Die Panikmacher

"In Deutschland leben schätzungsweise fünf Millionen Menschen, die sich zum Islam bekennen. In manchen Stadtvierteln könnten sich Muslime und ihre Nachkommen in den nächsten Jahrzehnten durchaus zu einer Bevölkerungsmehrheit entwickeln. Doch in dem Maße, wie Menschen muslimischer Abstammung wirtschaftlich und sozial integriert werden, wie sie Teil einer Gesellschaft mit einem egalitären Geschlechterverhältnis werden, dürfte sich auch ihre Fertilität reduzieren. Mit wirtschaftlicher und sozialer Integration dürfte auch die Bedeutung von patriarchal-fundamentalistischen Einflüssen der Religion abnehmen. Ebenso sinken dürfte bei besserer Integration das Konfliktpotenzial, welches von einer Konzentration gering gebildeter, arbeitsloser junger Männer in bestimmten Stadtvierteln ausgeht."

Dies sind meiner Meinung nach sehr deutliche Hinweise darauf, dass es weniger darum geht, eine Gefahr des Islam heraufzubeschwören; sondern vielmehr darüber nachzudenken, wie eine Integration erfolgreich ermöglicht werden kann. Nur scheint das nicht das politische Ziel des Berlin-Institutes zu sein. Lieber malt man das Schreckensbild der aussterbenden „Urdeutschen“ an die Wand. Das verkauft sich besser und ist der BILD ganz sicher die eine oder andere Schlagzeile wert. Man hat wieder einen Schuldigen, ein Feindbild und muss sich im Übrigen nicht um soziale Probleme kümmern.

Deshalb ist Albrecht Müller von den Nachdenkseiten zuzustimmen, wenn er davon spricht, dass es sich beim Berlin-Institut nicht um eine wissenschaftliche, sondern eine Publicrelations-Einrichtung handelt. Prof Dr. Gerd Bosbach attestiert dem Berlin-Institut sogar bewusste Irreführung.

 

Frank Navissi

 

Alle Zitate sind der Studie "Glaube, Macht und Kinder. Erobern religiöse Menschen mit vielen Nachkommen die Welt? - Diskussionspapier des Berlin-Institutes" entnommen.