Als Gegner jeglicher Unfreiheit und Unterdrückung

Massaker an deutschstämmigen, freidenkenden Gegnern der Sklaverei

Im Verlauf der späten 1840 und frühen 1850er Jahre wanderten viele freidenkende und demokratisch gesinnte Deutsche in die USA aus.

 

Sie flohen vor politischer und religiöser Unterdrückung und vertraten die Ideale der französischen und der amerikanischen Revolution.

Ca. 1.000 deutsche Freidenker kamen nach Texas Hill Country und gründeten dort u. a. 1854 die Ortschaft Comfort. Es handelte sich zum größten Teil um gebildete Familien, die sich dort zwar in der Landwirtschaft betätigen mussten, aber ihre hochkulturellen Traditionen pflegten und ihre Kinder im Geist der Aufklärung erzogen. Als Gegner jeglicher Unfreiheit und Unterdrückung engagierten sich viele von ihnen in der Antisklavereibewegung.

Texas hatte sich 1861 den konföderierten Staaten angeschlossen. Die meisten Freidenker weigerten sich jedoch, den Treueid auf die Südstaaten zu schwören oder gar für diese zu kämpfen. Eine massive Repressionswelle war die Folge, die Exilanten sahen ihren Traum von Freiheit zerrinnen, einige landeten im Gefängnis.

Im Mai 1862 wurde in jenen Teilen von Texas, in denen der Widerstand gegen die Sezession besonders groß war, das Kriegsrecht verhängt. Viele der Männer, die sich bisher unterstützt von ihren Familien in der Umgebung versteckt hatten, beschlossen daraufhin, sich gemeinsam nach Mexiko durchzuschlagen. 61 von ihnen wurden am 10. August 1862 am Nueces River, etwa 32 km von Fort Grant entfernt, von Texas-Rangern gestellt. 19 starben im Kampf, 9 verwundete Gefangene wurden erschossen. Die Jagd auf die „Abtrünnigen” wurde danach fortgesetzt und forderte in den folgenden Monaten noch weitere Opfer.

Seit 1866 erinnert das deutschsprachige Denkmal „Treue der Union Monument” in Comfort an die insgesamt 38 jungen Männer, die starben, weil sie an ihrer Überzeugung festhielten und nicht für eine ungerechte Sache kämpfen wollten.