Ein neuer Erlass, initiiert vom Kronprinzen und inoffiziellen Regenten Mohammed bin Salman, macht's möglich: Frauen im wahhabitischen Gottesstaat erhalten ein weiteres bisschen Freiheit. Gleichzeitig bleiben Frauenrechtlerinnen eingesperrt und werden möglicherweise sogar gefoltert.
Ein Brautpaar aus Ostbevern im Münsterland wollte gerne, dass der Vater der Braut sie während der Zeremonie zum Altar führt. Der Pfarrer lehnte dies ab: Er wolle kein antiquiertes Rollenbild unterstützen.
Am Samstag wird die Karikaturistin Franziska Becker für ihr Lebenswerk mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes geehrt. Doch im Vorfeld der Verleihung entbrannte ein Shitstorm gegen Becker, weil sie in einigen Karikaturen auch den fundamentalistischen Islam satirisch aufs Korn nimmt. Der Vorwurf: Sie sei islamfeindlich und rassistisch.
Liberale MuslimInnen sind entsetzt über die Frankfurter Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions", die die Verhüllung von Frauen feiert. Hier ihre Stimmen. (Ex)MuslimInnen von Lale Akgün bis Abdel-Hakim Ourghi werfen den Ausstellungsmachern "Naivität" und "Anbiederung an den politischen Islam" vor.
Die Bibel vertritt ein klares Frauenbild: Das Weib hat sich dem Manne unterzuordnen. Diese und andere Peinlichkeiten versuchen Theologen gern wegzudeuten, sobald sie dem Zeitgeist widersprechen. Die christliche Jung-Youtuberin Jana geht einen anderen Weg: Sie findet es total okay, dass die Frau sich dem Mann unterordnet.
Lohngerechtigkeit und ein Ende der strukturellen Benachteiligung von Frauen. Das fordert Vizepräsidentin Daniela Trochowski im Namen des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg KdöR zum Equal Pay Day.
Die App Absher ermöglicht es Männern in Saudi-Arabien zu kontrollieren, ob ihre Frauen versuchen, ohne ihr Einverständnis zu verreisen. Die App ist sowohl über den Google Play Store als auch Apple erhältlich. Google sieht hierin keinen Verstoß gegen seine Richtlinien. Apple prüft dies noch.
Die Selbstbestimmung von Frauen wird in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen strukturell eingeschränkt. Zum Internationalen Frauentag appellieren wir an die politischen Verantwortungsträger, gegen die Schlechterstellung von Frauen vorzugehen, sie in der Wahrnehmung ihrer Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten zu stärken und verdiente Frauen im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen.
Seit November 2017 hat das im Westen Südamerikas gelegene Ecuador ein Gesetz zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen. Bei zehntausenden von Fällen von Gewalt und Mord an Frauen jährlich ein dringend notwendiger Schritt. Erste Hoffnungsschimmer jedoch sind nach dem ersten Jahr seit Inkrafttreten der Enttäuschung gewichen.
In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden hunderttausende Indigene in Peru zwangssterilisiert. Unter Präsident Fujimori sollte diese systematische Verletzung der Menschenrechte der Armutsbekämpfung dienen. Heute versuchen die Opfer der Verbrechen Gerechtigkeit und Entschädigung zu erhalten.
Der sogenannte Kompromissvorschlag zur Änderung von § 219a StGB ("Werbung für Schwangerschaftsabbruch"), den die Regierungskoalition im Dezember 2018 vorgelegt hat, verbessert die Situation von Ärzt(inn)en, Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen und ungewollt Schwangeren in keiner Weise. Deshalb ruft das "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung", dem auch die gbs angehört, am 26. Januar zu einem "bundesweiten Aktionstag für die Streichung von § 219a StGB" auf.
Die katholische Kirche hat nach 25 Jahren wieder Stellung zur Entfernung von Gebärmüttern genommen. Üblicherweise als unzulässig, da sterilisierend eingestuft, wird die Entfernung durch die Kongregation für die Glaubenslehre und Papst Franziskus nun als moralisch erlaubt eingestuft, wenn sich der Uterus in einem unveränderbaren Zustand befindet, der keine Fortpflanzung mehr erlaubt.
Eine weitere kleine Reform im wahhabitischen Gottesstaat: Bisher wurden seine Bewohnerinnen nicht zwangsläufig davon in Kenntnis gesetzt, sollten ihre Männer die Ehe beenden. Jetzt soll es keine heimlichen Scheidungen mehr geben, um den Frauen Unterhaltsforderungen zu ermöglichen und den Missbrauch von Vollmachten zu verhindern.
Im November vor 100 Jahren endete in Deutschland die Zeit der Staatskirchen, die insbesondere in den protestantischen Herrschaftsgebieten enge Bindung von Thron und Altar wurde aufgelöst. Die Suche nach der Rolle, die die beiden großen christlichen Kirchen in der Republik spielen sollten, gestaltete sich hingegen schwierig. Das neue Heft der MIZ wirft einen Blick auf die Umbrüche von 1918.
Female Pleasure ist ein schweizer Dokumentarfilm, der fünf Frauen zu Wort kommen lässt, die sich für ein Ende der Unterdrückung weiblicher Sexualität einsetzen. Dabei werden ihre fünf ganz unterschiedlichen Kulturkreise beleuchtet, die eines eint: Frauen und ihre Sexualität werden möglichst klein gehalten. Sie gelten als Verführerinnen zur Sünde und müssen alles daran setzen, Männer nicht zu reizen. Selbst wenn das bedeutet, dass ihnen als jungen Mädchen Geschlechtsorgane abgeschnitten werden.