Für christliche Glaubensdogmen hatte er nur Hohn und Spott

Alfred Jules Ayer

* 29. Oktober 1910 in London; Δ 27. Juni 1989 in London;
britischer Philosoph, der wesentlich zur Popularisierung des Logischen Empirismus in englischsprachigen Ländern beitrug.

 

Er besuchte das College in Eton. Am Christ Church College in Oxford studierte er Philosophie und weitere Fächer. 1931 legte er dort sein Examen ab und zog 1932 nach Wien. Dies galt damals als Hochburg des Neoempirismus. Als er ein Jahr später nach Oxford zurückkehrte, brachte er diesen Geist mit nach England.

Mit seinem Buch „Language, Truth and Logic” (Sprache, Wahrheit und Logik) wurde er 1936 bekannt. Er entwickelte ein eigenes radikal empiristisches Konzept, indem er den englischen Empirismus mit den neuen unbekannten Gedanken des Neoempirismus verknüpfte. Er vertrat die Ansicht, dass Sätze der Metaphysik und der Theologie, sowie ethische und ästhetische Wertaussagen einer empirischen Prüfung unzugänglich sind. Da sie nur Emotionen in Form von Befehlen ausdrücken, sind sie gehaltlos.

Ayer hat nie unbedingt an seinen Konzepten und Theorien festgehalten, sondern überprüfte die eigenen Positionen ständig und blieb offen für Änderungen auf Grund neuer Einsichten. Damit fand er weltweit Anerkennung und schuf ein bleibendes Werk.

Auch als Lehrender war er eine herausragende Persönlichkeit und trat häufig in der Öffentlichkeit auf. Bekannt sind seine Fernsehdiskussionen geworden. Ayer, der lange Zeit Mitglied der Labour Party war, kämpfte auch gegen die Atomwaffen. Er galt als einer der besten englischen Intellektuellen und als eine Art Pendant zu Sartre. Allerdings lehnte er Sartre und dessen Existenzialismus ab. In den 1970er Jahren ist Ayer häufig als Gastprofessor in den USA gewesen.

Er trat für Humanismus und die Rechte Homosexueller ein und bekannte sich zum Atheismus. Für metaphysische und religiöse Auffassungen, besonders für die christlichen Glaubensdogmen, hatte er sein Leben lang nur Hohn und Spott übrig. Seit 1965 war er Präsident der British Humanist Association.