Abdullah-Zentrum Wien

Kritik unerwünscht

Der Generalsekretär des umstrittenen Wiener Abdullah-Zentrums (KAICIID) hat Kritiker der Einrichtung scharf angegriffen.

"Manche Parteien und österreichische Medien versuchten Entscheidungen des Königreichs und dessen legitimes System zu unterminieren", erklärte Faisal Abdulrahman bin Muaammar laut Standard.at in einer saudischen Zeitung.

Er wirft den Kritikern tatsächlich vor, das Zentrum in eine Organisation umwandeln zu wollen, "die den Dialog abtötet und die Welt in einen Zusammenprall der Zivilisationen" führt. Bekanntlich finanziert Saudi-Arabien das KICIID und deren Auffassung von Religionsfreiheit ist nicht als besonders tolerant bekannt. Das gilt ebenso für Frauenrechte und Menschenrechte generell.

"Die Liberalität des Generalsekretärs endet an der saudi-arabischen Grenze. Es ist ein starkes Stück und zeugt von Doppelmoral, sich in Österreich dialogbereit zu geben und in Saudiarabien Kritiker des Zentrums anzuschwärzen" kommentierte das die Grüne Abgeordnete Alev Korun.

Kommentare (5)

Eddi (nicht überprüft)

Mi. 29 Apr 2015 - 21:11

Die Grünen haben damals gegen die Eröffnung protestiert-und das will was heissen!

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 30 Apr 2015 - 00:42

Dass sich Repräsentanten solcher 'Kultur-Zentren' gegen Kritik wehren, verwundert doch nicht im Geringsten. Das wird für alle Zeiten den 'Dialog töten', zu 'Zusammenprall' führen und, vor allem im Falle eines Falles, den nötigen Respekt fehlen lassen.

David (nicht überprüft)

Do. 30 Apr 2015 - 12:04

"...die den Dialog abtötet und die Welt in einen Zusammenprall der Zivilisationen..."

welcher Dialog?

Reinhard Niederänder (nicht überprüft)

Do. 30 Apr 2015 - 13:13

Die Grüne Alev Korun sollte das Wort Doppelmoral lieber nicht in den Mund nehmen, denn dadurch wird sie erst recht unglaubwürdig. Denn genau sie lebt diese Doppelmoral. Als in Österreich im Jahr 2012 ein neues Gesetz eingeführt wurde (Anmerkung: das Ästethik-OP-Gesetz) da stimmte sie dafür. Was stand nun u. a. aber in diesem Gesetz: Dass die Beschneidung aus religiösen Gründen an Jungen in Ordnung ist und nicht unter dieses Gesetz fällt. Ich habe sie gefragt, wie sie es mit den Kinderrechten in Österreich hält, weil sie dem Gesetz zugestimmt hat. Ihre lapidere Antwort: Sie habe sich beim Justizministerium erkundigt und die finden es Gesetzeskonform, aus religiösen Gründen Jungen eine Körperverletzung zuzufügen. Auf der anderen Seite dann aber anderen vorwerfen, sie halten sich nicht an Frauen- und Menschenrechte. Wenn das keine Doppelmoral ist was dann?

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