Kultur

Warum unsere Gesellschaft weniger gespalten ist, als wir glauben

Polarisierung als Geschäft

Die Polarisierung der Gesellschaft ist in aller Munde. Der Bremer Soziologe Nils C. Kumkar hat ein Buch zu diesem Thema geschrieben. Mit analytischem Blick zeigt er auf, wie politische Konflikte instrumentalisiert und aufgeheizt werden – durch Massenmedien, Talkshows und vor allem durch soziale Netzwerke.

Wolfram Weimer (2025)

Kommentar

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: Genderverbot als Kulturkampf

Wolfram Weimer hat eine gendergerechte Sprache in seiner Behörde untersagt, weil er durch den Doppelpunkt und das Gendersternchen die Schönheit der Sprache verletzt sieht. Die Anordnung hat für viel Wirbel und Proteste gesorgt, aber letztlich geht es dem konservativen Weimer nicht um sprachliche Geschmeidigkeit, sondern um einen Kulturkampf.

Martin Puchners globale Erzählung der Geschichte

Kultur als ständige Aneignung

Der in Harvard lehrende Literaturwissenschaftler Martin Puchner wagt in seinem Werk "Kultur. Eine neue Geschichte der Welt" nicht weniger als eine Neuschreibung der Globalgeschichte – jedoch nicht entlang der gewohnten politischen oder wirtschaftlichen Linien, sondern durch die Linse der kulturellen Transferprozesse. Sein zentrales Argument: Kultur entsteht nicht aus Abgrenzung, sondern aufgrund von Durchlässigkeit. Nicht Identität, sondern Aneignung ist ihr Motor.

Franz Josef Wetz

Ein Interview mit Franz Josef Wetz über das Unverzichtbare in unversöhnlichen Zeiten

"Dieser undurchschaubare Wirrwarr darf durchaus gutgeheißen werden"

Menschen sind nur als soziale Wesen denkbar und gleichzeitig brauchen alle auch Raum für sich allein. In seinem neuen Buch "WerteWirrWarr" befasst sich der Philosoph Franz Josef Wetz mit dieser "Doppelnatur" und erörtert, was politisch daraus folgt. Er stellt Fragen nach der Begründung von Solidarität, Ethik und Kultur; der hpd hat ihm dazu einige Fragen gestellt.

Motorradgottesdienst in Hamburg

Zwischen Fußball und Fürbitte – Wenn Gottesdienste zur Show werden

Gottesdienste für Hundebesitzer, Motorradfahrer, Fußballfans oder Festivalgänger: Die Kirche zeigt sich kreativ – oder besser gesagt: verzweifelt um Anschluss bemüht. Seit einigen Jahren sprießen spezielle Gottesdienste aus dem Boden, die weniger mit Liturgie als mit Lebensgefühl zu tun haben. Sie tragen Titel wie "Blessing of the Bikes", "Wenn Glaube unter die Haut geht" oder – wie kürzlich in Nürnberg – "Liebe, Glaube, Leidenschaft vereint – 125 Jahre 1. FC Nürnberg". Warum veranstaltet die Kirche solche Eventgottesdienste? Und was zieht Menschen dorthin?

Berlin/Bayern

Oktoberfest auf dem Potsdamer Platz: Nicht weniger als Blasphemie!

Dass sich das preußische Partyvolk alljährlich im Berliner Hofbräu-Wirtshaus zu einem sogenannten "Oktoberfest" zusammenrottet, bereitet der bayerischen Intelligentsia seit jeher gewisse Bauchschschmerzen. Mit dem derzeit stattfindenden Oktoberfest auf dem Potsdamer Platz in Berlin allerdings ist die Maß endgültig voll – und Bayern stellt Strafantrag wegen Gotteslästerung.

Osman Kavala

Türkei

Das Urteil ist eine Schande

Schon vor vier Jahren hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei aufgefordert, den zu Unrecht inhaftierten Kulturförderer Osman Kavala sofort freizugelassen. Nun hat das Oberste Berufungsgericht das Urteil gegen Kavala zu lebenslanger Haft bestätigt. Was folgt daraus?

Rezension

Ein neues Leitbild für die planetare Krise

"Wir müssen uns ehrlich machen. Die Menschheit befindet sich mitten in einer planetaren Krise". Zwei starke erste Sätze eines Buches, das klar und schonungslos die selbstverschuldeten Probleme unserer Welt und das Versagen der politischen Institutionen und handelnden Personen aufzeigt. Die Menschheit ist aufgrund mehrerer Faktoren in eine äußerst prekäre Situation gelangt, zu deren Umsteuerung nur noch wenig Zeit bleibt.

Eine Einführung in die Ethnologie

Kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Der Ethnologe Christoph Antweiler legt mit "Heimat Mensch. Eine populäre Ethnologie" eine populärwissenschaftliche Einführung zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Kulturen der Welt vor. Dabei beschränkt er sich zwar weitgehend auf entsprechende Feststellungen, ohne genauer nach Konsequenzen oder Ursachen zu fragen, lädt aber mit seinem kulturübergreifenden Blick zu entsprechenden Reflexionen ein.

Interview

"Kultur ist mehr als Differenz"

Gruppen-Identitäten beherrschen derzeit viele politische Debatten. Der Ethnologe Christoph Antweiler lenkt in seinem Buch "Heimat Mensch" den Blick auf die zahlreichen fundamentalen Gemeinsamkeiten, die alle Menschen miteinander teilen. Der hpd sprach mit ihm über Vielfalt und Gleichheit, Identitätspolitik und Universalismus.