Humanisten: Kampf gegen Blasphemiegesetze

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LONDON. (IHEU/hpd) „BLASPHEMIE!“ – Ein Aufschrei, der so alt ist wie Freidenken, vielleicht so alt wie die Religion. Sie stellt auch ein Verbrechen dar, wann immer Religion die Kontrolle über eine Regierung erlangen kann, um dieses einzuführen. Und nun „hat Blasphemie ein Comeback“, ausgerechnet bei der UN! Ein Aufruf von Matt Cherry, Internationaler Repräsentant der IHEU.

Sollte die Organisation der Islamischen Konferenz sich durchsetzen, wird die UN ein globales Blasphemiegesetz erlassen, unter dem Deckmantel der Bekämpfung der „Schmähung von Religionen“.

Blasphemie, welche definiert wird als Nichtachtung von Gott, scheint das ultimative opferlose Verbrechen zu sein. Nichtsdestotrotz sind die wahren Opfer der Blasphemie Humanisten, die es wagen, den Mund aufzumachen.

Zum Beispiel Dr. Younus Shaikh, der Vorsitzende der Humanisten in Pakistan, der drei Jahre in der Todeszelle verbrachte, nachdem er im Jahr 2000 wegen Blasphemie angeklagt wurde.

Oder Dr. Taslima Nasrin, die humanistische Autorin aus Bangladesh, die einer Meute von 300.000 Menschen zuhören musste, welche verlangten, sie solle wegen Blasphemie gehängt werden. Daraufhin erließ die Regierung gegen sie einen Haftbefehl wegen „Verletzung religiöser Gefühle“.

In beiden Fällen war die Kampagne der International Humanist and Ethical Union (IHEU) erfolgreich darin, das Leben dieser mutigen Humanisten zu retten.Dennoch müssen beide untertauchen und um ihr Leben fürchten, selbst im Westen.

„Selbst im Westen.“ Das ist ein Satz, den ich in letzter Zeit häufiger gebrauche, um eine gewisse Selbstzufriedenheit unter Humanisten zu betonen, die gewiss sind, dass der säkulare Fortschritt sich schon von allein entwickeln wird. Fortschritt passiert nie, es sei denn, wir arbeiten für ihn. Religion kämpft immer zurück.

Wenn Sie mir nicht glauben, schauen Sie sich das neue Blasphemiegesetz an, das Irland in diesem Jahr erließ. Oder sehen Sie sich die dänischen Karikaturisten, Herausgeber und Verleger an, die um ihr Leben fürchten, weil sie es wagten, sich über den Propheten Mohammed ein wenig lustig zu machen. Jetzt hat ein jordanisches Gericht diese Dänen wegen Blasphemie vorgeladen. Jordanische Ankläger sagen, sie hofften darauf, dass der Fall „helfen wird, ein internationales Gesetz gegen die Verunglimpfung von Religion einzurichten“.

Die IHEU leitet die Kampagne gegen den Blasphemie-Vorstoß bei der UN. Unsere Teams in New York und Genf haben zurückgestoßen, mit politischen Papieren, Briefings und Lobbyarbeit innerhalb der UN. Und die IHEU stellt auch sicher, dass dieses Thema in den Medien wahrgenommen wird.

All unsere Arbeit zeigte Resultate. Zum Beispiel endeten die Versuche, Formulierungen gegen „religiöse Diffamierung“ in das „Durban II“-Antirassismus-Abkommen zu integrieren, in einem vollständigen und unerwarteten Misserfolg.

Aber wir brauchen Ihre Hilfe, um unser Kampagne weiterzuführen und zu stärken.
*Es ist nicht zu spät*, die Blasphemiemaßnahmen zu stoppen, damit sie nicht internationales Gesetz werden. Selbst ohne ein globales Blasphemiegesetz sind unsere Freunde ruhig gestellt und unsere Kollegen getötet worden, weil sie es wagten, Religion zu kritisieren.

Bitte helfen Sie uns, die Gewissensfreiheit zu schützen!

Mit freundlichen Grüßen

Matt Cherry
 

An die IHEU spenden können Sie hier

Übersetzung: Fiona Lorenz