Bei der bundesweiten Razzia der Polizei gegen die salafistische Vereinigung "Die wahre Religion" wurden auch mehr als 22.000 Korane beschlagnahmt. Nun streitet man sich, wie die Bücher vernichtet werden können.
Ein verstörendes Video kursiert seit gestern im Internet. Laut diverser englischsprachiger Medien zeigt es dschihadistische Eltern, die sich von ihren beiden 7 und 8 Jahre alten Töchtern verabschieden und sie zum Selbstmordattentat schicken.
Nur knapp zwei Wochen nach dem bundesweiten Verbot des Netzwerks "Die wahre Religion", die in Innenstädten Korane verteilte, wurden am vergangenen Wochenende in einigen Städten in Nordrhein-Westfalen Mohammed-Biographien verteilt. Der Kern der Gruppe, die sich "We love Muhammad" nennt, sammelt sich dabei um den bundesweit bekannten Salafistenprediger Pierre Vogel, der in Münster dabei war.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die salafistische Vereinigung "Die wahre Religion (DWR)" verboten und aufgelöst. In zehn Bundesländern ist die Polizei mit einer Großrazzia gegen das Islamisten-Netzwerk vorgegangen.
Am Rande der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen am vergangenen Wochenende machten säkulare Blogger aus Bangladesch auf die lebensbedrohliche Situation von atheistischen Aktivisten in ihrem Heimatland aufmerksam.
Der Politologe und Islamexperte Hamed Abdel-Samad hat ein neues Buch veröffentlicht. In "Der Koran: Botschaft der Liebe. Botschaft des Hasses" zeigt er, warum sich friedliebende Muslime ebenso auf den Wortlaut des Korans stützen können, wie dies gewalttätige Islamisten tun, und welche Konflikte daraus erwachsen. Ein Gespräch mit dem Autor.
Der französische Philosoph Philippe-Joseph Salazar legt mit "Die Sprache des Terrors. Warum wir die Propaganda des IS verstehen müssen, um ihn bekämpfen zu können" eine Analyse zum Thema vor. Leider sind seine Betrachtungen mehr assoziativ denn systematisch, mehr essayistisch denn wissenschaftlich ausgerichtet, wodurch viele gute Ideen neben unverbindlichen Sätzen stehen.
Anläßlich des Erscheinens der 2. Auflage seines Buches "Islamischer Fundamentalismus vor den Toren Europas – Marokko zwischen Rückfall ins Mittelalter und westlicher Modernität" führte Joachim Münch ein Interview mit Mohammed Khallouk.
Daniela Pisoiu sieht in der "IS-Generation" eine politische Subkultur als Widerstand gegen den politischen Mainstream. Tiefe religiöse oder ideologische Kenntnisse scheinen zweitrangig zu sein. Die Priorität liegt auf sofortigem Handeln.