Ist es typisch, dass in katholischen Familien nicht über Religion gesprochen wird? Das Katholizismus in ihnen praktiziert aber nicht diskutiert wird? Dass die grundlegenden Fragen unseres menschlichen Selbstverständnisses an die "Experten" der Religion abgetreten werden?
"Biologie ist cool und Genetik war noch nie so spannend wie heute" – diesen letzten Satz des Buches gilt es zu beweisen, was dem Autor mühelos gelingt. Humorvoll, spritzig, zuweilen auch flapsig-deftig, immer aber kenntnisreich und spannend, führt der 28jährige Molekularbiologe Martin Moder zu interessanten, oftmals auch überraschenden Einsichten in verschiedene Wissensgebiete der Molekularbiologie und Genetik, erklärt Rätselhaftes und beantwortet wichtige Fragen zur biologischen Zukunft des Menschen.
Was unterscheidet uns vom Affen? Unter anderem das Gen ARHGAP11B. Es kommt nur beim Menschen vor und trägt vermutlich dazu bei, dass wir ein deutlich größeres Gehirn haben. Forscher am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben nun eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Eine Punktmutation, also der Austausch nur eines einzigen Basenpaars in der DNA dieses Gens, ist dafür verantwortlich, dass sich beim modernen Menschen mehr Hirn-Stammzellen bilden – die Voraussetzung für ein größeres Gehirn.
Nicht nur evangelikale Christen, sondern auch sehr viele Muslime – wahrscheinlich die Mehrheit – lehnen die biologische Evolutionstheorie ab. Eine solche Geisteshaltung mutet im 21. Jahrhundert in etwa wie die Behauptung an, die Erde sei eine Scheibe. Ernsthafte Bemühungen, die Religion mit der Evolutionstheorie unter einen Hut zu bringen und die religiös bedingten Barrieren abzubauen, verdienen daher Unterstützung.
Ein Opus magnum in jeder Hinsicht; 613 Seiten geballtes Wissen mit tiefgreifenden Erkenntnissen und einer Vielzahl weiterführender Gedanken zu einer der wichtigsten Entdeckungen des Homo sapiens, der Evolutionstheorie!
In jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Thema Mensch wuchs das Bedürfnis des renommierten Entwicklungspsychologen Rolf Oerter, in Berücksichtigung der Sichtweisen und Forschungsergebnisse weiterer Disziplinen quasi als ersten Schritt seine Sicht des Menschen als eines hochspezifischen Produkts von Evolution, Kultur und Ontogenese in einem vor zwei Jahren erschienenen, akribisch recherchierten und doch verständlich formulierten Werk vorzustellen.
Zum Schweigen ist er noch lange nicht zu bringen. Der heute 87-jährige Noam Chomsky protestierte gegen den Irak-Krieg der USA und beteiligte sich an der Occupy-Wall-Street-Bewegung. Nun hat der große alte Mann der Linguistik eine Art Vermächtnis vorgelegt. Einen Essay, in dem er seine Sprachtheorie mit der Biologie und dem Anarchismus verbindet. "Was für Lebewesen sind wir?", stellt er schon im Titel die Frage.
Zwischen dem 9. und 12. September 2016 finden in Aachen drei Vorträge zur Frage statt, ob Evolution "Science oder Science Fiction" sei. Angekündigt wird unter anderem der Beweis, dass Fossilien nicht mit der Evolutionstheorie in Einklang zu bringen seien.
LEIPZIG. (mpg) Fossile Knochen und Steinwerkzeuge verraten uns viel über die menschliche Evolution. Doch wie sich unsere Vorfahren zum Beispiel fortbewegten oder miteinander interagierten lässt sich daraus kaum ableiten. Forscher fanden mithilfe neuester Analysemethoden heraus, dass die Gangart vom Homo erectus der des modernen Menschen stark ähnelt. Darüber hinaus belegen die Forscher anhand der Fußabdrücke ein Sozialverhalten, das mit dem moderner Menschen vergleichbar ist.
BERLIN. (hpd) 15 Jahre lang beschäftigte sich Andrea Grill mit einer unauffälligen Schmetterlingsgattung, den Ochsenaugen. Sie kommt an einigen Standorten wie Sardinien, österreichischen Tälern oder der türkischen Küste in endemischen Arten vor, die sich für den Laien kaum voneinander unterscheiden. Wissen Schmetterlinge, wenn sie Artgenossen vor sich haben, ist eine der Fragen, die Andrea Grill in ihrem Portrait "Schmetterlinge" stellt.
JENA. (mpg) Dass die äußerliche Erscheinung verschiedener Bestäuber auffallend zur Blütenform der von ihnen besuchten Pflanzen passt, fiel dem Naturforscher Charles Darwin schon vor mehr als 150 Jahren auf. Er beschrieb die im Laufe von Koevolution entstandene äußere Übereinstimmung von Blüten- und Bestäubern als perfektes Ergebnis gegenseitiger Anpassung. Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie aus Jena ist ein eindrucksvoller Beleg von Darwins Beobachtung gelungen.
LEIPZIG/JENA. (mpg) Ein internationales Forscherteam aus den Max-Planck-Instituten in Jena und Leipzig sowie der Universität Harvard untersuchte die DNA von Menschen, die in der Zeit von der Erstbesiedlung des Kontinents bis zum Aufkommen der Landwirtschaft in Europa lebten. Die Befunde weisen auf Perioden langer Kontinuität und auf bisher unbekannte Bevölkerungsbewegungen hin.
LEIPZIG. (mpg) Ein internationales Forscherteam um Camille Daujeard vom Muséum National D'Histoire Naturelle in Paris und Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat Zahnspuren auf dem 500.000 Jahre alten Oberschenkelknochen eines Homininen aus einer Höhle in Marokko analysiert. Dabei fanden die Forscher heraus, dass dieser von großen Fleischfressern, wahrscheinlich von Hyänen, verspeist worden war.
KÖLN. (hpd) Vom Standpunkt des Transhumanismus aus gesehen, ist der Alterungsprozess des menschlichen Körpers eine Erbkrankheit, die in Zukunft geheilt werden kann. Der Mensch ist das Ergebnis einer über Jahrmillionen abgelaufenen Evolution. Wesentlicher Bestandteil des Evolutionsprozesses ist die Selektion. Sie ist in der Regel ein ausgesprochen brutaler Prozess der mit extremem Leid verbunden ist. Die Naturwissenschaft ist nun mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir die zukünftige Weiterentwicklung des Menschen selbst in die Hand nehmen können.
BERLIN. (hpd) Er schrieb wohl in der falschen Sprache, überwiegend in Afrikaans. Dann lebte er zur falschen Zeit am falschen Ort: als Bure während des Burenkrieges in London. Deshalb ist er fast vergessen: Eugène Nielen Marais, der, 1871 geboren, vor 80 Jahren starb und vor über 100 Jahren in Südafrika an Pavianen und Termiten die Langzeitverhaltensforschung in freier Wildbahn begründete.