"Gene sind Prozesse. Deshalb ist die lieb gewordene Auffassung von Genen als Kausalfaktoren mit festem Ort und klar definierten Aufgaben mit den neuen Erkenntnissen nicht mehr vereinbar". Diese Feststellung im Vorwort beschreibt den Inhalt des Buches und vermittelt indirekt die Absicht des Autors, den neuesten Wissensstand zu den Themen Gene – Genetik - Bauplan des Lebens – Geheimnis des Lebens – Gentechnik zur Verbesserung des Menschen, einem breiten Leserkreis verständlich zu vermitteln. Der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer unterzieht sich dieser Aufgabe mit Akribie und erkennbarer Begeisterung.
Ohne die alles miteinander verbindende Evolutionstheorie wären die vielen Teildisziplinen der Biologie jede für sich einsame Inseln, getrennt voneinander in einem großen Meer der Wissenschaft: Die Neurobiologen wären zwar immer noch gefesselt von zuckenden Nervenzellen, die Botaniker trotzdem fasziniert von der Vielfalt der Pflanzenwelt und die Paläontologen würden dennoch die spannenden Knochenfunde vergangener Epochen vergleichen können. Jede Disziplin würde aber irgendwann immer an die gleiche Grenze mit der gleichen Frage stoßen: Warum? Sie könnten sich nicht untereinander auf Konferenzen austauschen und ihre Befunde vergleichen, denn ihnen fehlte das Konzept, mit dem sie ihre doch so völlig verschiedenen Erkenntnisse über die Natur in Einklang bringen könnten.
Was bedeutet es, ein erfolgreiches Leben zu leben? Und haben alle Menschen dabei die gleichen Chancen? Diesen Fragen geht der Professor für Kriminologie und Strafjustiz an der University of Saint Louis, Brian Boutwell in seinem Essay nach. Für den hpd hat Tobias Wolf den Text übersetzt.
Viele Menschen, besonders Kinder und Jugendliche, interessieren sich für Paläontologie, weil sie Geschichten von blutrünstigen Raubsauriern spannend finden, wenige wissen jedoch, welcher "Knochenarbeit" (in doppelter Bedeutung) es bedarf, der Erdgeschichte ihre diesbezüglichen Geheimnisse zu entreißen. Kai Jäger, der ebenfalls bereits als Kind der Faszination "alter Knochen" erlegen war, führt – als nunmehr 30jähriger Wissenschaftler – die Leser auf "eine Reise zu unseren Ursprüngen".
Um seine zentrale These zu belegen, schlägt der Autor einen weiten Bogen über Stammesgeschichte und Geschichte bis zur individuellen Entwicklung. Von Freuds Triebtheorie ausgehend und sich gleichzeitig von ihr absetzend beschreibt er die Ambivalenz menschlichen Lebens als grundlegenden Widerspruch zwischen einem, wie er es nennt, universellen Vermögen auf der einen Seite und der Lebenswirklichkeit eines jeden Menschen in einer konkreten historischen Situation auf der anderen Seite.
Zeit seines Forscherlebens hatte Charles Darwin (1809-1882) damit zu kämpfen, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in Einklang zu bringen mit der herrschenden Doktrin des christlichen Abendlandes einer gottgegebenen und gottgewollten Vorrangstellung des Menschen über alle Natur. Nicht zuletzt hatte er vor seinen naturwissenschaftlichen Studien ein komplettes Theologiestudium absolviert.
Nicht nur Menschen-Babys, auch die Weißbüschelaffen-Babys verfügen über eine Art "Baby-Sprech", das sich zwar anhört, als wollten sie etwas mitteilen, das aber nichts Bestimmtes bedeutet. Wachsen sie nicht mit ihren Eltern auf, bleiben sie lange in dieser Phase stecken oder mischen ihr "Baby-Babbeln" auch später noch immer wieder solchen Lauten mit gezielter Kommunikation unter.
Das türkische Bildungsministerium kündigte an, dass die Evolutionstheorie aus den gymnasialen Lehrplänen gestrichen werden soll. Damit setzt sich eine wissenschaftsfeindliche Politik der AKP-Regierung um Präsident Recep Tayyip Erdoğan fort.
"Der Zufall ist ein wichtiger Teil unseres Lebens; er hat uns fest in der Hand…." – diese Aussage wissenschaftlich zu untermauern, ist das Ziel des Buches und dem entsprechend lautet auch sein Untertitel "Die Wissenschaft vom Glück": "Leben ist ein riesengroßes Glücksspiel, in dem der Zufall eine alles überragende Bedeutung besitzt".
Die türkische Regierung führt seit Jahren einen beispiellosen Propagandafeldzug gegen die Evolutionstheorie. Sie sorgte dafür, dass der kreationistische "Atlas der Schöpfung" von Harun Yahya eine Auflage von mehreren Millionen Exemplaren erreichte und an viele Schulen des Landes verteilt wurde, und ließ Internetfilter entwickeln, mit denen Webseiten zur Evolutionstheorie nicht mehr aufgerufen werden konnten. Vergeblich haben türkische Wissenschaftler vor den Folgen dieser Wissenschaftsfeindlichkeit gewarnt. Um sie zu unterstützen und türkischsprachigen Kindern einen Einblick in die faszinierende Welt der Evolution zu geben, hat das Evokids-Projekt heute eine türkische Fassung des Lehrfilms "Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit" veröffentlicht.
Rund 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland lehnen die Evolutionstheorie ab, fast 60 Prozent bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist. Die Daten, die die "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland" (fowid) gestern auf ihrer Website veröffentlicht hat, belegen nach Ansicht des Philosophen und Vorstandssprechers der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon eine "bildungspolitische Katastrophe". Wer religiös so voreingenommen sei, dass er nicht einmal die "hunderttausendfach belegte Tatsache der Evolution" akzeptieren könne, habe keinen universitären Abschluss verdient.
Es ist verblüffend, welch hohen Preis Menschen zahlen, wenn sie in den Krieg ziehen. Sie sind bereit, persönlich Kosten zu tragen um ihrer eigenen Gruppe zu nützen, indem sie mit Gruppenangehörigen kooperieren und sich dem Gegner gegenüber feindselig verhalten. Trotz der Aggressivität stärken diese Konflikte das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe, den sozialen Zusammenhalt und die Verbundenheit zwischen Gruppenangehörigen – wesentliche Aspekte eines erfolgreichen Konkurrenzkampfes mit anderen Gruppen.
Ist es typisch, dass in katholischen Familien nicht über Religion gesprochen wird? Das Katholizismus in ihnen praktiziert aber nicht diskutiert wird? Dass die grundlegenden Fragen unseres menschlichen Selbstverständnisses an die "Experten" der Religion abgetreten werden?
"Biologie ist cool und Genetik war noch nie so spannend wie heute" – diesen letzten Satz des Buches gilt es zu beweisen, was dem Autor mühelos gelingt. Humorvoll, spritzig, zuweilen auch flapsig-deftig, immer aber kenntnisreich und spannend, führt der 28jährige Molekularbiologe Martin Moder zu interessanten, oftmals auch überraschenden Einsichten in verschiedene Wissensgebiete der Molekularbiologie und Genetik, erklärt Rätselhaftes und beantwortet wichtige Fragen zur biologischen Zukunft des Menschen.
Was unterscheidet uns vom Affen? Unter anderem das Gen ARHGAP11B. Es kommt nur beim Menschen vor und trägt vermutlich dazu bei, dass wir ein deutlich größeres Gehirn haben. Forscher am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Eine Punktmutation, also der Austausch nur eines einzigen Basenpaars in der DNA dieses Gens, ist dafür verantwortlich, dass sich beim modernen Menschen mehr Hirn-Stammzellen bilden – die Voraussetzung für ein größeres Gehirn.