In Frankreich von der Gestapo verhaftet

Max Sievers

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Max Sievers

* 11. Juli 1887 in Berlin, Δ 17. Januar 1944 hingerichtet im Zuchthaus Brandenburg-Görden;
Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes.

 

Er stammte aus einer Berliner Arbeiterfamilie. 1915 musste der Kriegsgegner in den Krieg und erlitt schwere Verletzungen. Auch aus diesen Erfahrungen heraus, wurde es zu seiner Lebensaufgabe gegen den Krieg zu kämpfen. Er wurde 1919 Mitglied in der USPD, danach kurzzeitig in der KPD und ab 1927 ging er zurück zur SPD. 

Bereits 1905 hatte sich in Berlin der Verein der Freidenker für Feuerbestattung (VdFfF) gegründet, zu dessen Geschäftsführer Sievers 1922 wurde. Er versuchte über diese atheistisch-kulturelle Arbeit politische Inhalte in die Bevölkerung zu tragen. Es ging nicht nur um die von den Kirchen verteufelte Feuerbestattung, sondern auch um die Alternativen zu den religiös geprägten Feierlichkeiten, wie z. B. Jugendweihe, Eheschließungen und Bestattungen außerhalb der Kirchen.

Er nutzte die Möglichkeiten des Verbandes, um die weltanschaulich-wissenschaftliche Schulung der Arbeiterschaft zu verstärken. Sievers wollte die Freidenker zu einem politisch agierenden Teil der Arbeiterbewegung machen. 1925 begann er die Herausgabe des Freidenker-Zentralorgans „Der Freidenker”. Im Jahr 1930 hatte der inzwischen in „Deutscher Freidenker-Verband” umbenannte Verein über 650.000 Mitglieder. Zu dieser Zeit war Sievers bereits seit 3 Jahren Vorsitzender des Verbandes.

Im Frühjahr 1933 wurde er nach dem Reichstagsbrand in „Schutzhaft” genommen. Nach seiner Entlassung emigrierte er nach Brüssel und Paris. Im Widerstand gab er die „Sievers Korrespondenz” (SIKO) und ab 1937 die Wochenzeitung „Freies Deutschland” heraus. Die Freidenker kritisierten darin das Konkordat der katholischen Kirche mit Nazi-Deutschland, warben für den Widerstand und den Sturz des Regimes. Sie übten darüber hinaus harsche Kritik an der Politik von SPD und KPD in den Jahren vor 1933. Diese Schriften gelangten illegal nach Deutschland und wurden da verbreitet.

Sein Buch „Unser Kampf gegen das Dritte Reich" , welches 1939 erschien, war ein wichtiges Dokument des deutschen Widerstands. Sievers wurde am 3. Juni 1943 in Frankreich von der Gestapo aufgespürt, verhaftet und am 17. November 1943 vom Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat mit Feindbegünstigung” zum Tod verurteilt. Am 17. Januar 1944 wurde das Urteil im Zuchthaus Brandenburg-Görden vollstreckt, er wurde durch das Fallbeil hingerichtet.