Der Theologe Heinz-Werner Kubitza erklärt im Interview, warum viele Katholiken an ihrer Kirche leiden.
Heinz-Werner Kubitza ist promovierter Theologe und Autor des Buches Verführte Jugend – Eine Kritik am Jugendkatechismus Youcat. Mit dem Buch will er vernünftige Antworten auf katholische Fragen geben. Im Interview zum Buch sagt Kubitza, dass es beim Youcat um einen großangelegten Versuch der geistlichen Verführung Minderjähriger geht und warum gerade Jugendlichen der Zustand der Kirche verheimlicht wird.
Vor kurzem haben Sie das Buch “Verführte Jugend” verfasst und veröffentlicht. Was ist am Youcat so brisant, dass da nach all den kritischen Schriften über die Bibel oder das Christentum noch eine eigene Youcat-Kritik nötig ist?
Dr. Heinz-Werner Kubitza: Der Youcat versucht sich auf unseriöse Weise an Jugendliche heranzumachen. Mit positiv wirkenden Bildern lächelnder Menschen und modernem Outfit gaukelt er Modernität vor, wirkt äußerlich selbst jugendlich. Sein Aussagegehalt ist jedoch ganz auf der Linie einer völlig rückständigen Welt- und Religionssicht. Mit dem Youcat will die katholische Kirche weltweit Kinder und Jugendliche ideologisch auf Linie bringen und auch Mission betreiben. Und sie tut dies mit erheblichem Aufwand. Der Youcat soll in 25 Sprachen übersetzt werden, die katholische Kirche investiert viel Geld, um Menschen zu fischen, die sie ihrerseits dann aber vielleicht ein Leben lang finanzieren werden. Mehrere Hunderttausend Teilnehmer des Weltjugendtags erhielten ein kostenloses Exemplar, allein diese Aktion dürfte in die Millionen gegangen sein. Das Kirchen Katechismen herausgeben, ist nicht neu, hier aber geht es um den großangelegten Versuch einer geistlichen Verführung Minderjähriger. Alle Ideologien versuchen der Kinder habhaft zu werden. Dies sollte niemandem gleichgültig sein.
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