Die Religionsfreiheit ist zweifellos ein wichtiges Rechtsgut. Wir verdanken die Freiheit, den Glauben und die Religion immer und überall frei zu wählen, der Aufklärung und den Menschenrechten. Ein wichtiger Aspekt der Emanzipation. Die Religionsfreiheit hat aber auch einen Pferdefuß: Sekten und radikale Glaubensgemeinschaften reklamieren sie auch für sich, obwohl dies nicht dem ursprünglichen Sinn entspricht.
Wer in einer sektenhaften Gruppe aktiv ist, taucht in eine mentale Parallelwelt ab. Denken, Handeln und Fühlen ändern sich oft radikal, die geistige Welt ebenfalls – meist begleitet von einer erheblichen Wesensveränderung.
Wohl aus Ärger über den Widerstand einer Pfingstgemeinde gegen die städtischen Anti-Corona-Auflagen hat ein unbekannter Täter im US-Bundesstaat Mississippi deren Kirche zerstört. Er hinterließ eine Botschaft – und ein atheistisches Symbol.
Pastor Christian Stockmann ruft in einem Video seiner "Mandelzweig"-Gemeinde offen zum Rechtsbruch geltender Gesetze auf. Seit dieser Woche sind Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus in Kraft, die bei Zuwiderhandlung geahndet werden können. Diese Maßnahmen seien "Wahnsinn" und dienten nur als Test zur Manipulation der Massen in der Endzeit. Die Krone setzt der Prediger seinen Auslassungen auf, indem er die Gesetze zur Pandemiebekämpfung mit der Verpflichtung zum Zeigen des Hitlergrußes im Dritten Reich vergleicht – und diesen auch demonstriert.
Die Skandale um den selbsternannten Propheten Shepherd Bushiri reißen nicht ab. Nachdem einem seiner Priester in Thembalethu die Vergewaltigung einer 23-jährigen Gläubigen der Gemeinde vorgeworfen wurde, setzten aufgebrachte Menschen die örtliche Kirche Bushiris in Brand.
Der Deutsche Reinhard Bonnke war einer der bekanntesten Pastoren auf dem internationalen Freikirchen-Parkett. Und auch einer der Schillerndsten. Mit seinen publikumswirksamen Auftritten lief der "Mähdrescher Gottes", wie er sich gern bezeichnete, manchem amerikanischen Prediger den Rang ab.
Der amerikanische Präsident machte seine persönliche Pastorin zu seiner Mitarbeiterin. Sie soll im Wahlkampf Freikirchler motivieren, wieder Trump zu wählen.
Sao Paulo erlebt einen Kirchenboom. In den letzten knapp 25 Jahren hat sich die Anzahl der Gebetshäuser um 2.433 erhöht. Obwohl die katholische Kirche noch immer die meisten Kirchen besitzt, holen Gemeinschaften der Pfingstbewegung rasch auf. Durch die steuerliche Begünstigung von Kirchen entgehen dem Staat jedes Jahr mehrere Millionen Real.
Fast alle Glaubensgemeinschaften tun sich schwer mit dem Thema Sex. Die meisten wollen die Kontrolle über ihre Schäfchen bis unter die Bettdecke. Denn die Sexualität ist eine Kraft, die auch mit religiösen Anreizen und Geboten nicht zu bändigen ist.
Wer sich zum Start ins Wochenende mal wieder aufregen will über den Irrsinn von Religion und was passiert, wenn man sie mit der Tagespolitik vermischt, ist hier genau richtig: Ein afroamerikanischer Pastor erklärte vor drei Tagen im US-Fernsehen, warum Trump kein Rassist sei, Gott keine offenen Grenzen möge und deutete an, dass Satan in der EU die Fäden ziehe.
Der chilenische Bischof Eduardo Durán war wegen seines durch den Zehnten finanzierten Luxus-Lebensstils in die Kritik geraten. Aus dem Zehnten hatte er unter anderem teure Autos finanziert. Wochenlang schob er vor laufenden Kameras das Ansehen der Kirche vor, um seinen Lebensstil zu rechtfertigen. Nun ist er zurückgetreten.
Die Freikirche "Touch The Love Ministries" zeigt sektenhafte Züge, wie die persönliche Erfahrungen eines Ex-Mitglieds zeigen. Ein Bericht über psychischen Druck, Isolation und die Flucht aus der Gemeinschaft.
Wer im Glauben stark ist, braucht keine Medikamente. Mit solchen Sprüchen reden Kirchenführer in Uganda den Gläubigen selbst bei schweren Erkrankungen Arztbesuche und Medikamente aus. Diese gefährliche Praxis hätte einem 9-jährigen Mädchen fast das Leben gekostet.
Gott hat bekanntlich Adam und Eva erschaffen. So macht es uns die Bibel weis. Um sich vermehren zu können, ergänzten sie sich körperlich. So weit, so klar. Doch im Lauf der Fortpflanzung gab es Männer, die keine Lust hatten, eine Frau zu bezirzen und zu begatten. Sie trieben es lieber mit Männern. Und es gab Frauen, die sich beim Anblick eines nackten Mannes unwohl fühlten.