KORSO-Ratsversammlung

Auch ohne Wunder positive Bilanz

korso_2014.jpg

Rainer Rosenzweig, Ralf Lux, Helmut Kramer, Helmut Fink, Konny Neumann, Iris Neumann, Christian Brücker (v.l.n.r.)
Rainer Rosenzweig, Ralf Lux, Helmut Kramer, Helmut Fink, Konny Neumann, Iris Neumann, Christian Brücker.

OBERWESEL. (hpd/korso) Am vergangenen Samstag, 29. November trafen sich 14 Delegierte und fünf Gäste aus acht Verbänden zur jährlichen Ratsversammlung des Koordinierungsrats säkularer Organisationen KORSO Deutschland. Tagungsort war der Stiftungssitz der Giordano-Bruno-Stiftung gbs, einer der Mitgliedsorganisationen des KORSO.

Der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) sieht seine Aufgabe darin, die Interessen und Aktivitäten unterschiedlicher Organisationen im säkularen Spektrum zu koordinieren, Fähigkeiten und Stärken der einzelnen Mitgliedsverbände herauszuarbeiten, Gemeinsamkeiten zu identifizieren, Unterschiede zu diskutieren und zu benennen und sich gegenseitig in seiner Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Ziel ist es, eine Grundlage für Zusammenarbeit der Verbände zu schaffen, wo sie sinnvoll ist, und Missverständnisse zwischen den Verbänden zu vermeiden, sofern diese aus fehlender Kommunikation resultieren.

Vor zwei Jahren nahm ein neuer Vorstand des KORSO unter dem Vorsitz des Physikers Helmut Fink seine Arbeit auf. Ziel war es zunächst, die Arbeitsfähigkeit des KORSO e.V. herzustellen, indem eine Satzung beim Registergericht eingereicht und die Gemeinnützigkeit beantragt wurde. Nach Eintragung der gültigen Satzung im Dezember 2013 und der Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Berlin Charlottenburg war der Weg frei für erste Aktivitäten des ehrenamtlich agierenden Gremiums.

Meilenstein war eine Strategietagung im Mai 2014, bei der in Kassel die Positionen der Mitgliedsverbände zu einem Fragenkatalog von 80 Grundthemen diskutiert wurden. Mitglied im KORSO sind neben der gastgebenden Giordano Bruno Stiftung (GBS) der Dachverband Freier Weltanschauungen (DFW), der Deutsche Freidenkerverband (DFV), der Humanistische Verband Deutschlands (HVD), der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), die Jugendweihe Deutschland (JWD), die Stiftung Geistesfreiheit und die Stiftung Unitates.

Im Vorfeld der Kasseler Tagung waren die Mitgliedsverbände aufgerufen, Stellungnahmen zu 80 vorformulierten Fragen abzugeben. Die darauf folgende ausführliche Debatte in konstruktiver Atmosphäre hatte dazu geführt, dass die Mitgliedsverbände untereinander ihre Positionen kennen und dabei verstehen lernten, welcher Argumentation und welcher inneren Logik die Schwerpunktsetzungen der einzelnen Verbandsinteressen entspringen. Dabei gelang es, die Sensibilität für Standpunkte des/der anderen zu steigern, auch wenn sie den eigenen Intentionen entgegenzustehen scheinen. Als eines der Ergebnisse von Kassel waren die Mitgliedsverbände aufgerufen, ihre Positionen anhand der vorgebrachten Diskussionen und Argumente zu präzisieren. Nach dieser Präzisierung sollen Teile der Positionsabfrage die Grundlage für gemeinsame KORSO-Positionen bilden und im Lauf des nächsten Jahres online zur Verfügung gestellt werden.

An die inspirierende Atmosphäre in Kassel konnten die Delegierten in Oberwesel auch dank der herzlichen Aufnahme des Gastgebers Herbert Steffen anknüpfen.

Helmut Fink berichtete als Vorsitzender in der Sitzung von den Aktivitäten des KORSO im abgelaufenen Jahr. Hervorzuheben ist dabei ein Fachgespräch am 24. November bei den Verfassungsrichtern des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, an dem u.a. Helmut Fink als Vertreter des KORSO teilgenommen hatte.

Außerdem berichtete er von zwei Initiativen, bei denen sich der KORSO unterstützend einbringt: eine Aktion des “Forums Offene Religionspolitik” zur Gründung einer Deutschen Konferenz für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und die Initiative “Mein Ende gehört mir”.

In einer ausführlichen Debatte machten sich die Anwesenden bewusst, dass der KORSO in seiner derzeitigen Struktur und finanziellen Ausstattung keine Wunder vollbringen kann. Allerdings ist es gelungen, dem Namen gerecht zu werden, also nach innen vermittelnd und im positiven Sinne koordinierend zu wirken. Daran soll auch in Zukunft angeknüpft werden.

Die Sitzung in Oberwesel hatte auch die Aufgabe, einen neuen Vorstand zu wählen. Dabei kandidierte fast der gesamte seit zwei Jahren amtierende Vorstand erneut. Da aber laut Satzung der Vorstand aus einer ungeraden Anzahl von Personen bestehen soll und in der laufenden Legislaturperiode Philipp Möller sein Vorstandsamt aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte, hat der bisherige Beisitzer im Vorstand Rudolf Ladwig signalisiert, nicht wieder zu kandidieren, um die Satzungsempfehlung künftig wieder einzuhalten.

Die kandidierenden Vorstandsmitglieder wurden von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt. Der neue KORSO-Vorstand setzt sich also bis Ende 2016 aus den folgenden Personen zusammen:

Vorsitzender: Helmut Fink, stellv. Vorsitzender: Helmut Kramer, Schatzmeisterin: Iris Neumann, Beisitzer: Christian Brücker, Ralf Lux, Konny Neumann, Rainer Rosenzweig.

Fernziel des KORSO ist es, eine gemeinsame Strategie aller säkularen Verbände in Deutschland zu entwickeln und im Binnenverhältnis künftig weiterhin im positiven Sinne zu vermitteln und zu koordinieren.