In Österreich entsteht eine Humanistische Akademie

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Das Projekt-Team der Humanistischen Akademie Österreich
Das Projekt-Team der Humanistischen Akademie Österreich

Säkulare, humanistische Bildung in ganz Österreich sichtbar, zugänglich und vernetzt machen – das ist das Ziel der Humanistischen Akademie Österreich, die vom Humanistischen Verband Österreich gegründet wird. Der feierliche Gründungskonvent wird am am 11. Dezember stattfinden.

In einem Land wie Österreich, das Bildung über Jahrhunderte hinweg der Kontrolle religiöser Institutionen überlassen hat, sind weltanschaulich neutrale, humanistische Bildungsangebote bis heute weder systematisch erfasst noch zentral sichtbar. Was der Staat als Bildungslandschaft bezeichnet, ist in Wahrheit eine strukturell einseitige Verteilung von Sichtbarkeit, Förderung und institutioneller Macht, mit konfessionellen Einrichtungen im Zentrum und säkularen Alternativen an den Rand gedrängt.

Dass ausgerechnet der Humanistische Verband Österreich nun beginnt, diese Leerstelle zu füllen, ist keine Provokation. Es ist notwendig, überfällig und hat ein klares Ziel: säkulare, humanistische Bildung in ganz Österreich sichtbar, zugänglich und vernetzt zu machen. Das Projekt wird von Alexander Schmölz, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung (ÖIBF) und Stiftungsprofessor für digitalen Humanismus an der FH des BFI Wien, und Andreas Gradert, Präsidium des Humanistischen Verbands Österreich und Präsident der Giordano-Bruno-Stiftung Österreich, geleitet.

Ein zentrales Element dieses Vorhabens ist der Aufbau einer österreichweiten Datenbank, die sämtliche relevanten Lehr- und Veranstaltungsangebote aus dem humanistischen, ethischen, religionskritischen und aufklärerischen Spektrum bündelt. Diese Plattform wird öffentlich zugänglich und nach unterschiedlichen Kriterien durchsuchbar sein, ein Meilenstein für eine pluralistische Bildungslandschaft in Österreich.

Viele Angebote, die auf humanistischen Grundwerten beruhen – von Ethik-Workshops über säkulare Trauerbegleitung bis zu philosophischen Gesprächskreisen – existieren bereits, teils in verschiedenen Regionen, teils im ganzen Land. Doch sie sind oft nur lokal bekannt, schwer auffindbar und organisatorisch voneinander isoliert.

Die neue Datenbank der Humanistischen Akademie Österreich macht diese Vielfalt erstmals systematisch sichtbar und vernetzt bestehende Initiativen miteinander.

Stimmen der Vernunft: Die Redner:innen des Gründungskonvents

Der feierliche Gründungskonvent der Humanistischen Akademie Österreich am 11. Dezember 2025 wird einige der prägendsten Stimmen des säkularen Denkens und der humanistischen Bildung versammeln. In ihren Redebeiträgen werden sie wissenschaftliche Tiefe mit gesellschaftspolitischer Klarheit verbinden:

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Philosoph und ehemaliger Kulturstaatsminister Deutschlands, wird über den Stellenwert humanistischer Bildung in einer demokratischen Gesellschaft sprechen – und erläutern, warum Aufklärung ohne Werteorientierung ins Leere läuft.

Mag.a Shoura Zehetner-Hashemi
Geschäftsführerin bei Amnesty International Österreich, Expertin für Diversität und Menschenrechte, wird die Bedeutung weltanschaulicher Neutralität für echte Chancengleichheit im Bildungssystem betonen.

Prof.in Dr.in Aglaja Przyborski
Sozialforscherin und Erwachsenenbildnerin, wird darüber reflektieren, wie säkulare Bildungspraxis auch jenseits konfessioneller Prägung – gerade im ländlichen Raum – gelingen kann.

DDr. Michael Schmidt-Salomon
Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, wird mit Witz, Schärfe und analytischer Klarheit eine Bildungspolitik einfordern, die sich nicht an Glaubenssätzen, sondern am Menschen orientiert.

Prof. Dr. Mag. Alexander Schmölz, Bakk.
Stiftungsprofessor für digitalen Humanismus und Mitgründer der Akademie, wird die konzeptionellen Leitlinien der Plattform skizzieren und den interdisziplinären Anspruch der Initiative erläutern.

Grußworte:

Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth
wissenschaftlicher Direktor des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Grund- und Menschenrechte und Professor für Grund- und Menschenrechte an der Universität Wien, wissenschaftlicher Leiter des postgradualen Master-Programms Human Rights der Universität Wien

Prof. Dr. Christoph Henning
Professor für Philosophie und Humanismus, Universität für Humanismus, Utrecht

Diese Redebeiträge werden deutlich machen: Die Humanistische Akademie ist keine abstrakte Idee – sie ist Ausdruck eines wachsenden zivilgesellschaftlichen Bedürfnisses nach rationaler, freiheitlicher, menschenzentrierter Bildung.

Erstveröffentlichung auf der Website des Humanistischen Verbands Österreich. Dort finden sich weitere Hintergrundinformationen und eine detaillierte Aufstellung des auf dem Foto abgebildeten Projekt-Teams der Humanistischen Akademie Österreich.

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