Das „neue" Menschenrechtsdenken
Der Band von Menke und Pollmann gliedert sich in vier große Teile: Zunächst geht es um die Begriffe und Begründungen der Menschenrechte, wobei moralische und politische Konzeptionen und die Auseinandersetzung mit Einwänden des Relativismus und Totalitarismus behandelt werden. Bei den folgenden Ausführungen zur Reichweite des Menschenrechtsverständnisses stehen maximalistischen und minimalistischen Universalismusauffassungen im Zentrum der Darstellung und Diskussion. Das Thema Menschenwürde bildet den nächsten Schwerpunkt, wobei die Unterschiede zwischen einem freiheits- und gelingenstheoretischen Würdebegriff erörtert werden. Und schließlich geht es im letzten Teil um die politischen Aspekte, bezogen auf das Verhältnis von Demokratie und Menschenrechte und die Diskussion über ein Konzept des Weltbürgerrechts.
Menke und Pollmann legen mit ihrem Band eine überaus informative und kenntnisreiche Darstellung zur aktuellen philosophischen Diskussion über die Menschenrechte vor. Ausführlich setzten sie sich mit unterschiedlichen Konzepten von Jürgen Habermas, Otfried Höffe, John Rawls oder Richard Rorty auseinander. Hierbei handelt es sich aber nicht um einfache Kost - und insofern ist diese Einführung auch keine Einführung. Sie setzt eine Menge an Vorwissen voraus. Darüber hinaus konzentrieren sich die beiden Autoren auch auf die Auseinandersetzungen nach 1945. Die zuvor entwickelten Konzeptionen bleiben weitgehend außen vor. Insofern ist der Band nur eine Ergänzung zu anderen Gesamtdarstellungen, aber eine beachtenswerte und reflexionswürdige Ergänzung.
Armin Pfahl-Traughber
Christoph Menke/Arnd Pollmann, Philosophie der Menschenrechte zur Einführung, Hamburg 2007 (Junius-Verlag), 256 S., 14,90 €
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