Kommenden Samstag:

Humanisten versammeln sich zum dritten Mal in Hamburg

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Der Hamburger Humanistentag findet in der renommierten Patriotischen Gesellschaft statt.
Haus der Patriotischen Gesellschaft Hamburg

Wie schon in den Jahren 2013 und 2019 wird auch 2026 wieder ein Humanistentag in Hamburg stattfinden. Im Mittelpunkt stehen säkulare und humanistische Themen, die für Hamburg eine besondere Relevanz haben. Damit soll sowohl den weit über 50 Prozent konfessionsfreien Bürgern der Stadt ein Gesprächsangebot gemacht werden als auch der Austausch mit anderen Weltanschauungsgemeinschaften und Religionen gefördert werden.

Veranstalter ist das Säkulare Forum Hamburg, die Dachorganisation zahlreicher säkularer Verbände in der Hansestadt. Als Tagungsort ist erneut das Gebäude der Patriotischen Gesellschaft von 1765 in der Innenstadt, ganz in der Nähe des Rathauses, gemietet. Zwei parallele Veranstaltungsstränge ermöglichen es Teilnehmenden, eine passende Themenauswahl zu treffen. Im Zentrum und "ohne Konkurrenz" wird um 13 Uhr im großen Raimarussaal Prof. Julian Nida-Rümelin zum Thema "Der Epochenbruch: Plädoyer für einen erneuerten, kosmopolitischen Humanismus" vortragen und diskutieren. Nida-Rümelin ist ein bekannter Philosoph, ehemaliger Lehrstuhlinhaber an der LMU München mit zahlreichen Auslandsprofessuren, vormaliger Kulturstaatsminister im Bundeskanzleramt (Schröder I), Vorsitzender der SPD-Grundwertekommission von 2010 bis 2015, seit 2022 Gründungsrektor der Humanistischen Hochschule Berlin.

Um diesen Mittelpunkt gruppieren sich verschiedene Vorträge und Diskussionen: Ali Ertan Troprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland und Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, streitbarer Publizist und CDU-Politiker, spricht gleich zu Beginn um 10 Uhr über "Säkularität in der Einwanderungsgesellschaft". Ihm folgt der Arzt Guido Hegazy. Er wird zu "Beschneidung von Jungen: Medizinische und ethische Perspektiven auf ein Tabuthema" sprechen.

Parallel bietet der Humanistentag im Kirchhof-Saal eine Diskussionsrunde zum Thema "Religionsunterricht für alle – oder besser: Philosophie/Ethik für alle?" Unter Leitung von Karin Hufert (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – GEW) diskutieren Prof. Kerstin Michalik (Universität Hamburg), Corinna Schönfeldt (Landesarbeitsgemeinschaft Bildung von Bündnis90/Die Grünen), Gerhard Lein (ehemaliges Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, SPD). Hier wird es unter anderem auch um die Kampagne der GEW bei OpenPetition gegen den Monopolcharakter des Religionsunterrichts für alle (Rufa) in den Klassen 1 bis 6 der Hamburger staatlichen Schulen gehen. Gleich im Anschluss unterhält sich Gerhard Lein über "Säkulare Politik in Parteien" mit Gudrun Schittek (Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, Grüne) und Stephan Jersch (MdHB, Linke). Lein ist seit Jahresbeginn Co-Sprecher des Bundesarbeitskreises Säkularität und Humanismus der SPD.

Nach einer Pause berichten Eva Creutz und Ricarda Hinz vom Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA!) über ihre Erfahrungen in "15 Jahre erfolgreicher Aktivismus". Sie geben Ratschläge und setzen motivierende Impulse.

Parallel dazu pointiert Philipp Möller, Vorsitzender des Zentralrates der Konfessionsfreien, mit der selbstbewussten Aussage "Absolute Mehrheit für eine säkulare Politik". Wer ihn kennt, weiß um die motivierende und mitreißende Wirkung seiner Vorträge.

Nach erneuter Pause geht es um 16 Uhr um das Thema "Unterwerfung oder Selbstbestimmung – Brauchen wir eine öffentlich-rechtliche KI?" Alois Krtil (CEO des Artificial Intelligence Center Hamburg – ARIC) diskutiert mit Tim Stoberock (MdHB, SPD), Christian Lührs (Ingenieur und Vorsitzender des Säkularen Forums Hamburg) und Prof. em. Günter Tolkiehn (Wirtschaftsinformatiker). Im Anschluss spricht Carsten Frerk über "Die Globale Säkularisierung". Frerk ist seit 20 Jahren Leiter der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), Autor von Werken wie "Violettbuch Kirchenfinanzen" und "Kirchenrepublik Deutschland" und kann dieses Thema sozialwissenschaftlich und mit einer guten Prise Humor darstellen.

Im Nachbarsaal "Raimarus" stellt Andrée Gerland "Wirkungsfelder des praktischen Humanismus" vor. Gerland ist Geschäftsführer der Humanisten Baden-Württemberg und verfügt über einschlägige Erfahrungen, die in Hamburg genutzt werden können. Abschließend diskutieren Michael Gwosdz (MdHB, Grüne, Fraktionsvorsitzender) mit Thomas Kärst (Landeskirchlicher Beauftragter bei Senat und Bürgerschaft beim Konzern "Freie und Hansestadt Hamburg" (FHH) und Vorsitzender des Rundfunkrates) mit Christian Lührs zum Thema "Opfer oder Akteure – wie zeitgemäß sind Religionen und Weltanschauungen?"

Schließlich zelebriert zum Abschluss die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters eine "Nudelmesse", mit der ihre Anhänger, Pastafari genannt, satirisch gegen Schöpfungsglaube und andere religiöse Dogmen und für den wissenschaftlichen Zweifel agieren.

Dritter Hamburger Humanistentag, 21. März 2026, 10 bis 20 Uhr, Patriotische Gesellschaft Hamburg.

Das gesamte Programm finden Sie hier.

Der Eintritt ist wie immer frei, eine Anmeldung aus organisatorischen Gründen (z.B. Catering) erwünscht unter info@sf-hh.org.

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