Erst hat Deutschland kacke gespielt. Dann hat ein deutsches Mädchen auf der Tribüne geweint. Dann hat ein Kameramann das weinende Mädchen für ein tolles Motiv gehalten. Dann hat eine Fernsehregie sich über das tolle Motiv des Kameramanns gefreut. Dann haben die Menschen im Stadion und hat die Welt das weinende Mädchen gesehen. Dann brach der Hass bösartiger britischer Fans auf das kleine weinende Mädchen los. Dann schämte sich ein Mann aus Wales für seine Landsleute und fing an, Geld für das kleine Mädchen zu sammeln, als Entschädigung.
Ein Zeichen für Diversität zu setzen gehört zu den erklärten Zielen der Olympischen Spiele 2021. Doch während die Vorbereitungen auf das Sportspektakel auf Hochtouren laufen, hat sich im Gastgeberland Japan die Hoffnung auf einen festgeschriebenen Schutz von sexuellen Minderheiten zerschlagen.
Eine WhatsApp-Nachricht, in der Ex-Fußball-Nationaltorhüter und Hertha-BSC-Aufsichtsrat Jens Lehmann den Ex-Nationalspieler und TV-Fußballexperten Dennis Aogo als "Quotenschwarzen" bezeichnete, sorgte in der vergangenen Woche für Diskussionen. Ein Kommentar von Mukeba Muamba.
Gibt es "rationale" Spiritualität? Kann sie uns heilen, wenn wir krank sind? Diese Frage sollten wir auch stellen, wenn die Corona-Pandemie einmal hinter uns liegt, meint unsere Kolumnistin Natalie Grams.
Fußball-Moderatoren haben gerade eine große Zeit. Diese Woche stehen sie mal selber im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Das Problem ihres Jobs ist ja schon immer: Sie sind super gern in den Medien. Aber die Stars, das sind immer die anderen.
Wir wissen es seit Abraham und Hiob: Der Herr prüft die Seinen. Und wer wäre deutlicher dazu ausersehen, zum Spielball des mächtigsten Herrschers in der Höhe zu werden als ein italienischer Aushilfsverteidiger mit Namen Bryan Cristante?
Was hilft in einer Virus-Pandemie mehr: Den Körper fit zu halten? Oder in geschlossenen, eher kühlen Räumen herumzuknien und laut zu singen? In Polen ist diese Frage längst beantwortet. Natürlich ist dem Herumknien und Singen im Kreise weiterer Knie-Enthusiasten der Vorzug zu geben. Aber Polen ist eben auch ein sehr katholisches Land, und in solchen Ländern hilft gegen alles am ehesten der liebe Gott.
Robert Claus veranschaulicht in seinem etwas unpassend betitelten Buch "Ihr Kampf. Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert", dass Kampfsport für Rechtsextremisten immer attraktiver wird und man auch länderübergreifend zusammenarbeitet. Das Buch macht dies in eher journalistisch gehaltenen Berichten anhand von vielen Beispielen deutlich und plädiert berechtigt für mehr Aufmerksamkeit für solche Kontexte.
Das Champions-League-Finale überraschte mit einer weltanschaulichen Werbebotschaft – für den lieben Herrn Jesus. Der Bayernspieler David Alaba trug ihn auf einem T-Shirt spazieren. Oder haben wir uns da nur verguckt?
Kurz vorm Champions-League-Finale verkündet der deutsche Trainer die Qualitäten seines Teams: Verbissenheit. Besessenheit. Hunger. Härte. Hm! Sind das wirklich Eigenschaften, denen die Jugend der Welt nacheifern soll?
Sie war die erste Frau, die für den Iran auf dem olympischen Treppchen stand. 2016 gingen die Bilder von Taekwondo-Kämpferin Kimia Alisadeh um die Welt: Stolz trug die 18-Jährige in Rio de Janeiro ihre Bronzemedaille, um den Kopf einen weißen Hidschab. Alle Frauen im Iran müssen dieses Kopftuch tragen, Repräsentantinnen des Landes auch im Ausland. Nun hat Kimia Alisadeh den Hidschab abgelegt und ihrem Heimatland den Rücken gekehrt.
Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender bei Schalke 04, hat mit seinen Äußerungen über "die Afrikaner" und ihre Fortpflanzung eine Rassismus-Debatte ausgelöst. Was ist davon zu halten? Ein Kommentar von hpd-Autor Mukeba Muamba.
Das US-Nationalteam der Fußballerinnen ist extrem erfolgreich. Neben drei gewonnen Weltmeisterschaften konnten die Frauen vier Olympiasiege und zahlreiche weitere Erfolge für sich verbuchen. Obwohl sie damit wesentlich besser sind als die männliche US-Auswahl liegen Verdienste und Boni weit unter denen der männlichen Spieler.
Die britische Journalistin Catrine Clay beschreibt in "Trautmanns Weg. Vom Hitlerjungen zur englischen Fußball-Legende" die Entwicklung eines ehemaligen Weltkriegssoldaten im Land seiner früheren Feinde. Auch wenn die Biographie für sich nicht unbedingt die gelungenste Lebensbeschreibung ist, wird hier doch exemplarisch auch die politische Kraft des Sports deutlich.
Schach-Star Anna Musytschuk will ihre Weltmeistertitel nicht verteidigen. Nicht in Saudi-Arabien, wo Frauen verschleiert sein müssen. Wo sie nicht unbegleitet auf die Straße dürfen. Weltweit wird sie dafür gefeiert.