Rezension

Rezension

Karl war weder groß noch Vorbild

Rolf Bergmeier legt in seinem jüngsten Buch keine weitere Karl-Biografie vor, sondern versucht vielmehr, dem Historiker-Mainstream, der den Regenten zum "Vater Europas" hochstilisiert und entsprechend lobhudelt, entgegenzutreten. Zu Recht, meint Hans Trutnau.

Han Kang

Han Kangs Roman "Die Vegetarierin"

Die Ohnmacht des Fleisches

Eine Frau weigert sich. Sie tut dies mit wortloser Entschlossenheit. Sie will kein Fleisch mehr essen. Sie magert ab. Ihre pflanzenhafte Sanftheit weckt das Begehren ihres Schwagers, vielleicht auch ihre Rebellion. Er macht sie zu seinem Modell, zum Objekt seiner Kunstphantasie und treibt sie in den Wahnsinn. Der nun auf Deutsch erschienene, bereits verfilmte Roman "Die Vegetarierin" der südkoreanischen Autorin hat tragische Größe.

Ein Sammelband aus sozialwissenschaftlicher Sicht

Rechtspopulismus zwischen Fremdenangst und 'Wende'-Enttäuschung

Die Sozialwissenschaftler Karl-Siegbert Rehberg, Franziska Kunz und Tino Schlinzig haben mit "Pegida. Rechtspopulismus zwischen Fremdenangst und 'Wende'-Enttäuschung" einen Sammelband mit 28 Beiträgen aus sozialwissenschaftlicher Sicht vorgelegt. Angesichts des Umfangs bleiben Widersprüche und Wiederholungen nicht aus, gleichwohl liegt eine informative Darstellung mit qualitativ aber unterschiedlichen Texten vor.

Veganismus

"Gemüseheilige" gibt es schon lange

Unter Großstadtjugendlichen gibt es einen Hype: den Veganismus. Ernährung ohne tierische Produkte ist "in". Die Argumente dafür lauten: Gesundheit, Ökologie und Tierwohl. Dabei handelt es sich aber um kein neues Phänomen: Bereits im 19. Jahrhundert gab es Veganer, nur nannten sie sich selbst noch nicht so.

Rezension

"Filz und Altar"

Wer nach dem Titel des Buches eine Kampfschrift erwartet, wird enttäuscht sein, wer dagegen Wissensvermittlung und Aufklärung auf hohem essayistischem Niveau schätzt, kommt auf seine Kosten. Zwei Philosophen beschreiben – humorvoll-salopp, zuweilen auch ironisch - die vielfältigen Verflechtungen von Religion und Kirche mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seit dem Mittelalter bis heute und analysieren dazu auch gesellschaftliche, geistige und politische Reaktionen, die den Filz von Staat und Kirche sukzessive aufbrechen, bzw. aufzubrechen versuchen.

Innovatives Führungskonzept im 21. Jahrhundert

"Wir-Intelligenz"

Nicht wenige behaupten, dass zur Zeit enorm viele Umbrüche in wirtschaftlicher, politischer und sozio-kultureller Hinsicht zu verzeichnen sind. Phänomene wie Globalisierung, demographischer Wandel, technologische Innovationen und daraus resultierende Rationalisierungsprozesse charakterisieren die steigende Komplexität im 21. Jahrhundert. Mit ihrem Buch "We-Q" versucht die Autorin und erfolgreiche Unternehmerin, Nicole Brandes, die Dringlichkeit neuer, innovativer Führungskonzepte für Unternehmen zu unterstreichen.

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Menschenrechte auf hundert Seiten

Martin Klingst, politischer Korrespondent bei der "Zeit", legt mit "Menschenrechte" eine knappe Einführung zum Thema auf gerade mal hundert Seiten vor. Als erster Einstieg ins Thema ist der Band nützlich, leider fehlen ihm Ausführungen zur Philosophie der Menschenrechte im Sinne einer inhaltlichen Herleitung.

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Tolstojanismus als soziale Bewegung in den Niederlanden

Der Journalist und Lehrer Dennis de Lange beschreibt und analysiert in "Die Revolution bist Du! Der Tolstojanismus als soziale Bewegung in den Niederlanden" das im Untertitel genannte Phänomen. Dabei nutzt der Autor sowohl die Bewegungsforschung wie die Geschichtswissenschaft als Methode und kommt zu interessanten Ergebnissen zu einem eher exotischen Thema.

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"Die Grenzen der Toleranz" – der neue Michael Schmidt-Salomon

Der Philosoph und Publizist Michael Schmidt-Salomon legt mit "Die Grenzen der Toleranz. Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen" einen Kommentar zur aktuellen Islam-Debatte vor, welcher aber auch Grundsatzfragen für eine offene Gesellschaft erörtert. Der Autor nimmt dabei eine differenzierte Position ein und plädiert für eine rational entwickelte Auffassung von Toleranz, womit man es zwar nicht mit einem hochphilosophischen Buch, aber einem beachtenswerten Debattenbeitrag zu tun hat.

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Ein Pfarrer verbrennt sich

Ein ungewöhnliches Buch über den "Fall Brüsewitz" liegt vor. Es ist mit fast 700 Seiten trotz leserunfreundlicher kleiner Schrift auch außerordentlich dick, geschrieben mit einer eigenwilligen Sicht auf die DDR und ihre Kirchengeschichte, entwickelt aus der Mehrseitenbetrachtung der historischen Realität, die akribisch erkundet wird.