Rezension

Die "Hisbollah" – Eine erste deutschsprachige Überblicksdarstellung

Die Bedeutung der Hisbollah ist jedem Kenner des Nahost-Konflikts klar. An einer deutschsprachigen Einführung zu ihrer Geschichte fehlte es bislang. Joseph Croitoru, ein bekannter Fachjournalist, legt jetzt eine solche Monographie vor: "Die Hisbollah. Irans Schattenarmee vor den Toren Israels". So informativ der Band die Ereignisse beschreibt, so sehr hätte man sich aber auch noch mehr Analyse und Einschätzungen gewünscht.

Die letzten Stimmen des Holocaust

Im gleichnamigen Buch von Louis Pawellek erinnern sich zwölf Überlebende eindrücklich an ihre Schicksale unter der Nazi-Diktatur. Im Jahr 2014 traf der Autor für ein Schulprojekt eine Zeitzeugin, die den Holocaust überlebt hat. Danach entwickelte er den Wunsch, weitere überlebende Opfer der Nazi-Schreckensherrschaft persönlich kennenzulernen und ihre Geschichten aufzuschreiben. So entstand das Buch "Die letzten Stimmen des Holocaust".

"Wir haben uns emporgeirrt!"

Ein aktueller Sammelband ist anlässlich seines 80. Geburtstages der Würdigung des Lebenswerkes von Gerhard Vollmer gewidmet. Zwanzig seiner Kollegen und ehemaligen Schüler, allesamt renommierte Philosophen beziehungsweise Wissenschaftler, behandeln aus einer umfassend evolutionären Perspektive Themen aus Wissenschaft und Philosophie, die mit Gerhard Vollmers Forschungs- und Arbeitsgebieten verbunden sind.

Der Westen im Niedergang

Den Niedergang des Westens haben schon viele vorausgesagt. Allerdings hat Emmanuel Todd in seinem Buch "La chute finale" (deutsch: "Vor dem Sturz: Das Ende der Sowjetherrschaft") bereits 1976 den Niedergang der Sowjetunion richtig vorausgesagt. Unter anderem anhand der steigenden Kindersterblichkeit. Daher sollte man sich vielleicht mal genauer anschauen, was dieser französische Historiker in seinem neuen Buch "Der Westen im Niedergang – Ökonomie, Kultur und Religion im freien Fall" zu sagen hat. Zumal er auch die Niederlage der Ukraine voraussagt.

Dinner im Hause Hellmich

Wie wir lernen könnten, wieder miteinander am Tisch zu sitzen

Wie gestalten wir gesellschaftliches Zusammenleben in einer Welt der Meinungspluralität? Jedenfalls nicht woke, wenn es nach dem Film "Alter weißer Mann" geht. Scharfzüngig und humorvoll werden grundlegende woke Ideen auf die Schippe genommen und ad absurdum geführt. Gleichzeitig ermutigt uns der Film dazu ideologisches Denken zu überwinden und macht sich stark für offene und direkte Kommunikation, radikale Ehrlichkeit und Empathie gegenüber anderen.

"Mein Kopf fühlt sich an, als würde er vor Schmerzen zerbersten"

Natalie Grams hat ein Buch geschrieben. Das an sich wäre nicht bemerkenswert; es ist ja nicht ihr erstes. Allerdings fand sich kein Verlag, der das Buch drucken wollte: Weil es sich finanziell nicht lohne und inhaltlich sowieso niemanden mehr interessiere. Was für eine unglaubliche Fehleinschätzung! Denn auch wenn alle so tun als ob: Das Covid-Virus ist noch immer existent und relevant. Nur redet keiner mehr darüber. Und auch nicht über die Opfer und die Folgen der Erkrankung.

Künstliche Intelligenz, Macht und das 21. Jahrhundert

Mustafa Suleyman, weltweit anerkannter Experte für Chancen und Risiken von KI, Mitbegründer bedeutender KI-Unternehmen (DeepMind, Inflection AI) und zeitweise Manager des Google-Mutterkonzerns, vermittelt, zum Teil autobiografisch, das "Einläuten" eines neuen Zeitalters für die Menschheit durch KI und synthetische Biologie: "Unsere Zukunft hängt von diesen Technologien ab, ist gleichzeitig aber durch sie gefährdet".

Martin Sellner

Sellners Kampf

Im Juli dieses Jahres wollte Martin Sellner, der führende Kopf der rechtsextremen sogenannten "Identitären Bewegung", in Marburg auf Einladung einer Burschenschaft einen Vortrag halten. Es gab es zwei gut besuchte Demonstrationen gegen seinen Auftritt; dieser fand dann in einem – allerdings kleinen – Nachbarort (Gladenbach) hinter verschlossenen Türen statt. Die Berichterstattung betonte zwar, dass Sellner von anständigen Bürgern abgelehnt wird, aber was genau er eigentlich sagt beziehungsweise schreibt, konnte man nicht erfahren.