BERLIN. (hpd) Eine Ausstellung in den Räumen des HVD Berlin wirft grundsätzliche Fragen zu „Humanismus und Gender“ auf, die sicherlich kurzfristig nicht beantwortet werden können.
Es gibt einen schlichten Indikator für den demokratischen Zustand einer Gesellschaft: Die Antwort auf die Frage nach den Rechten der Frauen und der Homosexuellen. Beides betrifft die Freiheit persönlicher und gesellschaftlicher Selbstbestimmung.
Die Ausstellung „Humanismus in Frauenhänden“ war Auftakt und Teil des Internationalen Kongresses „Humanismus und Gender“, der im Juli anlässlich der Jubiläums der Humanistischen Lebenskunde stattfand. Sie ist in der 2. Etage des Humanistischen Verbandes Berlin noch bis zum 2. Oktober zu sehen.
Es sind 14 Bildtafeln, auf denen Facetten des Feminismus und des Humanismus in Gestalt von Frauen dargestellt werden: Virginia Woolf, Die Pankhursts, Alexandra Kollontai, Harriet Taylor, Simone de Beauvoir, Betty Friedan, Mary Wollstonecraft, Germaine Greer, Ti-Grace Atkinson, Carol Gilligan, Luce Irigaray, Adrienne Rich, Kate Millet, Postmodernismus und Cyberfeminismus.
Auf jeder Bildtafel gibt es neben Fotos jeweils ein Zitat aus dem Werk der Frau selbst, ein Zitat über die Arbeit und Persönlichkeit und ein Gedichttext der Künstlerin Wendy Serraris.
Zu: Virginia Woolf
Das Heulen von Woolf
Frauen müssen wir sein, und nicht
das geknetete Bild, das passt ins Patriarchat
unsre Natur respektiert
Veränderung ist das, was jede(n) angehet.
doch für mich keine Barrikaden, von wo aus ich rufe
schwarze Tinte auf weißem Papier sticht ebenso sehr
ab, wenn Worte sich gnadenlos zusammenscharen
in dem, was ich als Frau hier analysiere
Faschismus ist eine schlechte Karikatur
der männlichen Diktatur
(Wendy Serraris)
zu: Kate Millet
Geschlecht und Macht
Kreationen, von unserem
Denken gefiltert
blieb nichts übrig außer
sozialen Dogmen
konditioniertes Glaubenssystem
mit Sex als lockender Glocke
bei deren Klingeln Männer beginnen zu geifern
in der Aussicht auf Macht
Wo sexuelle Dominanz
als Ideologie gepredigt wird
zerfällt Romantik
in bittere Bocken Betrugs
(Wendy Serraris)


„Humanismus in Frauenhänden - Ein Überblick über die Geschichte des Feminismus“
Künstlerin: Wendy Serraris, Übersetzerin: Ulrike Dausel, Gestaltung: Dirk Vanopdenbosch. Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-16 Uhr, Wallstraße 61-65, 2. OG





