BERLIN. (hpd) Am 21. September veranstaltete das Internationale Literaturfestival Berlin eine 24-stündige globale, Live-online-Lesung, um auf den Weltfriedenstag hinzuweisen. Bei diesem bereits angemeldeten und von Guinness World Records™ überwachten Weltrekordversuch lasen Autoren aus der ganzen Welt als Geste der Solidarität mit den durch Kriege und Konflikte Betroffenen aus ihren Werken.
Auch in Neukölln an einer Grundschule beschäftigen sich Menschen mit dem Weltfriedenstag. Es sind kleine Menschen, Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klasse, die die Wörter „Krieg“ und „Frieden“ besprechen und die Frage diskutieren, ob man Krieg verbieten kann. Dies geschieht im Rahmen des humanistischen Lebenskundeunterrichts, in dem existentielle Fragen dieser Art regelmäßig thematisiert werden.
Deutschland steht weltweit an dritter Stelle als Waffenexporteur.
2009 wurden nur 28,2 % (8.115 Menschen) der Flüchtlinge in Deutschland als Asylanten akzeptiert.
Das Stichwort Migration in Deutschland wird in diesen Tagen hauptsächlich mit T. Sarrazins schwarz auf weiß nachzulesenden - wenn nicht gerade ausverkauften - Thesen in Verbindung gebracht.
Das sind die Gedanken, die ich im Kopf habe, wenn ich in die Gesichter der Kinder schaue, die sich ernsthaft und offen mit diesem Thema beschäftigen und die, wie alle Kinder dieser Welt, unsere Zukunft bedeuten.
Es folgen die Äußerungen der Kinder, viele von ihnen wissen zum Teil aus ihrer eigenen Geschichte und jener ihrer Eltern, was Krieg bedeutet. Die „Herkunftsländer“ stehen in Klammern, um einen Überblick über die Heterogenität und die enormen interkulturellen Ressourcen zu vermitteln, für deren Förderung kein Geld zur Verfügung steht.
Was ist Frieden?
„…wenn es keine Kämpfe gibt, keine Ausdrücke gesagt werden und alle das Essen teilen.“ Abdullah, 8 Jahre alt, 2. Klasse (Türkei)
Kann man Krieg verbieten?
„Ja, man kann die Menschen überreden, dass die keine Kriege mehr machen.“ Olaf, 8 Jahre alt, 2.Klasse (Polen)
„Nein, weil den Menschen egal ist, ob andere ihre Familie verlieren.“ Mirela, 7 Jahre alt, 2.Klasse (Bosnien/Serbien)
„Ja, in jedem Land gibt es einen Herrscher, der soll sagen, dass der Krieg vorbei ist, weil neue Kinder geboren wurden.“ Nura, 8 Jahre alt, 2.Klasse (Palästina)
„Nein, ich weiß nicht warum, aber es gibt Waffen. Aber wenn ich jemanden töten würde hätte ich kein gutes Leben.“ Lirije, 8 Jahre alt, 2.Klasse (Albanien)
„Nein, weil die auf sich sauer sind. Und weil sie denken, sie sind besser als die anderen.“ Muhammad, 8 Jahre alt, 2.Klasse (Syrien)
„Ja, dann können die Kriegsmenschen reden bevor es losgeht.“ Abdu, 7 Jahre alt, 2.Klasse (Syrien)
„Nein, weil die Menschen trotzdem Waffen nehmen um sich zu töten.“ Schaima, 7 Jahre alt, 2.Klasse, (Libanon)
Weitere Kommentare:
„Manchmal ist der Krieg so schlimm, dass die Leute weg gehen müssen.“ Achmed, 8 Jahre alt, 2.Klasse (Türkei)
„Wenn ich Waffenverkäufer wäre hätte ich längst alle Waffen weggeschmissen. Mein Opa ist im Krieg Serbien gegen Bosnien gestorben.“ Mirela, 7 Jahre alt (Bosnien/Serbien)
„Aus meiner Familie sind viele im Krieg gestorben.“ Layal, 6 Jahre alt, 1.Klasse (Libanon)
S.Navissi




