Cradle to Cradle im Klimaschutzkonzept: Berlin-Pankow gestaltet Zukunft

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Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch mit dem Handlungspapier (3.v.r.)
Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch

Der Bezirk Berlin-Pankow will eine Vorreiterrolle in nachhaltiger Verwaltung und Kreislaufwirtschaft einnehmen. Dazu soll "Cradle to Cradle" (C2C) als ganzheitlicher kreislaufwirtschaftlicher Ansatz stärker in Verwaltungsprozesse integriert werden. Am 20. Januar übergab die Cradle to Cradle NGO das Handlungspapier "Cradle to Cradle in Berlin-Pankow" an Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch.

Das Handlungspapier bündelt erstmals praxisnahe Empfehlungen, die direkt an bestehende Strukturen und Prozesse der Bezirksverwaltung anknüpfen. Mit der Übergabe des Handlungspapiers setzt Berlin-Pankow ein deutliches Zeichen: Die Transformation hin zu einer kreislauffähigen, zukunftsfähigen Verwaltung kann gelingen, wenn politische Beschlüsse, fachliche Expertise und die Erfahrung der Verwaltung zusammengeführt werden. Mit dem Handlungspapier liegt nun eine konkrete Grundlage vor, um bestehende Beschlüsse mit Leben zu füllen. Das Thema Kreislaufwirtschaft ist auch ein wichtiges Thema im Pankower Klimaschutzkonzept. So soll die Maßnahme "VW-09 Kreislauffähige Verwaltung" das Thema im Bezirksamt verankern.

Entstehung und Hintergrund

Das Handlungspapier ist Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses. Bereits 2021 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Cradle to Cradle im Bezirk Berlin-Pankow schrittweise umzusetzen. Im selben Jahr trat Pankow dem kommunalen Netzwerk C2C-Regionen bei. Im Jahr 2025 folgte eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Bezirksamts und Cradle to Cradle NGO. Mitarbeitende aus verschiedenen Fachämtern entwickelten dabei konkrete Ansätze für die Verwaltungspraxis. Die Workshops fanden überwiegend im C2C-LAB in Berlin statt und bildeten die fachliche Grundlage für das nun vorliegende Handlungspapier.

Drei priorisierte Handlungsfelder

Aus den Ergebnissen der Veranstaltungsreihe leitet das Handlungspapier drei priorisierte Handlungsfelder ab:

Bauen: Künftig sollten Bau- und Sanierungsprojekte stärker so geplant werden, dass eingesetzte Materialien gesund, rückbaubar und wiederverwendbar sind. Gebäude werden dabei als Materiallager verstanden.

Beschaffung: Vorgeschlagen wird eine verbindliche Dienstanweisung, die klare Kriterien für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen festlegt.

Verwaltung: Empfohlen wird, C2C strategisch in bestehende ämterübergreifende Steuerungsrunden sowie in Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende zu integrieren.

Warum Cradle to Cradle?

Cradle to Cradle ist ein ganzheitlicher Ansatz, der über klassische Kreislaufwirtschaft hinausgeht. Ziel ist nicht nur, Schäden zu reduzieren, sondern durch unser Handeln positiv zu wirken und Mehrwert zu schaffen. Ziel ist ein positiver Fußabdruck. Produkte und Prozesse werden so gestaltet, dass kein Abfall entsteht, sondern Materialien in biologischen und technischen Kreisläufen zirkulieren. Eingesetzte Materialien sollen sowohl für Mensch als auch Umwelt gesund sein. Ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte werden dabei gemeinsam gedacht. Dieser Ansatz soll der Komplexität einer kommunalen Verwaltung gerecht werden und Lösungsansätze für unterschiedliche Verwaltungsbereiche bieten.

Mehrwert für die Menschen im Bezirk

Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wirkt sich direkt auf den Alltag der Bürger*innen aus. Gesündere Gebäude verbessern etwa das Raumklima. Öffentliche Mittel werden effizienter eingesetzt durch geringere Lebenszykluskosten. Zudem stärkt der Ansatz regionale Wertschöpfung und Innovation.

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