BERLIN. (hpd) Norbert Scheuers Roman "Die Sprache der Vögel" ist kein Buch über Vögel. Jedenfalls nicht in erster Linie. Er stellt die Frage, was einem Menschen alles zustoßen muss, damit er sich bei der Bundeswehr zum Afghanistan-Einsatz meldet. Aber es ist auch ein sehr romantisches Buch. Seine Vögel gleichen hingetuschten Chiffren. Sie sind Lettern einer fast kabbalistischen Philosophie.
REGENSBURG. (hpd) Mit seinem Buch "Braune Flecken auf dem Priesterrock" hat sich Robert Werner an drei Regensburger Persönlichkeiten gewagt, über deren braune Vergangenheit man in Regensburg nur ungern spricht: Josef Engert, Bischof Rudolf Graber und Domkapellmeister Theobald Schrems. Schon im Vorfeld des Erscheinens haben Werners Recherchen Reaktionen ausgelöst.
(hpd) Thomas Hocke, der ehemalige Redakteur des ZDF für Literatur und Bildende Kunst, Begründer etlicher Literaturformate in ZDF, 3sat und arte sowie Mitbegründer des Rheingau-Literatur-Festivals stellt im hpd Bücher vor, die nicht unbedingt Bestseller sind; es aber noch werden könnten.
BONN. (hpd) Der österreichische Politikwissenschaftler Fard Hafez gibt das "Jahrbuch für Islamophobieforschung" heraus, welches sich als Forum für interdisziplinäre Forschungen zum Thema Islam- und Muslimenfeindlichkeit versteht.
BONN. (hpd) Die Terrorismusexpertin Loretta Napoleoni beschreibt in ihrem Buch "Die Rückkehr des Kalifats. Der Islamische Staat und die Neuordnung des Nahen Ostens" die Terror-Miliz als Akteur zur Bildung eines homogenen islamistischen Staates. Dabei arbeitet die Autorin auch durch vergleichende Betrachtungen eine Fülle an bislang noch nicht genügend beachteten Besonderheiten heraus, wobei nicht jede Einschätzung in den meinungsstarken, aber reflexionswürdigen Ausführungen genauer belegt ist.
BERLIN. (hpd) Schon hoch betagt, von 1989 bis 2002, veröffentlichte Claude Lévi-Strauss rund ein Dutzend kleine Essays in der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". Diese geistfunkelnden Kabinettstückchen sind Zeugnisse eines großen Humanisten. Ende letzten Jahres erschienen sie auf Deutsch.
HEIDENHEIM. (hpd) Elisabeth Benz schrieb eine politische Biographie, einen 440 Seiten umfassenden Bericht über einen Revolutionär in Württemberg, Fritz Rück (1895–1959). Eine spannende und umfangreiche wissenschaftliche Biographie, geschrieben als Dissertation für die Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Stuttgart im Jahr 2014.
BONN. (hpd) Die Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin Lamya Kaddor geht in ihrem Buch "Zum Töten bereit. Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen" mit persönlichen Berichten und Kommentaren auf das Buchthema ein. Es handelt sich um kein wissenschaftliches Werk, gleichwohl stellt die Autorin die richtigen Fragen und kommentiert aus der Perspektive einer liberalen Muslima auch mit Kritik in Richtung der muslimischen Community.
BONN. (hpd) Der Politologe Philip Mehrtens untersucht in seine Studie "Staatsschulen und Staatstätigkeit. Zur Transformation der politischen Ökonomie Schwedens" den sozial- und wirtschaftspolitischen Umgang mit zwei Finanzkrisen in dem skandinavischen Land.
WEIMAR. (hpd) Da eine zusammenfassende Darstellung von europäischen religiös bedingten Weltuntergangsphantasien auf wissenschaftlichem Niveau bis dato nicht vorzuliegen scheint, hat sich der Historiker Peter Dinzelbacher diesem Thema mit der nun vorliegenden Studie zugewandt. Und er will das Thema eben nicht aus der Sicht der Theologie betrachten, sondern aus der von Geistes- und Mentalitätsgeschichte.
ZWICKAU. (hpd) Am 2. Dezember 1814 starb 74-jährig der französische Adelige Marquis de Sade. Im hpd erinnerte Horst Herrmann an ihn unter der Überschrift “‘Pornographie’ als Aufklärung”. Schon die Anführungsstriche betonen, dass umstritten ist, wie seine Schriften zu charakterisieren sind. Der Kulturwissenschaftler Horst Groschopp rezensiert die jüngst von Volker Reinhardt vorgelegte Biographie de Sades unter diesem Schwerpunkt.
BONN. (hpd) Der Fachjournalist Bruno Schirra beschreibt in seinem Buch "ISIS – Der globale Dschihad" den Aufstieg dieser gewalttätigen Islamisten. Dabei entsteht ein interessantes Bild mit wichtigen Reflexionen, welche allerdings in der doch etwas unstrukturierten Darstellung unterzugehen drohen.
BERLIN. (hpd) Eine Geschichte "Von Pferden und Menschen" aus der Sicht der Pferde erzählen wollte der isländische Regisseur Benedikt Erlingsson mit seinem ersten großen Film, der jetzt in den deutschen Lichtspielhäusern startete. Das ist nicht ganz wörtlich zu nehmen. Aber in den Pferdeaugen spiegeln sich Schlüsselmomente und Corpora Delicti einer Saga voller elementarer Leidenschaften.
WEIMAR. (hpd) Angelika Stucke war dem Rezensenten bis dato nur als Autorin exzellent erzählter und höchst vergnüglich zu lesender Krimikomödien ein Begriff. Nun hat sie ein schmales Bändchen mit 51 Schnurren von/über ihrem/n Zwergdackel "Alfred vom Hexenkessel" vorgelegt. Und wieder überrascht Angelika Stucke angenehm, denn hierin geht es nicht um die ansonsten üblichen heiteren Tiergeschichten, sondern auch um ein gerüttelt Maß an Kirchen- und Religionskritik.
STEISSLINGEN. (hpd) Nach der kongenialen Rezension dieses Buches durch Siegfried R. Krebs, die mit Zitaten belegt, was die Leistung von Heinz-Werner Kubitza ausmacht, bleibt mir nur noch, ergänzende Bemerkungen anzufügen.