Er bestieg das Schafott wie eine Rednertribüne

Adam Lux

* 27. Dezember 1765 in Obernburg am Main; Δ 4. November 1793 in Paris, hingerichtet;
deutscher Demokrat und Republikaner, Sympathisant der Französischen Revolution. Er starb wegen seines Protests gegen die gewalttätige Entartung der Revolution.

 

Dem begabten Bauernsohn gelang es unter finanziellen Opfern zu studieren. Bereits mit 19 Jahren promovierte er in Mainz mit einer Dissertation in lateinischer Sprache über den Begriff des Enthusiasmus zum Doktor der Philosophie. Danach fand er eine Anstellung als Hauslehrer und heiratete in eine wohlhabende Familie ein. Das ermöglichte ihm ein Landgut nahe der Stadt Mainz zu erwerben und weiterhin seinen philosophischen Neigungen nachzugehen.

Er las die Schriften der Aufklärer und begeisterte sich für die französische Revolution. Im November 1792, nachdem französische Truppen Mainz besetzt hatten, organisierte in seinem Dorf eine Volksabstimmung, die mit überwältigender Mehrheit den Beitritt zur französischen Republik beschloss.

Er wurde Mitglied des Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents, des Parlaments der nach französischem Vorbild gegründeten Mainzer Republik. Im März 1793 entsandte ihn der Konvent als Delegierten nach Paris. Dort geriet er in die gewaltsam ausgetragenen Auseinandersetzungen zwischen Jakobinern und Girondisten. Er war empört über die terroristische Entwicklung der Revolution und die Schreckens­herrschaft.

Als er die Hinrichtung von Charlotte Corday erlebte, die mit der Ermordung von Jean-Paul Marat einen der Hauptverantwortlichen für den Terror treffen wollte, beschloß er zu handeln. Er veröffentlichte zwei Flugschriften, in denen er die die Politik der Jakobiner heftig kritisierte und die Tötung Marats als politische Befreiungstat rechtfertigte. Dass er damit seine eigene Hinrichtung herausforderte, war ihm bewusst. Er hielt es für seine Pflicht, in einer Situation für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten, in der diese nichts mehr galten.

Den Versuch von Freunden, seinen Kopf mit der Behauptung zu retten, er sei aus Liebe zu Charlotte Corday verblendet, lehnte er ab. Er wollte für seine Überzeugung mit seinem Leben eintreten, vielleicht auch, weil er den augenscheinlichen Verlust seiner politischen Ideale nicht ertragen konnte. So bestieg er das Schafott wie eine Rednertribüne, bis zuletzt die Tyrannen schmähend.

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