Gewalt in Nicaragua – der Vatikan schweigt

Petersplatz, gesehen von der Kuppel des Petersdomes
Petersplatz, gesehen von der Kuppel des Petersdomes

Seit April 2018 beherrschen die Proteste gegen die Regierung unter Daniel Ortega die Schlagzeilen über Nicaragua. Im Zuge der Proteste soll von der Regierung ausgehende Gewalt für hunderte Tote, Folter, Entführung und Repression verantwortlich sein.

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hatte einen Bericht veröffentlicht und den Rest der Welt dazu aufgerufen, nicht wegzusehen.

Über 300 Menschen sollen bereits von Polizei und Paramilitärs getötet worden sein, der Aufenthalt von 1.215 weitere Personen ist nach ihrer Entführung noch immer unklar.

Neben dem Aufruf des UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, die Gewalt in Nicaragua nicht zu ignorieren, werden weitere Stimmen laut. Einige fordern den Papst zu einer deutlichen Stellungnahme auf, da auch Geistliche Opfer von Gewalt geworden seien.

Bisher habe es jedoch nur generelle päpstliche Aufrufe zum Frieden gegeben, die aussparten, dass die Menschenrechtsverletzungen von der Regierung ausgingen.

Kommentare (3)

Hans Müller (nicht überprüft)

Do. 13 Sep 2018 - 18:26

Der Bericht von Hella Camargo y Martin scheint mir etwas kurz und einseitig zu sein. In den Nachdenkseiten ist mehr Fleich am Knochen:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=44434

Die sich zu Beginn der Auseinandersetzungen als neutrale Vermittlungs- und Moderationsinstanz zwischen den beiden Konfliktparteien zur Verfügung gestellte römisch-katholische Kirche positioniert sich laut dem einschlägigen Artikel der Website Nachdenkseiten auf Seiten der politisch und soziostrukturell heterogen zusammengesetzten Massenprotestbewegung.

Thomas Göring (nicht überprüft)

Mo. 17 Sep 2018 - 17:22

Antwort auf von Imre Majstorovic (nicht überprüft)

Welchen Gewinn oder Nutzen hätte die taktik- und strategie-erfahrene RKK denn auch davon, sich offen bzw. vorbehaltlos auf Seiten des Ortega-Regimes zu positionieren? Ich wüsste jedenfalls keinen, Sie vielleicht?

Und im Gegensatz zu dermaleinst Franco & Pinochet und Konsorten - einschließlich Ortegas Diktator-Vorgänger Somoza - hatte der Herr Ortega in den 80ern ja ursprünglich ganz links (d.h. christlich-sozialistisch) angefangen - anstatt offen faschistisch & vatikanfreundlich wie die Erstgenannten.
Von einem Ortega unter dem Anschein "neutraler Vermittlung" allmählich behutsam & geschickt abzurücken, das dürfte der RKK daher wohl nicht wirklich allzu schwer fallen. Oder wie sehen Sie das?

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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