England und Wales

Hoffnung auf Legalisierung humanistischer Eheschließungen

Seit 2005 sind humanistische Hochzeitszeremonien in Schottland legal, in Nordirland seit 2018. Seitdem erfreuen sie sich steigender Beliebtheit und haben in Schottland in ihrer Anzahl bereits die christlichen Trauungen überholt. In England und Wales erhofft man sich nun ebenfalls eine Legalisierung der humanistischen Hochzeitszeremonien. Sechs heiratswillige Paare werden nächste Woche, am 7. und 8. Juli, vor dem Obersten Gerichtshof dazu angehört.

Im Jahr 2019 standen satte 5.897 legale humanistische Eheschließungen, zum Beispiel von der Humane Society of Scotland, den Scottish Humanists oder auch völlig unabhängig durchgeführt, nur mehr 5.812 christlichen gegenüber. Waren es 2018 noch 6.117 humanistische Hochzeiten und 6.258 christliche, haben die humanistischen nun überholt.

Seit der Legalisierung humanistischer Hochzeitszeremonien, die keiner weiteren standesamtlichen Trauung bedürfen, nehmen diese rasant zu. Für etliche Humanist*innen weltweit ist die Situation in Schottland vorbildlich, nachdem in Schottland bereits seit Jahren mehr nicht-gläubige als gläubige Menschen leben, humanistische Eheschließungen legal sind und endlich auch die Strafbarkeit von Blasphemie abgeschafft wurde.

Sechs Paare aus England und Wales erhoffen sich für ihre Anhörung nächste Woche (am 7. und 8. Juli vor dem Obersten Gerichtshof) ein "schottisches Ergebnis" bezüglich der Legalität humanistischer Trauungen. Über 1.000 Paare wurden bereits in England und Wales humanistisch getraut.

Bisher mussten diese Eheschließungen jedoch auch noch einmal standesamtlich erfolgen. Die Anwält*innen der Paare sehen dies als Diskriminierung der humanistischen Ansichten ihrer Mandant*innen.

Unterstützt wird der Vorstoß zur Gesetzesänderung von der Nichtregierungsorganisation Humanists UK, die die Interessen von Humanist*innen vertritt und sich seit vielen Jahren für die Legalisierung humanistischer Eheschließungen engagiert. In den Medien erklären die sechs Paare, dass sie eine Hochzeitszeremonie wünschen, die ihren Ansichten und Überzeugungen entspricht. Eines der Paare, Kate Harrison und ihr Partner Christopher Sanderson, ist bereits seit 14 Jahren zusammen. Heiraten wollen sie schon länger. Doch obwohl beide in ihren 60ern sind, heiraten sie lieber nicht als ohne eine humanistische Zeremonie.

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Kommentare (3)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 3 Jul 2020 - 12:25

Man könnte sich fragen, warum "humanistische Hochzeitszeremonien" überhaupt einer Legalisierung bedürfen.

Ute O. (nicht überprüft)

Fr. 3 Jul 2020 - 15:31

Ich finde, es ist ein Schritt in die falsche Richtung: Anstatt allen möglichen und unmöglichen Religionsvereinen und Weltanschauungsgemeinschaften eine Plattform für "legale" Eheschließungen zu bieten, sollte der Staat einzig und allein Eheschließungen als legal anerkennen, welche vor einem staatlichen Standesbeamten geschlossen wurden. Dann gilt für alle Ehen dasselbe Recht.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 3 Jul 2020 - 17:08

Das lässt doch hoffen, der Humanismus ist auf dem Vormarsch durch die Instanzen.
Der Feind des schlechten und des nur guten ist immer das bessere.

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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