"Biologie ist cool und Genetik war noch nie so spannend wie heute" – diesen letzten Satz des Buches gilt es zu beweisen, was dem Autor mühelos gelingt. Humorvoll, spritzig, zuweilen auch flapsig-deftig, immer aber kenntnisreich und spannend, führt der 28jährige Molekularbiologe Martin Moder zu interessanten, oftmals auch überraschenden Einsichten in verschiedene Wissensgebiete der Molekularbiologie und Genetik, erklärt Rätselhaftes und beantwortet wichtige Fragen zur biologischen Zukunft des Menschen.
Otfried Höffe, der lange Philosophie an der Universität Tübingen gelehrt hat, legt mit "Geschichte des politischen Denkens. Zwölf Porträts und acht Miniaturen" eine Gesamtdarstellung zum Thema mit Vorlesungscharakter vor. Der durch Lehr- und Publikationstätigkeit ausgewiesene Experte liefert damit einen überaus informativen Überblick, der sich aber nicht immer als wirkliche Einführung lesen lässt und hier und da insbesondere bei der Kommentierung etwas mehr Systematik verdient hätte.
Ein Opus magnum in jeder Hinsicht; 613 Seiten geballtes Wissen mit tiefgreifenden Erkenntnissen und einer Vielzahl weiterführender Gedanken zu einer der wichtigsten Entdeckungen des Homo sapiens, der Evolutionstheorie!
Die Sozialwissenschaftler Andreas Zick, Beate Küpper und Daniela Krause präsentieren in "Gespaltene Mitte. Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2016" die Ergebnisse einer Umfrage zu entsprechenden Auffassungen in der Bevölkerung. Aufgrund der Einheitlichkeit und Kontinuität ihrer Erhebungen verdient auch diese Bestandsaufnahme großes Interesse, was nicht die Kritik an Details wie etwa der Item-Nutzung ausschließt.
In jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Thema Mensch wuchs das Bedürfnis des renommierten Entwicklungspsychologen Rolf Oerter, in Berücksichtigung der Sichtweisen und Forschungsergebnisse weiterer Disziplinen quasi als ersten Schritt seine Sicht des Menschen als eines hochspezifischen Produkts von Evolution, Kultur und Ontogenese in einem vor zwei Jahren erschienenen, akribisch recherchierten und doch verständlich formulierten Werk vorzustellen.
Bernie Sanders, der parteiinterne Konkurrent von Hillary Clinton, stand für eine Politik im Sinne der sozialen Gerechtigkeit. Nach dem Scheitern seiner Kampagne, aber noch vor der Wahl Trumps schrieb er ein Buch: "Our Revolution" ist Autobiographie, Kampagnenbericht und Programmatik zugleich.
Schon der Titel des Buches von Rainer Roth scheint ein Widerspruch zu sein. Doch auch der Inhalt könnte viele irritieren, beschreibt er doch bürgerliche Aufklärer von Locke, Montesquieu über Rousseau bis Kant als Rassisten, Sklaverei nicht als moralischen Unfall der bürgerlichen Gesellschaft, sondern als ökonomisches Fundament von deren Industrialisierung und des Reichtums von Handels- und Industrieunternehmern im 18. / 19. Jahrhundert.
Richard David Precht, der bekannte Autor populärwissenschaftlicher Bücher zu philosophischen Fragen, legt mit "Tiere Denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen" eine längere Erörterung zum Mensch-Tier-Verhalten vor. Damit stößt der Autor wohlmöglich eine notwendige Debatte an, seine "neue Tierethik" überzeugt indessen nicht unbedingt, was die Kritik an den gemeinten Zuständen indessen nicht falsch macht.
Der Religionsphilosoph Anton Grabner-Haider behandelt auf 137 Seiten in einem ersten und zweiten Teil des Buches die älteren und neueren Verflechtungen von Religion und Politik, wobei der Schwerpunkt seiner Ausführungen praktisch exklusiv den Vernetzungen, Verfilzungen und Verschmelzungen zwischen Kirchenchristentum und Staat gewidmet ist. Andere Religionen werden höchstens marginal gestreift.
2016 ist gleich in doppeltem Sinne ein Jack London-Jahr: Es jährt sich sowohl sein 140. Geburtstag wie sein 100. Todestag. Der Autor gehört zu den meistgelesenen Schriftstellern der Welt. In Deutschland erschienen seine Romane meist gekürzt, wodurch der Eindruck von einem Jugend- und Spannungsautor entstand. Abenteuergeschichten aus dem Alaska der Goldrausch-Ära schrieb London tatsächlich. Aber die Reduzierung des Schriftstellers auf diese Sicht ist nicht angemessen. Denn sie unterschlägt sowohl die philosophischen Komponenten wie die politische Orientierung seines Werks.
Mara-Daria Cojocaru lehrt an der Hochschule für Philosophie München Praktische Philosophie, darunter Tierethik. Jahrgang 1980, stand sie aber auch schon auf der Short List des Leonce-und-Lena-Lyrik-Preises. Nun ist von ihr ein Gedichtband erschienen, der so aufbegehrend wie etwas theoretisch "Anstelle einer Unterwerfung" betitelt ist.
Paul Henri Thiry D’Holbach, ein heute weitgehend vergessener Repräsentant der Aufklärung, nahm in "Der gesunde Menschenverstand" eine radikale Kritik an der Religion vor. Endlich liegt wieder eine deutschsprachige Ausgabe des Textes von 1772 mit Erläuterungen und Kurz-Portrait vor.
Der Historiker Michael Hochgeschwender legt mit "Die Amerikanische Revolution. Geburt einer Nation 1763 – 1815" eine ausführliche und lesenswerte Studie zum Thema vor. Dabei widerlegt der Autor weit verbreitete Gründungsmythen, neigt aber mitunter auch zur Detailverliebtheit und hätte die ökonomischen Interessen noch stärker hervorheben können.
Der Politikwissenschaftler Carlo Masala legt mit "Welt-Unordnung. Die globalen Krisen des Westens" eine knappe Abhandlung zum Thema vor, worin aus der Perspektive der "realistischen Schule" auf die Folgewirkungen eines "liberalen Imperialismus" eingegangen wird. Dem Autor gelingt eine anschauliche und informative Darstellung, die auch aus interessen- und machtpolitischer Perspektive auf die Fehler westlicher Interventionspolitik eingeht.
Die USA-Korrespondentin der TAZ, Dorothea Hahn, legt mit "Hillary. Ein Leben im Zentrum der Macht" eine Biographie über die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vor. Es handelt sich um eine informative und sachliche Beschreibung, die auch das Thema "Die Clintons und das liebe Geld" in einem gesonderten Kapitel behandelt.