Von Thailand bis Brasilien gehen Zitruspflanzen an einer Infektionskrankheit zugrunde. Hundert Millionen Bäume, schätzen Experten, hat sie schon dahingerafft, und das könnte erst der Anfang sein. Der Erreger ist weltweit auf dem Vormarsch, und ein Gegenmittel ist nicht in Sicht.
In Florida und Brasilien sterben die Orangenbäume. Und nicht nur dort – weltweit breitet sich inzwischen ein tödliches Bakterium aus, das in Zitruspflanzen eindringt und sie buchstäblich aushungert. Huanglongbing, Gelbe-Trieb-Krankheit, heißt der Schädling, der schon im 18. Jahrhundert in Indien Zitrusplantagen verwüstete. HLB ist eine der zerstörerischsten Krankheiten für diese Südfrüchte überhaupt. Verbreitet durch Welthandel, wird die Infektion nun zu einem Problem aller Anbauländer.
Bisher verheerte die Krankheit vor allem südostasiatische Staaten wie Thailand, wo die Seuche seit den 1960er Jahren wütet. Statt jahre- oder jahrzehntelang Früchte zu tragen, werfen befallene Haine dort nur wenige Jahre Profit ab, bevor sie Huanglongbing (HLB) zum Opfer fallen. Der mittlere Hektarertrag liegt bei weniger als einem Drittel dessen, was ohne HLB möglich ist. Experten schätzen, dass die Krankheit weltweit inzwischen 100 Millionen Zitruspflanzen dahingerafft hat. Betroffen waren bisher vor allem die tropischen und subtropischen Regionen Asiens, aber das ändert sich nun.




