Menschenrechte – neu bedacht

BERLIN. (hpd) Soeben erscheint die Dezembernummer 2008 von „diesseits“, der Zeitschrift des Humanistischen Verbandes. Sie hat die Menschenrechte zum Titel und will Neues zu Bedenken geben. Anlass ist der 60. Jahrestag der UNO-Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember dieses Jahres.

Menschenrechte sind die im Humanismus der Renaissance durch das Studium der Antike wiederentdeckten und als politische Forderungen der Aufklärung neu formulierten Rechte jeder einzelnen Person. Das Programm der Menschenrechte geht davon aus, dass alle Menschen allein wegen ihres Menschseins mit gleichen Rechten ausgestattet sein sollen. Diese auf Gleichheit begründeten Rechte werden als unveräußerlich und unteilbar und damit universelle gültig definiert.
Die Universalität ist vor sechzig Jahren durch die UNO anerkannt worden. Sie sind seitdem einklagbar. Dennoch sind sie, besonders hinsichtlich ihrer Anwendung und ihres kulturellen wie sozialen Gebrauchs umstritten. Häufig werden sie auf Bürgerrechte reduziert. Andere fordern ihre größere Ausdehnung auf soziale Rechte. Neu sind Angebote, die sie auf Kinderrechte ausgedehnt wissen wollen. Wieder andere fordern ihre Durchsetzung gegen Religionen. Darauf gehen die Hauptbeiträge im vorliegenden Heft von Franz Josef Wetz (Kulturethik-Professor in Schwäbisch Gmünd), Werner Schultz und Eva Ellerkmann (beide Lebenskunde Berlin) ein.

„Aus den Ländern“ informiert über die Arbeit der Jungen Humanisten, das neue Personenstandsgesetz und die Position des HVD dazu sowie eine Patientenverfügungsdebatte in Hamburg.

Auffällig viel ist in diesem Heft über Religionskritik zu erfahren: Joachim Kahl wendet sich dabei gegen den „Gottes-“ wie den „Atheismuswahn“, Werner Schultz berichtet über die Aktionen gegen „Pro Reli“ in Berlin, im „Forum“ wird Glauben vermessen (Ulrich Schnabel und Helmut Fink) und aus dem Blick der GWUP über das „Turm der Sinne – Symposium“ in Nürnberg berichtet. Weitere Themen sind: Denis Diderot (Werner Raupp) sowie der „Baader-Meinhof-Komplex“ (Gernoth Schmidt).

Wie immer enthält diese Ausgabe über landauf und landab viele Verbandsinformationen sowie kreuz und quer Unterhaltsames.

GG