Mit einem Aufritt ohne Kopftuch setzte die iranische Schachspielerin Sara Khadem bei einem Turnier in Kasachstan vor wenigen Tagen ein Zeichen gegen das Regime in ihrem Land. Nach Drohungen gegen sie und ihre Familie ist Khadem nun nicht mehr in den Iran zurückgekehrt.
Am Wochenende beginnt sie nun also, die unsägliche WM in Katar, die seit Jahren für Schlagzeilen sorgt: Korruption, grobe Menschenrechtsverletzungen, ein Schlag ins Gesicht für den Klimaschutz. Wohl nie zuvor gab es so viele Boykott-Ankündigungen. Wie konsequent sie umgesetzt werden, wird sich zeigen.
Am 1. Juli veröffentlichte das Weiße Haus die Liste der 17 Personen, die die diesjährige "Presidential Medal of Freedom" erhalten sollten. Unter ihnen nicht nur ein berühmter Schauspieler, eine Mitarbeiterin im Gesundheitsdienst und ein posthum geehrter Begründer eines Technikunternehmens, sondern auch Fußballerin Megan Rapinoe. Sie erhielt die Medaille für ihren Einsatz unter anderem für gleiche Bezahlung im Männer- und Frauenfußball.
Das IOC habe den Sport zum Spielball chinesischer Interessen werden lassen, so die Gesellschaft für bedrohte Völker in einer Pressemitteilung. Das Schweigekartell über Völkermord und Unterdrückung habe zusammengehalten. Die Olympischen Spiele müssten sich nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation in einer veränderten politischen Welt neu erfinden.
Seit dem skandalösen Ritt der Modernen Fünfkämpferin Annika Schleu bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokyo wird mit Vehemenz darüber gestritten, ob das nun Tierquälerei war - sprich: ein möglicherweise strafbarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz - oder nicht. Schleu hatte das ihr kurz vor dem Wettkampf zugeloste Pferd "Saint Boy" über einen Hindernisparcours zu zwingen versucht. Das scheuende und offenkundig extrem gestresste Pferd - panisch aufgerissene Augen und über und über schweißbedeckt - wurde mit Gertenschlägen und wiederholten Sporentritten in die Flanken angetrieben.
Erst hat Deutschland kacke gespielt. Dann hat ein deutsches Mädchen auf der Tribüne geweint. Dann hat ein Kameramann das weinende Mädchen für ein tolles Motiv gehalten. Dann hat eine Fernsehregie sich über das tolle Motiv des Kameramanns gefreut. Dann haben die Menschen im Stadion und hat die Welt das weinende Mädchen gesehen. Dann brach der Hass bösartiger britischer Fans auf das kleine weinende Mädchen los. Dann schämte sich ein Mann aus Wales für seine Landsleute und fing an, Geld für das kleine Mädchen zu sammeln, als Entschädigung.
Ein Zeichen für Diversität zu setzen gehört zu den erklärten Zielen der Olympischen Spiele 2021. Doch während die Vorbereitungen auf das Sportspektakel auf Hochtouren laufen, hat sich im Gastgeberland Japan die Hoffnung auf einen festgeschriebenen Schutz von sexuellen Minderheiten zerschlagen.
Eine WhatsApp-Nachricht, in der Ex-Fußball-Nationaltorhüter und Hertha-BSC-Aufsichtsrat Jens Lehmann den Ex-Nationalspieler und TV-Fußballexperten Dennis Aogo als "Quotenschwarzen" bezeichnete, sorgte in der vergangenen Woche für Diskussionen. Ein Kommentar von Mukeba Muamba.
Gibt es "rationale" Spiritualität? Kann sie uns heilen, wenn wir krank sind? Diese Frage sollten wir auch stellen, wenn die Corona-Pandemie einmal hinter uns liegt, meint unsere Kolumnistin Natalie Grams.
Fußball-Moderatoren haben gerade eine große Zeit. Diese Woche stehen sie mal selber im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Das Problem ihres Jobs ist ja schon immer: Sie sind super gern in den Medien. Aber die Stars, das sind immer die anderen.
Wir wissen es seit Abraham und Hiob: Der Herr prüft die Seinen. Und wer wäre deutlicher dazu ausersehen, zum Spielball des mächtigsten Herrschers in der Höhe zu werden als ein italienischer Aushilfsverteidiger mit Namen Bryan Cristante?
Was hilft in einer Virus-Pandemie mehr: Den Körper fit zu halten? Oder in geschlossenen, eher kühlen Räumen herumzuknien und laut zu singen? In Polen ist diese Frage längst beantwortet. Natürlich ist dem Herumknien und Singen im Kreise weiterer Knie-Enthusiasten der Vorzug zu geben. Aber Polen ist eben auch ein sehr katholisches Land, und in solchen Ländern hilft gegen alles am ehesten der liebe Gott.
Robert Claus veranschaulicht in seinem etwas unpassend betitelten Buch "Ihr Kampf. Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert", dass Kampfsport für Rechtsextremisten immer attraktiver wird und man auch länderübergreifend zusammenarbeitet. Das Buch macht dies in eher journalistisch gehaltenen Berichten anhand von vielen Beispielen deutlich und plädiert berechtigt für mehr Aufmerksamkeit für solche Kontexte.
Das Champions-League-Finale überraschte mit einer weltanschaulichen Werbebotschaft – für den lieben Herrn Jesus. Der Bayernspieler David Alaba trug ihn auf einem T-Shirt spazieren. Oder haben wir uns da nur verguckt?
Kurz vorm Champions-League-Finale verkündet der deutsche Trainer die Qualitäten seines Teams: Verbissenheit. Besessenheit. Hunger. Härte. Hm! Sind das wirklich Eigenschaften, denen die Jugend der Welt nacheifern soll?