nur katholische Gemeinden in den Genuss kommen, was vor allem der SPD und den Gewerkschaften nicht gefällt. Die SPD hat nun einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, der von den Grünen unterstützt, aber von den anderen Fraktionen abgelehnt wird. Überraschend ist dabei nicht die Ablehnung an sich, sondern die Begründungen aller Fraktionen: Sie argumentierten in kirchlichen Kategorien, als wäre Bayern noch ein Gottesstaat.

Am Karfreitag wird nicht getanzt

Es hat lange gedauert, bis das Verwaltungsgericht Ansbach sein schon Anfang März gefälltes Urteil zum Karfreitags-Tanzverbot in Nürnberg veröffentlicht hat. Doch nun liegen die ausführlichen Urteilsgründe vor. Der hpd fasst zusammen, wie die Richter bei ihrer Abweisung der Klage argumentierten, mit der sich der Bund für Geistesfreiheit (bfg) München (erfolglos) gegen die Stadt Nürnberg gewehrt hatte. Und wie der bfg nun reagiert.